Ann-Kathrin Hegger startet Medienprojekt für Jugendliche

Noch vor 15 Jahren sagten viele Jugendliche Sie wollen etwas mit Medien machen, heute lautet ein häufig genannter Berufswunsch Influencer. Die Wittenerin Ann-Kathrin Hegger (18) geht den traditionellen Weg des Journalismus und möchte in Witten eine Jugendredaktion aufbauen, die über Themen berichtet, die Jugendliche bewegen. Im Bürgerfunk auf Radio Ennepe Ruhr sucht Sie am Ostermontag (22.4.) ab 19:04 Uhr Mitstreiter aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis für das gemeinsame Projekt. Wir haben auch ein Interview mit Ihr für unseren Podcast geführt.

Bereits im zarten Alter von 10 Jahren saß Hegger vor dem Mikrofon eines Internetradios. Sie moderierte aus dem Kinderzimmer für eine gleichaltrige Zielgruppe. Bis zu 400 Hörer schalteten ihre Radiosendung ein. Ihr Wissen hat die Wittenerin bei dem NEWS4U-Projekt der Evangelische Kirche Rheinland und während ihres Bundesfreiwilligendienstes (BFD) bei der Jungen Presse in Essen erworben. Dort knüpfte sie auch die richtigen Kontakte zu Medientrainern. In den vergangenen Wochen hat sie vielen Jugendeinrichtungen in Witten kontaktiert, um zu erfahren auf welche Geräte kann sie in Witten zurückgreifen, um Podcasts und Videos mit Jugendlichen zu produzieren.

Hegger begeistert Jugendliche für den Journalismus

Die BFD-lerin überzeugte Jugendliche die Fridays For Future Demonstration in Witten selbst zu dokumentieren, besorgte für sie das passende Equipment und es entstand eine Bildstrecke. Die Jugendlichen setzten ihren Protest selbst ins Bild, die Fotos wurden auf einer Homepage publiziert. Der nächste Schritt ist die Bildung einer Jugendredaktion. Alle Ergebnisse soll die Redaktion auf einer Homepage zusammentragen. Welches soziale Medium oder vielleicht mehre die Jugendredaktion bespielen werden, sollen die Jugendlichen selbst bestimmen. Im Vordergrund stehen die Themen. Findet sich ein Teilnehmer, der Podcasten will, darf er das machen, wenn jemand lieber fotografieren möchte, ist er bei dem Projekt genauso herzlich willkommen, wie alle die sich erst einmal ausprobieren möchten.

In anderen Städten gibt es dafür die entsprechenden Unterstützungsstrukturen, die der Bürgergesellschaft erleichtern ihre Themen multimedial ins Rampenlicht zu setzt. Hegger verweist auf die großen Universitätsstädte mit Uniradios und regionalen Servicestellen, die von den Kommunen und der Landmedienanstalt NRW gefördert werden. Eine solche Einrichtung ist z.B. das LoComNET, ein fußläufig vom Bahnhof Bonn erreichbares Haus eines crossmedialen Bürgermediennetzwerks, dass seit 30 Jahren die lokale Kommunikation in der Bundesstadt fördert. Münster glänzt sogar mit mehreren Angeboten, wie dem Medienforum, der Medienwerkstadt Bennohaus und einem Universitätsradio. Wittener Jugendliche müssten hingegeben nach Duisburg reisen, um Unterstützung bei der Produktion einer Bürgerfunksendung von der zuständigen Regionalstelle zu erhalten. Einfach so hereinspazieren und produzieren ist in Witten nicht möglich. Schafft es Hegger das Projekt in Witten langfristig zu etablieren, wird es auf jeden Fall zu einer Bereicherung der Medienszene führen.