Zoll deckt im Kreis Steinfurt Ausweisbetrug auf: Sieben Arbeitnehmer mit fremden Papieren erwischt. Alle Infos zu Folgen und Ermittlungen bei Antenne NRW.
Krasser Fall im Münsterland: Der Zoll hat bei einer Kontrolle in zwei Unternehmen im Kreis Steinfurt gleich sieben Arbeitnehmer erwischt, die versucht haben, sich mit fremden Ausweisdokumenten auszuweisen.1 Die Prüfung lief zeitgleich in einem Betrieb der Logistikbranche und einem aus der Lebensmittelbranche.1 Klingt erstmal nach einem cleveren Plan – war es aber nicht.
Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort haben ziemlich schnell gemerkt, dass da was nicht stimmt. „Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort erkannten jedoch schnell, dass die Personen vor ihnen nicht zu den vorgelegten Dokumenten passen“, erklärt Verena John, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Münster.1 Die Pässe gehörten nämlich zu ganz anderen Leuten – Menschen, die eigentlich ganz legal in Deutschland leben und arbeiten dürfen.1 Die sieben Männer, die vor Ort angetroffen wurden, hielten sich dagegen komplett illegal im Land auf.1
Nach der Kontrolle ging’s für alle sieben direkt zum zuständigen Ausländeramt.1 Die Konsequenzen sind ziemlich unterschiedlich: Ein Mann sitzt jetzt in Abschiebehaft, ein anderer hat einen Asylantrag gestellt.1 Die restlichen fünf müssen so schnell wie möglich ausreisen.1 Gegen alle sieben laufen außerdem Strafverfahren.1
Nach der eigentlichen Kontrolle war aber noch nicht Schluss. Der Zoll hat sich anschließend auch die Unterkünfte der Männer genauer angeschaut – und dabei nicht nur die echten Ausweisdokumente gefunden, sondern auch eine größere Menge Bargeld.1 Das Geld wurde direkt als Sicherheitsleistung eingezogen. Heißt konkret: Es kann später für eine mögliche Geldstrafe aus dem Strafverfahren genutzt werden.1
Verena John macht klar, dass das Ganze leider kein Ausrutscher ist: „Leider haben wir in den vergangenen Jahren mehrfach erlebt, dass sich Menschen Ausweisdokumente leihen, um einer Erwerbstätigkeit in Deutschland nachgehen zu können.“1 Deshalb appelliert sie auch an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, bei Neueinstellungen genauer hinzuschauen und sich im Zweifel direkt beim Zoll zu melden.1
Der Fall ist mit der Kontrolle noch nicht abgeschlossen. Der Zoll kündigt an, in den kommenden Wochen weitere Ermittlungen durchzuführen.1 Ob da noch mehr rauskommt, bleibt abzuwarten – aber eins zeigt der Fall schon jetzt ziemlich deutlich: Mit geliehenen Papieren kommt man beim Zoll nicht weit.
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