Die Inflationsrate in Deutschland knackt im September erstmals seit 2023 die Drei-Prozent-Marke, angetrieben von Rekordpreisen für Sprit und Diesel.
Krass, aber wahr: Die Inflationsrate in Deutschland hat im September die Drei-Prozent-Marke geknackt. Damit liegt die Teuerung so hoch wie zuletzt Ende 2023, als die Verbraucherpreise sogar um 3,7 Prozent gestiegen waren. Im August lag der Wert noch bei 2,9 Prozent. Das Statistische Bundesamt hat die konkreten Zahlen für September vorgelegt, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.
Von der Entwicklung überrascht wurde eigentlich niemand: Ökonomen hatten das schon vorher kommen sehen. Nach Angaben von Handelsblatt, das sich auf eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Volkswirten bezieht, wurde mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um durchschnittlich 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gerechnet. Ein höherer Wert wurde zuletzt Ende 2023 gemessen.
Der Haupttreiber hinter der Preis-Explosion? Ganz klar die Energiepreise, allen voran Benzin und Diesel. Wir hatten das Thema schon in einem früheren Beitrag aufgegriffen, aber jetzt zeigt sich schwarz auf weiß, wie sehr sich das auf die gesamte Inflationsrate auswirkt.
Laut Daniel Hartmann, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Bantleon, wird der Inflationsanstieg in Deutschland im September fast ausschließlich von den Energiepreisen getragen. Grund dafür ist der eskalierende Konflikt im Nahen Osten, der die Ölpreise zeitweise deutlich über die Marke von 100 Dollar je Fass getrieben hat. Und das haben deutsche Autofahrer direkt an der Zapfsäule zu spüren bekommen: Laut ADAC mussten im September mehrfach Rekordpreise für Diesel und Benzin bezahlt werden.
Interessant dabei: Bei Strom und Gas sieht die Lage anders aus. Wie Hartmann erklärt, sind die meisten Kunden hier noch durch Festverträge geschützt – die Preisexplosion trifft also vor allem die, die tanken müssen.
Die gute Nachricht: Die Bundesregierung reagiert auf die Rekordpreise mit einem neuen Tankrabatt, der ab dem 1. Oktober greift. Der soll die Spritpreise um bis zu 17 Cent pro Liter senken. Ökonomen gehen davon aus, dass sich dadurch die Inflation in den kommenden Monaten etwas abschwächen könnte.
Trotzdem bleibt die Situation angespannt. Eine höhere Inflation kann nämlich auch Konsequenzen bei der Europäischen Zentralbank nach sich ziehen – Stichwort mögliche weitere Zinserhöhungen. Für Verbraucher heißt das: Auch wenn der Tankrabatt kurzfristig Entlastung bringt, bleibt die Preisentwicklung ein Thema, das uns alle betrifft, egal ob beim Wocheneinkauf oder an der Zapfsäule.
Die aktuellen Daten zeigen ziemlich eindeutig, wie stark einzelne Preistreiber wie Sprit die gesamte Inflationsrate beeinflussen können. Während sich die Politik mit dem Tankrabatt um kurzfristige Entlastung bemüht, bleibt abzuwarten, wie sich die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterentwickelt – und damit auch die Ölpreise. Für uns alle heißt es erstmal: Augen auf beim nächsten Tankstopp.
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