In Essen-Holsterhausen suchte die Feuerwehr stundenlang in einem alten Luftschutzbunker nach vermissten Personen. Trotz Gefahren wurde niemand gefunden.
Ein ganz normaler Sonntagnachmittag, ein Spaziergang am Radweg – und dann sowas: Aufmerksame Passanten entdecken an der Holsterhauser Straße in Essen-Holsterhausen einen offenen, rund zehn Meter tiefen Schacht. Kein kleines Loch, sondern der Zugang zu einem ehemaligen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.1 Kein Wunder, dass sofort die Feuerwehr alarmiert wurde.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, war schnell klar: Hier ist was nicht so, wie es sein sollte. Neben dem offenen Schacht lag ein rund 800 Kilogramm schwerer Betonblock, der eigentlich den Metalldeckel des Zugangs abdecken sollte.1 Also quasi die Tür zu dem alten Bunker – und die stand sperrangelweit offen.
Noch brisanter: Passanten berichteten den Einsatzkräften, dass die Anlage in der Vergangenheit schon öfter unbefugt betreten wurde. Videoaufnahmen bestätigten das sogar – es gab Hinweise darauf, dass sich dort früher Leute aufgehalten haben.1 Weil also nicht ausgeschlossen werden konnte, dass gerade jemand unten im Bunker feststeckt, wurden direkt weitere Kräfte nachgefordert.
Und dann ging’s richtig zur Sache: Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Essen ließ drei Einsatzkräfte unter Atemschutz und gesichert mit Seilen in den Schacht ab.1 Für die Suche in der weitläufigen Bunkeranlage kam sogar ein spezielles Leinensuchsystem zum Einsatz – quasi ein Faden, der den Weg zurück ans Tageslicht weist.
Easy war das Ganze aber nicht. Die baulichen Gegebenheiten machten die Suche aufwendig, dazu stand teilweise kniehoch Wasser im Bunker. Und als wäre das nicht genug, wurden bei Messungen auch noch erhöhte Kohlendioxidwerte festgestellt.1 Nach intensiver Suche dann die Entwarnung: Es wurden keine Personen in der Anlage angetroffen.1
Nachdem klar war, dass niemand im Bunker war, wurde der Zugang mithilfe des Krans eines Rüstwagens wieder verschlossen.1 Insgesamt war die Feuerwehr Essen rund drei Stunden lang mit etwa 25 Einsatzkräften vor Ort. Mit dabei: die Feuerwachen Mitte und Rüttenscheid, die Höhenrettungsgruppe, der Hilfeleistungszug, der Führungsdienst sowie der Rettungsdienst der Stadt Essen.1
Die Feuerwehr Essen nutzt den Einsatz, um nochmal ganz klar zu warnen: Stillgelegte Bunkeranlagen und ungesicherte Schächte sind absolut kein Ort für neugierige Entdeckungstouren.1 Neben der Gefahr, dass marode Bauteile einstürzen können, droht an offenen Schächten vor allem akute Absturzgefahr.
Noch heimtückischer: In unterirdischen, schlecht belüfteten Anlagen können sich gefährliche Gase ansammeln. Kohlendioxid ist dabei farb- und geruchlos – man merkt also gar nicht, dass gerade der Sauerstoff verdrängt wird. Schon bei erhöhten Konzentrationen kann es zur Bewusstlosigkeit kommen, und das kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich enden.1 Also: Wenn ihr mal wieder an so einem alten Bunkerzugang vorbeikommt – Finger weg und lieber direkt die Feuerwehr informieren.
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