Paderborner BDKJ-Projekt „Zeit ohne Zeugen“ gewinnt Margot Friedländer Preis für VR-Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus. Alle Preisträger im Überblick.
Ein Jugendprojekt aus NRW ist jetzt ganz groß rausgekommen: Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Paderborn wurde mit dem Margot Friedländer Preis ausgezeichnet. Wie domradio.de berichtet, ging die Ehrung an das Projekt „Zeit ohne Zeugen“, das jungen Menschen mithilfe von Virtual-Reality-Technologie einen eindrucksvollen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus eröffnet. Historische Orte wie das Anne-Frank-Haus, Auschwitz oder das Warschauer Ghetto werden damit für die Jugendlichen quasi erlebbar gemacht.
Die Preisverleihung fand am Montagabend in Berlin statt. Laut Mitteilung der Margot Friedländer Stiftung hatte eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Elke Büdenbender, der Frau des Bundespräsidenten, aus 310 Einreichungen jeweils drei Nominierte pro Kategorie ausgewählt. Am Ende standen drei Gewinner fest: Neben dem Paderborner Projekt wurden auch der Münchner Hochschullehrer Guy Katz sowie die Europaschule Rövershagen in Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.
Insgesamt war der Preis mit 25.000 Euro dotiert. Für „Zeit ohne Zeugen“ gab es 10.000 Euro Preisgeld. Guy Katz, Professor für Internationales Management an der Hochschule München, erhielt ebenfalls 10.000 Euro – er gilt laut domradio.de als eine der sichtbaren Stimmen im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und hat zahlreiche Bündnisse, Kampagnen und Bildungsprojekte initiiert. Die restlichen 5.000 Euro gingen an die AG Kriegsgräber der Europaschule Rövershagen.
Mit der Auszeichnung würdigt die Margot Friedländer Stiftung Menschen, Initiativen und Schulen, die sich besonders für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie einsetzen und zur Aufklärung über den Holocaust und Antisemitismus beitragen. Vergeben wird jeweils ein Preis in den Kategorien Projekte, Persönlichkeiten und Schulen.
Die Stiftung selbst wurde 2023 von der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer ins Leben gerufen, die im vergangenen Jahr gestorben ist. Nach eigenen Angaben setzt sich die Stiftung für Toleranz und Menschlichkeit sowie für Freiheit und Demokratie ein. Den Margot Friedländer Preis vergibt sie seit 2024 – die aktuelle Verleihung war somit bereits die dritte Ausgabe.
Für NRW ist die Auszeichnung ein echtes Highlight: Dass ausgerechnet ein Projekt aus dem Erzbistum Paderborn unter den Preisträgern ist, zeigt, wie kreativ Erinnerungskultur heutzutage gestaltet werden kann. Mit moderner VR-Technik wird Geschichte für junge Menschen greifbar – und das wurde jetzt auch auf großer Bühne in Berlin gewürdigt.
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