Ein VR-Projekt des BDKJ Paderborn gewinnt den Margot Friedländer Preis 2026 – virtuelle Realitäten machen NS-Geschichte für Jugendliche erlebbar.
Ein Jugendprojekt aus NRW ist in Berlin groß rausgekommen: Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Paderborn hat den diesjährigen Margot Friedländer Preis in der Kategorie Projekte gewonnen. Wie das domradio.de berichtet, wurde die Auszeichnung am Montagabend verliehen, und zwar für das Projekt „Zeit ohne Zeugen“. Mit dabei: 10.000 Euro Preisgeld.
„Zeit ohne Zeugen“ setzt auf Virtual-Reality-Technologie, um jungen Leuten die Geschichte des Nationalsozialismus näherzubringen. Laut domradio.de macht das Projekt historische Orte wie das Anne-Frank-Haus, Auschwitz oder das Warschauer Ghetto erlebbar – ganz ohne Zeitmaschine, aber mit VR-Brille. Gerade weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, die aus erster Hand von damals erzählen können, ist so ein Zugang über virtuelle Realitäten eine clevere Sache, um Geschichte greifbar zu machen.
Der Paderborner BDKJ war aber nicht der einzige Preisträger an diesem Abend. Nach Angaben von domradio.de ging der Preis in der Kategorie Persönlichkeiten an Guy Katz, Professor für Internationales Management an der Hochschule München. Er gilt als eine der sichtbaren Stimmen im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und hat zahlreiche Bündnisse, Kampagnen und Bildungsprojekte angestoßen. Auch er bekam 10.000 Euro Preisgeld. In der Kategorie Schulen überzeugte die Europaschule Rövershagen in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrer AG Kriegsgräber – dafür gab’s 5.000 Euro.
Insgesamt waren laut domradio.de 310 Einreichungen bei der Margot Friedländer Stiftung eingegangen. Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Elke Büdenbender, der Frau des Bundespräsidenten, wählte daraus jeweils drei Nominierte pro Kategorie aus. Der Gesamtpreis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 2024 vergeben – damit war es jetzt die dritte Auflage.
Die Margot Friedländer Stiftung wurde 2023 von der Holocaust-Überlebenden selbst gegründet. Sie ist im vergangenen Jahr gestorben, ihr Vermächtnis lebt aber über die Stiftung weiter. Laut domradio.de setzt sich die Stiftung nach eigenen Angaben für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie ein und möchte zur Aufklärung über den Holocaust und Antisemitismus beitragen – genau die Werte, die auch im Paderborner VR-Projekt stecken.
Für den BDKJ Paderborn ist die Auszeichnung ein schöner Erfolg für die Erinnerungsarbeit made in NRW. Wer sich für Geschichte und moderne Vermittlungsformen interessiert, sollte das Projekt im Blick behalten.
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