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Heftige Krawalle in Frankreich: Das ist bei den Protesten passiert
18. Oktober 2026

Schwere Krawalle bei Massenprotesten in Frankreich: 1.200 Festnahmen, brennende Rathäuser und Plünderungen. Alle Infos im Nachrichtenüberblick bei Antenne NRW.

Guten Morgen, NRW!

Bevor es bei euch in die Woche geht, schauen wir kurz über die Grenze: In Frankreich ist es bei landesweiten Protesten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Zehntausende Menschen gingen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße – und ein Teil der Demos eskalierte komplett. Wir fassen euch zusammen, was ihr wissen müsst.

Massenproteste und schwere Krawalle

Nach Angaben des Innenministeriums nahmen rund 550.000 Menschen an dem landesweiten Protesttag teil, die Organisatoren selbst sprachen laut ZDFheute sogar von rund 800.000 Demonstranten. Premierminister Sébastien Lecornu sprach laut FAZ von einem „entsetzlichen Ausmaß an Gewalt“. Die Bilanz: 1.200 Festnahmen und 150 verletzte Polizisten.

Besonders hart traf es die zentralfranzösische Stadt Limoges. Dort setzten Randalierer das 143 Jahre alte Rathaus in Brand. Laut dem zuständigen Präfekten Maurice Barate, der sich gegenüber der FAZ äußerte, ist das Gebäude „zum großen Teil verloren“. Zwei Drittel der Fassade seien bereits verschwunden, das Dach sei auf die darunterliegenden Stockwerke eingestürzt. Barate sprach von einer vorsätzlichen Tat und einer „Katastrophe für das kulturelle Erbe“ der Region.

Plünderungen in mehreren Großstädten

Auch in anderen Städten ging es drunter und drüber: In Marseille versuchten Demonstranten laut FAZ in eine Polizeiwache einzudringen, verschafften sich Zugang zum Rathaus und plünderten Geschäfte. In Lyon setzten Randalierer die Touristeninformation in Brand, die Feuerwehr wurde dabei am Eingreifen gehindert. In Avignon drangen Demonstranten in den Innenhof der Präfektur ein, in Grenoble kam es zu Sachbeschädigungen am Rathaus. Auch in Paris sah es übel aus: Laut Bürgermeister Emmanuel Grégoire, der sich gegenüber Franceinfo äußerte, wurden ganze Straßen „methodisch verwüstet“, der Schaden sei „immens“.

Die Polizei ging schon am Vormittag in Paris, Lyon, Straßburg und weiteren Großstädten mit Tränengas, Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen Demonstrierende vor. Wie ZDFheute berichtet, verlor in Saint-Etienne ein Demonstrant durch eine Polizeigranate seine Hand – ähnlich wie wenige Tage zuvor bereits in Lens.

Regierung macht Ultralinke verantwortlich

Aus dem Innenministerium hieß es laut ZDFheute, es habe eine sehr starke Mobilisierung der ultralinken Szene gegeben, die gezielt Unruhe stiften wollte. Zu schwarzen Blöcken zusammengeschlossene Vermummte sollen vor allem in Paris, Marseille, Rennes, Toulouse und Angers für gewalttätige Übergriffe verantwortlich gewesen sein. Auch Medien gerieten ins Visier: Rund 100 Vermummte blockierten in Paris den Zugang zum Sender CNews.

Premierminister Lecornu sprach laut FAZ von einer „sehr gut organisierten, undurchsichtigen Gruppe“, die methodisch versucht habe, Eigentum, Personen und die Institutionen der Republik anzugreifen. Justizminister Gérald Darmanin forderte alle Staatsanwälte zu einer „äußerst entschlossenen juristischen Reaktion“ auf. Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Gewalt auf X scharf und kündigte an, Zerstörer und Plünderer würden „verfolgt und bestraft“.

Sorge vor neuer Gelbwesten-Bewegung

Parallel kursierte im Netz ein Aufruf mit unklarem Urheber zu einer Neuauflage der Gelbwesten-Proteste. Die Regierung fürchtet, dass die aktuellen Demonstrationen zum Auslöser für eine breitere Protestwelle werden könnten – ähnlich wie 2019, als die Gelbwesten-Bewegung Frankreich monatelang in Atem hielt. Damals hatte eine geplante Spritsteuer-Erhöhung den Stein ins Rollen gebracht.

Zum politischen Nachspiel: Rechtspopulistin Marine Le Pen erklärte laut ZDFheute, die Forderungen der Demonstranten seien „von der extremen Linken gekapert“ worden. LFI-Chef Jean-Luc Mélenchon widersprach und betonte, die meisten Demonstrationen seien friedlich verlaufen, den Medien warf er vor, mit Gewaltbildern zu überzeichnen.

Auch im Nachbarland Belgien gab es laut FAZ Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten, bei denen die Polizei in Brüssel und Lüttich mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstrierende vorging. Rund zehn Personen wurden festgenommen.

Fazit

Die Proteste in Frankreich zeigen, wie angespannt die Stimmung im Land aktuell ist. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr, bei denen Macron nicht erneut antreten kann, bleibt die politische Lage spannungsgeladen. Wir halten euch bei Antenne NRW über die wichtigsten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Quellen


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