Nach dem Unfall mit einem Windradflügel in Plettenberg laufen die Bergungsarbeiten: 30 Spezialisten kämpfen gegen einen 70-Tonnen-Koloss im Wald.
Stellt euch vor, ihr seid nachts im Wald unterwegs und plötzlich kippt neben euch ein 135 Tonnen schwerer Koloss um. Genau das ist in Plettenberg passiert. Ein Schwertransporter war auf dem Weg zum Windpark „Hohe Molmert“, als er kurz nach Mitternacht auf einem geschotterten Waldweg umkippte – samt riesigem Windradflügel.1
Laut Polizei im Märkischen Kreis wiegen der Flügel und der Auflieger zusammen rund 135 Tonnen. Als das Ding umkippte, landete der Rotorblatt-Riese direkt auf dem Waldboden. Bei dem Unfall wurden Menschen verletzt, und der Sachschaden bewegt sich im Millionenbereich. Kein kleiner Vorfall also.1
Jetzt heißt es: Aufräumen. Und das ist alles andere als ein Routine-Job. Joel Otte von einer Bergungsfirma aus Wenden kennt sich eigentlich mit Pkw, Lkw und Bussen aus – aber einen 70-Tonnen-Auflieger aus einem Wald zu holen, ist selbst für ihn und sein Team eine Nummer größer. „Der Einsatz heute ist besonders“, sagt er dazu.1
Für die Bergung sind insgesamt 30 Spezialisten im Einsatz, darunter sogar Fachleute aus Dänemark. Dazu kommen schweres Gerät wie ein Mobilkran und ein Mobilbagger. Die Arbeiten ziehen sich den ganzen Tag hin – kein Wunder bei so einem Mammutprojekt im steilen Waldgelände.1
Der Auflieger, im Fachjargon auch „selbstfahrende Einheit“ genannt, ist eigentlich dafür gebaut, schwere Lasten quer durch den Wald zu bewegen, ohne dass dafür Bäume gefällt oder Wege verbreitert werden müssen. Dabei werden die Rotorblätter extra aufgerichtet. Clevere Technik – die aber eben auch bedeutet, dass die Bergung im Ernstfall richtig knifflig wird.1
Bergungsleiter Joel Otte macht klar: „Das ist keine typische Fahrzeugbergung.“ Vor Ort müssen die Spezialisten erst den Zustand der Lage, mögliche Risiken und auch die Auswirkungen auf die Umwelt checken, bevor es überhaupt weitergehen kann. Wann der riesige Windradflügel am Ende komplett aus dem Wald geholt werden kann, steht aktuell noch in den Sternen.1
Was in einer Nacht passiert ist, braucht jetzt Tage an Aufarbeitung. 30 Profis, tonnenweise Spezialtechnik und jede Menge Know-how sind nötig, um den Schwertransporter-Unfall in Plettenberg sauber zu beseitigen. Ein Einsatz, der zeigt: Windenergie-Transporte sind keine leichte Sache – im wahrsten Sinne des Wortes.
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