Beim Louvre-Raub kam ein Lastaufzug der NRW-Firma Böcker aus Werne zum Einsatz. Wie das Familienunternehmen daraus einen cleveren Marketing-Gag machte, liest…
Manchmal reicht ein einziges Foto, um ein ganzes Unternehmen in die Schlagzeilen zu katapultieren. Beim aufsehenerregenden Diebstahl im Pariser Louvre war es genau so: Die Täter nutzten für ihren Einbruch einen Lastaufzug, der aus Werne in Nordrhein-Westfalen stammt. Plötzlich stand die Firma Böcker im Rampenlicht – und das völlig unverschuldet.
Laut Staatsanwaltschaft parkten vier maskierte Täter am Sonntag einen Lkw mit Lastaufzug vor dem Museum. Während zwei von ihnen auf Motorrollern Schmiere standen, gelangten die anderen beiden mit dem Aufzug auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster ins Museum. Innen brachen sie zwei Vitrinen auf und erbeuteten acht wertvolle Schmuckstücke früherer Königinnen und Kaiserinnen – darunter mit Edelsteinen besetzte Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. Das Innen- und das Kulturministerium betonten, dass die Beute über ihren reinen Marktwert hinaus einen unschätzbaren kulturellen und historischen Wert besitzt.
Wie die Wirtschaftswoche berichtet, handelt es sich bei dem genutzten Gerät um ein Kranmodell der Firma Böcker aus Werne. Mit dem eigentlichen Diebstahl hat das Unternehmen selbstverständlich nichts zu tun – trotzdem geriet der Markenname durch die Bilder vom Tatort in Windeseile um die Welt.
Laut BILD.de erkannte Julia Scharwatz von der Firma Böcker den Möbelaufzug auf Fotos des Raubzugs sofort wieder, als sie am Sonntag die Nachrichten las. Statt sich zu verstecken, reagierte das Familienunternehmen blitzschnell – und zwar mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Bereits einen Tag nach dem Diebstahl postete die Firma auf Instagram und Facebook ein Foto vom Tatort, versehen mit dem Spruch: „Wenn’s mal wieder schnell gehen muss. Der Böcker Agilo befördert eure bis zu 400 kg schweren Schätze mit 42 m/min – flüsterleise dank 230 V E-Motor.“
Ein Marketing-Gag, der sitzt: Statt sich über die ungewollte Verbindung zu einem internationalen Verbrechen zu ärgern, machte Böcker das Beste draus und positionierte das eigene Produkt gekonnt im viralen Gesprächsstoff rund um den Louvre-Einbruch.
Böcker ist seit 1989 in der Krantechnik-Branche unterwegs. Das Familienunternehmen wird mittlerweile in dritter Generation geführt und beschäftigt laut Wirtschaftswoche rund 600 Mitarbeiter. Entwickelt werden Systeme für Kräne, Aufzüge und Lifte – also genau die Art von Technik, die beim Louvre-Coup zum Einsatz kam. Dass ausgerechnet ein Produkt aus Westfalen bei einem der spektakulärsten Museumsdiebstähle der letzten Jahre eine Rolle spielte, zeigt mal wieder: Technik aus NRW ist weltweit im Einsatz – auch wenn man sich den Anlass dafür anders gewünscht hätte.
Der Louvre-Raub bleibt vor allem wegen der unschätzbar wertvollen Beute in Erinnerung. Für die Firma Böcker aus Werne wurde der Vorfall aber zu einem ungeplanten PR-Moment, den das Unternehmen mit einem frechen Social-Media-Post clever für sich zu nutzen wusste. Ein Beispiel dafür, wie schnell aus einer unangenehmen Verwicklung noch ein positiver Marketing-Effekt werden kann.
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