Düsseldorf feiert 50 Jahre Punk: Das Theatermuseum zeigt über 400 Exponate, VR-Erlebnisse und die Sammlung von Jäki Eldorado zum Ratinger Hof.
Ratinger Hof, Kuttenjacken, Fanzines – das klingt erstmal nicht nach Museum. Genau darum geht’s aber jetzt im Düsseldorfer Theatermuseum: Die Sonderausstellung „Punk 50: Demand the Impossible“ nimmt euch mit in die wilde Musikgeschichte der Stadt. Wie dus4you.de berichtet, startet der reguläre Ausstellungsbetrieb am 23. Oktober im Hofgartenhaus, die offizielle Eröffnung fand bereits am Donnerstag, 22. Oktober, um 19 Uhr statt.
Während anderswo noch Disco lief, experimentierten in Düsseldorf Ende der 70er Musiker, Kunststudenten und Kreative mit neuen Sounds und einer radikal eigenständigen Attitüde. Laut dus4you.de wurde besonders der legendäre Ratinger Hof zum Treffpunkt, an dem Kunst, Musik, Mode und Nachtleben zusammenkamen. Bands wie Male, Mittagspause, Fehlfarben, KFC und Östro 430 prägten die frühe Szene, während DAF und Der Plan Punk mit elektronischer Avantgarde verbanden. Später trugen die Toten Hosen den Düsseldorfer Punk-Spirit auf die großen Bühnen.
Kuratiert wird die Schau von Jäki Hildisch, besser bekannt als Jäki Eldorado, einem der frühesten Vertreter der Punkbewegung in Deutschland. Nach Angaben von dus4you.de bildet seine umfangreiche private Sammlung einen zentralen Teil der Präsentation und wird hier erstmals öffentlich gezeigt. Gemeinsam mit Rudi Esch, Initiator des Düsseldorfer Punkmuseums, entsteht so ein Einblick in eine Kulturgeschichte von den internationalen Wurzeln in New York und London bis zur deutschen Szene.
Zu sehen sind laut dus4you.de mehr als 400 Objekte: historische Fotografien, Plakate, Fanzines, Instrumente, Kleidungsstücke und Tonaufnahmen aus fünf Jahrzehnten Punkgeschichte. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ratinger Hof – das Original-Türschild und ein Modell des Lokals gehören zu den Exponaten. Zusammen mit dem Düsseldorfer Studio Neonreal wurden außerdem Virtual-Reality-Erlebnisse entwickelt, mit denen Besucher in die Atmosphäre der damaligen Szene eintauchen können – in einer virtuellen Rekonstruktion des Ratinger Hofs lässt sich sogar selbst ans Schlagzeug setzen.
Dass Punk, der sich ursprünglich gegen Institutionen und starre Regeln richtete, nun selbst im Museum landet, ist laut dus4you.de durchaus mit Ironie behaftet. Die Veranstalter greifen genau diese Frage auf: Gehört Punk ins Museum oder auf die Straße? Die Antwort der Ausstellung: beides. Die Bewegung soll nicht als abgeschlossenes Kapitel gelten, sondern als Haltung mit Wirkung bis heute.
Die Ausstellung ist im Theatermuseum an der Jägerhofstraße 1 zu sehen. Geöffnet ist mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr sowie freitags von 12 bis 21 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 21 Jahre kommen umsonst rein. Laut dus4you.de ist die Schau bis Ende Dezember 2027 geplant.
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