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Brettspiele sind jetzt offiziell Kulturerbe – und das ist auch gut so
23. Oktober 2026

Brettspiele spielen ist jetzt offiziell Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Wir erklären, warum das so wichtig ist und warum ihr öfter spielen solltet.

Brettspiele spielen ist jetzt Kulturerbe – kein Witz!

Mal ehrlich: Wann habt ihr das letzte Mal mit euren Freunden oder eurer Family um den Küchentisch gesessen und ein Brettspiel ausgepackt? Falls das schon länger her ist, gibt’s jetzt einen richtig guten Grund, das zu ändern. Denn Brettspiele sind in Deutschland inzwischen offiziell als Kulturgut anerkannt. Und ja, das ist genauso ein großes Ding, wie es sich anhört.

Was genau ist passiert?

Die Kulturministerkonferenz der Länder und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben im März 2025 bestätigt, dass 18 lebendige Traditionen neu ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden – mittendrin: „Brettspiele spielen“. Wie die Spiele-Autoren-Zunft berichtet, erfolgte die Aufnahme auf Basis einer Vorschlagsliste der Kulturministerkonferenz und nach Prüfung durch das unabhängige Fachkomitee für das Immaterielle Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission. Die geschäftsführende Kulturstaatsministerin Claudia Roth betonte dazu, dass die Neuaufnahmen die kulturelle Vielfalt und regionale Besonderheiten widerspiegeln und dass die Brettspielkultur Generationen verbindet und den Zusammenhalt fördert.

Ein langer Weg bis hierhin

Dass Brettspiele es überhaupt so weit geschafft haben, war kein Selbstläufer. Laut dem Institut für Ludologie gab es schon seit 2017 mehrere Anläufe, die Deutsche Brettspielkultur auf die UNESCO-Liste zu bringen – erst in Bayern, dann in Thüringen. Mehrere Anträge wurden abgelehnt oder landeten nur auf Landesebene. Erst nach Jahren der Vorarbeit von Vereinen, Museen und engagierten Einzelpersonen hat es jetzt auf Bundesebene geklappt. Dabei zeigt sich: Brettspielkultur lebt vor allem vom Ehrenamt. Laut dem Institut für Ludologie gibt es deutschlandweit an über 400 Standorten Spielcafés, Spieleclubs und Spielabende, bei denen Menschen regelmäßig zusammenkommen. Einer der größten deutschen Spieleclubs, der Ali-Baba-Spieleclub aus Nürnberg, zählt rund 1.000 Mitglieder und elf Regionalverbände.

Warum das mehr ist als nur ein Titel

Die Spiele-Autoren-Zunft sieht in der Anerkennung auch einen wichtigen Schritt für die Zukunft: Sie fordert, dass analoge Spiele wie andere Medien auch in der Deutschen Nationalbibliothek oder einem bundesgeförderten Spielearchiv gesammelt und bewahrt werden sollten. Laut der Spiele-Autoren-Zunft könnte das die Basis dafür sein, dass Spieleautorinnen und -autoren sowie Verlage endlich die ihnen gesetzlich zustehende Bibliothekstantieme erhalten – genau wie Urheber anderer Medienwerke. Das zeigt: Hinter dem gemütlichen Spieleabend steckt auch eine ganze Branche, die um Anerkennung kämpft.

Also, worauf warten wir noch?

Die Botschaft hinter der ganzen Geschichte ist eigentlich simpel: Spielen verbindet. Ob Skat, Siedler von Catan oder ein neues Brettspiel aus dem Laden um die Ecke – gemeinsames Spielen bringt Generationen zusammen und ist Teil unserer Kultur, genau wie Musik oder Theater. Jetzt ist es auch offiziell. Also schnappt euch beim nächsten Regenwochenende eure Freunde, packt ein Brettspiel aus und feiert ein Stück Kulturerbe – ganz ohne Museum, einfach am eigenen Küchentisch.

Quellen


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