18,1 Prozent der NRW-Schüler haben eine ausländische Staatsangehörigkeit – doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Alle Zahlen und Hintergründe im Überblick.
Checkt mal diese Zahl: 2,53 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen gerade die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Nordrhein-Westfalen. Und davon haben rund 457.000 Kids eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das sind laut dem Landesbetrieb IT.NRW rund 18,1 Prozent – also fast jede fünfte Person in der Klasse. Krass, oder?
Wie IT.NRW als Statistisches Landesamt mitteilt, ist diese Zahl in den letzten zehn Schuljahren kontinuierlich gestiegen. Allein im Vergleich zum Vorjahr gab’s ein Plus von 3,6 Prozent. Und wenn man mal zehn Jahre zurückschaut, wird’s richtig deutlich: Im Schuljahr 2015/16 lag der Anteil noch bei 8,9 Prozent. Das heißt, der Wert hat sich quasi verdoppelt. Richtig verrückte Entwicklung für so einen kurzen Zeitraum.
Schaut man sich an, welche Staatsangehörigkeiten am meisten vertreten sind, wird’s spannend: Platz eins geht an Kids mit syrischer Staatsangehörigkeit – fast 90.000 an der Zahl. Danach kommen rund 62.000 Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer und 27.000 mit irakischer Staatsangehörigkeit. Zusammen machen diese drei Gruppen fast 40 Prozent aller ausländischen Schülerinnen und Schüler aus.
Besonders auffällig: Bei den ukrainischen Kids gab’s im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 10,9 Prozent. Nach Angaben von IT.NRW hängt das vor allem mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammen, der seit 2022 läuft. Die Entwicklung bei syrischen und irakischen Schülerinnen und Schülern wiederum lässt sich laut IT.NRW auf die Fluchtbewegungen der Jahre 2015 bis 2018 zurückführen – damals sind viele Familien vor Krieg, Terror und politischer Instabilität geflohen und haben in NRW ein neues Zuhause gefunden.
Kurzer Fakten-Check: In der amtlichen Schulstatistik gelten alle Kids als „ausländisch“, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen – egal ob sie nur eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit haben oder staatenlos sind. Wichtig dabei: Wer neben der deutschen noch eine zweite Staatsangehörigkeit hat, wird trotzdem als deutsch gezählt. Die Zuwanderungsgeschichte spielt für die Statistik übrigens gar keine Rolle – es geht wirklich nur um den Pass.
Die Evangelische Zeitung berichtet zudem, dass die statistische Landesbehörde IT.NRW die Zahlen am Dienstag in Düsseldorf veröffentlicht hat und damit ein Höchststand der vergangenen zehn Jahre erreicht wurde.
Egal ob in Aachen, Heinsberg oder sonst wo in NRW – die Zahlen zeigen ziemlich eindeutig, dass internationale Vielfalt an unseren Schulen längst keine Ausnahme mehr ist, sondern Normalität geworden ist. Fast jede fünfte Schülerin und jeder fünfte Schüler bringt eine andere Staatsangehörigkeit mit in den Unterricht. Eine Entwicklung, die sich über die letzten zehn Jahre durchgezogen hat und laut IT.NRW auch weiterhin anhält.
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