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Einbrecher-Saison in NRW: Darum solltet ihr jetzt eure Wohnung checken
23. Oktober 2026

Hochsaison für Einbrecher in NRW: Warum der Dezember am gefährlichsten ist und wie Urlaubsposts auf Social Media Einbrechern unbewusst den Weg ebnen.

Dunkle Jahreszeit, mehr Einbrüche

Die Uhren werden zurückgestellt, es wird früher dunkel – und genau das nutzen Einbrecher aus. Ab Oktober steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW spürbar an, im November geht es weiter nach oben. Wie der Stern unter Berufung auf das Landeskriminalamt NRW berichtet, passierten 2025 statistisch gesehen jeden Tag 75 Einbrüche und Einbruchsversuche im Land – insgesamt 27.530 Fälle. Das ist zwar ein Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber trotzdem richtig viel. Besonders krass wird’s im Dezember: Mit rund 4.000 Fällen ist das laut LKA-Daten der Monat mit den meisten Einbrüchen in NRW, umgerechnet 129 Fälle pro Tag.

Fast jeder zweite Einbruch bleibt dabei nur ein Versuch – die Täter brechen ab, wenn eine Tür standhält oder jemand aufmerksam wird. Aufgeklärt wird laut Stern aber nur rund jeder achte Fall (knapp 3.300 von 27.530). Von den gut 3.000 Tatverdächtigen hat jeder zweite keine deutsche Staatsbürgerschaft.

Aktionstag: Polizei gibt landesweit Tipps

Zum bundesweiten Aktionstag gegen Einbrüche gab die Polizei an einem Sonntag in vielen NRW-Städten praktische Tipps für Mieter und Hausbesitzer. Dabei ging es laut Stern nicht nur um Sicherheitstechnik wie bessere Schlösser oder gesicherte Fenster, die oft direkt an Exponaten gezeigt wurden, sondern auch um simple Dinge wie Lichtschaltungen oder Nachbarschaftshilfe beim Leeren des Briefkastens.

Konkret gab es laut Stern unter anderem Info-Stände in Borken, Bochum, Herne und Witten, einen Vortrag der Polizei Münster in der Volkshochschule und eine geöffnete Beratungsstelle in Hilden. Die Polizei Münster betonte dabei, dass es bei einem Einbruch nicht nur um den materiellen Verlust von Schmuck oder Geld geht – die Verletzung der Privatsphäre und das verlorene Sicherheitsgefühl können Betroffene stark belasten und sogar zu psychischen Folgen führen.

Urlaubsfotos können zur Einladung werden

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Auch Social Media spielt beim Einbruchschutz eine Rolle. Wie der WDR berichtet, liefert ihr Einbrechern mit öffentlichen Urlaubsposts quasi die wichtigste Info gleich mit – nämlich dass gerade niemand zu Hause ist. Öffentliche Profile lassen sich automatisiert nach Begriffen wie „Urlaub“ oder nach Ortsangaben durchsuchen, und auch Instagram-Stories oder der WhatsApp-Status bleiben 24 Stunden sichtbar und können per Screenshot gesichert werden.

Ein Punkt, den viele unterschätzen: die eigenen Kinder. Während Eltern oft zurückhaltend posten, dokumentiert der Account der Tochter oder des Sohns manchmal die komplette Reise. Auch Sport-Tracking-Apps wie Strava oder Garmin Connect können laut WDR zum Problem werden, wenn Laufstrecken an der eigenen Haustür beginnen und enden – über die Wochen entstehen so erkennbare Abwesenheitsmuster. Abhilfe schaffen eine Privatzone um die eigene Adresse, ein Profil nur für Freunde oder eine abgeschaltete Heatmap.

Übrigens: Ob ein öffentlicher Urlaubspost die Hausratversicherung in Schwierigkeiten bringt, ist laut WDR nicht höchstrichterlich geklärt. Bei Klassikern wie einer nicht abgeschlossenen Tür oder einem gekippten Fenster kann die Versicherung ihre Leistung aber durchaus kürzen oder verweigern.

Was wirklich hilft

Die einfachste Regel: Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr posten, Standortangaben abschalten und Reisedaten nicht ins Netz stellen. Dazu kommt das Analoge – Nachbarn einweihen, die den Briefkasten leeren, und Smart-Home-Lampen mit Zufallsschaltung statt starrer Zeitschaltuhr nutzen. Und ganz wichtig: Fenster vor der Abreise wirklich schließen, denn ein gekipptes Fenster gilt in der Praxis als offene Einladung.

Wer wissen will, wo die eigene Wohnung Schwachstellen hat, kann sich bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in NRW kostenlos beraten lassen. Auch technisches Equipment wie Innenkameras ab 30 Euro kann laut WDR helfen – sie melden Bewegungen aufs Handy und können im Ernstfall der Polizei und der Versicherung als Beweis dienen. Wichtig dabei: starkes Passwort, idealerweise Zwei-Faktor-Anmeldung, und die Kamera darf nur die eigene Wohnung erfassen, nicht den Hausflur.

Quellen


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