Mathilden-Hospital Herford vor ungewisser Zukunft: Petition und politische Reaktionen. Plus: Kreis Herford informiert über Prävention gegen K.O.-Mittel.
Im Kreis Herford ist gerade einiges los – und das wichtigste Thema betrifft die Gesundheitsversorgung vor Ort. Das Mathilden-Hospital in Herford steht vor einer ungewissen Zukunft. Eine Anästhesistin hat deshalb eine Petition gestartet, um die geplante Schließung der Klinik noch zu verhindern. Das traditionsreiche Krankenhaus ist für viele Menschen in der Region ein wichtiger Anlaufpunkt, und die Sorge um den Erhalt ist groß.
Auch politisch bewegt sich was: Inge Höger, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken in NRW und gleichzeitig Sprecherin der Linken im Kreis Herford, hat sich zu den Berichten über die mögliche Schließung geäußert. Wie das Westfalen-Blatt berichtet, sieht Höger die Entwicklung nicht als Überraschung. Sie macht die sogenannte Krankenhausreform des ehemaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach sowie die Krankenhausplanung von NRW-Minister Josef Laumann dafür verantwortlich. Nach ihrer Einschätzung sei die Schließung kleinerer Krankenhäuser von Bundes- und Landesregierung gewollt. Immer mehr Kliniken in NRW seien laut ihrer Stellungnahme vom Konkurs bedroht – eine Entwicklung, die eben auch im Kreis Herford ankommt.
Für das Mathilden-Hospital könnte die Petition der Anästhesistin jetzt zum entscheidenden Hebel werden. Ob und wie sich die Situation noch wendet, bleibt abzuwarten – klar ist aber: Das Thema beschäftigt gerade die ganze Region, und viele Menschen hoffen, dass sich eine Lösung findet, die den Standort erhält.
Neben der Krankenhaus-Thematik gibt’s noch eine wichtige Meldung vom Kreis Herford selbst: In der Volkshochschule Löhne fand kürzlich eine Infoveranstaltung zum Thema K.O.-Mittel statt. Die Reihe, die der Kreis Herford dort fortgesetzt hat, war mit 24 Anmeldungen komplett ausgebucht – das Interesse von Eltern und Jugendlichen war also riesig.
Referiert haben Dr. Grautoff vom Rettungsdienst Kreis Herford, Natascha Reichstein von der Gleichstellungsstelle sowie Kriminalhauptkommissar Oliver Schmidt von der Kreispolizeibehörde Herford. Die Teilnehmenden bekamen wichtige Tipps mit an die Hand: Das eigene Getränk nie aus den Augen lassen, bei der Zubereitung zusehen und keine Getränke von Fremden annehmen. Auch der Hinweis, bei Dates eine Kontaktaufnahme mit Freunden oder Eltern zu vereinbaren, kam zur Sprache.
Wichtig zu wissen: Bei einem konkreten Verdacht auf K.O.-Mittel zählt laut Kriminalprävention jede Minute – eine schnelle Spurensicherung und medizinische Erstversorgung im Krankenhaus haben dann oberste Priorität. In beiden Herforder Krankenhäusern wird außerdem eine anonyme Spurensicherung angeboten, bei der Betroffene erstmal Ruhe finden können, bevor sie über eine Anzeige entscheiden.
Die Veranstaltung war eine Kooperation aus VHS Löhne, den Fachstellen Prävention und Kinderschutz der Stadt Löhne sowie dem Kreisgesundheitsamt. Seit 2019 koordiniert das Gesundheitsamt gemeinsam mit vielen Partnern die Kampagne „Gemeinsam gegen K.O.-Mittel“. Wer Hilfe braucht oder sich beraten lassen möchte, findet Anlaufstellen bei der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder im Kreis Herford, bei femina vita in Herford oder beim Opferschutz der Kreispolizeibehörde.
Ob Krankenhaus-Zukunft oder Prävention gegen K.O.-Mittel – beide Themen zeigen, wie aktiv sich Menschen und Institutionen im Kreis Herford für ihre Community einsetzen. Während um das Mathilden-Hospital weiter gerungen wird, setzt der Kreis bei der K.O.-Mittel-Prävention schon auf konkrete Aufklärungsarbeit. Bleibt zu hoffen, dass es in beiden Fällen gute Lösungen gibt.
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