Nach Niedrigwasser nehmen Rheinfähren wie die Zonser Fähre wieder Betrieb auf. Doch 68 Ausfalltage und Umsatzeinbußen zeigen: Die Sorgen bleiben groß.
Nach wochenlanger Zwangspause wegen Niedrigwasser kommt wieder Bewegung auf den Rhein. Wie it-boltwise.de berichtet, nimmt die Zonser Fähre zwischen Düsseldorf und Dormagen-Zons ihren Betrieb wieder auf, auch die Verbindung zwischen Bonn-Bad Godesberg und Königswinter startet erneut. Grund für den Neustart sind steigende Pegelstände: Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes meldete für Düsseldorf zuletzt einen Stand von 17 Zentimetern – zwei mehr als am Vortag. Für die Folgetage wurden weitere Zuflüsse aus Süddeutschland erwartet, sodass der Pegel auf bis zu 30 Zentimeter steigen sollte.
Trotz der guten Nachrichten bleibt die Bilanz für die Betreiber bitter. Laut it-boltwise.de musste die Zonser Fähre in diesem Jahr an 68 Tagen komplett stillstehen – deutlich mehr als 2018, als es 46 Ausfalltage gab. Besonders hart traf es den Betrieb, weil die Zwangspausen genau in die Sommermonate fielen, wenn viele Ausflügler und Radfahrer die Fähre für Touren ins mittelalterliche Zons nutzen. Nach Angaben des Unternehmens brach der Umsatz im bisherigen Jahresverlauf um mehr als ein Drittel ein, zeitweise musste sogar Kurzarbeit angemeldet werden.
Auch andere Strecken am Rhein spüren die Folgen des Niedrigwassers deutlich. Die Bislicher Fähre zwischen Wesel und Xanten konnte in diesem Jahr laut it-boltwise.de an mehr als acht Wochen nicht fahren. Weitere Betriebstage sind für dieses Jahr nicht mehr zu erwarten, da die Ausflugsfähre ohnehin zum letzten Oktoberwochenende ihre Saison beendet. Die Verbindung kam demnach nur auf rund 45.000 Passagiere – etwa 20.000 weniger als in einem normalen Jahr.
Für die kommende Saison wollen die Fährbetreiber nicht einfach auf besseres Wetter hoffen. Wie it-boltwise.de berichtet, sind Gespräche mit den zuständigen Behörden geplant, um den Betrieb auch bei niedrigeren Pegeln länger aufrechtzuerhalten. Im Gespräch sind unter anderem technische Anpassungen an den Rampen, damit Fähren auch bei knapperem Wasserstand noch sicher an- und ablegen können.
Wie stark das nötig ist, zeigt der Vergleich der Zahlen: Der aktuelle Pegelanstieg sorgt zwar kurzfristig für Entlastung, löst aber nicht das grundsätzliche Problem. Schon ein einziger trockener Sommer kann den Fährbetrieb über Monate empfindlich stören – mit spürbaren finanziellen Folgen für die Betreiber entlang des Rheins.
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