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Rheinpegel in Düsseldorf: Fast ein Meter, dann geht’s wieder bergab
26. Oktober 2026

Der Rheinpegel in Düsseldorf steigt nach monatelangem Niedrigwasser wieder an und kratzt an der Ein-Meter-Marke.

Der Rhein holt tief Luft

Monatelang war der Rhein in Düsseldorf quasi auf Diät – jetzt legt er ordentlich zu. Nach der langen Niedrigwasserphase steigt der Pegel seit dem Wochenende spürbar an. Am Montagmorgen lag der Wasserstand bei 58 Zentimetern, bis zum Abend sollte er laut Prognose auf rund 84 Zentimeter klettern. Wie t-online berichtet, geht’s damit spürbar bergauf nach den Rekord-Tiefstständen der letzten Monate.

Dienstag wird’s spannend: Fast die Ein-Meter-Marke

Am Dienstag soll der Pegel seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen. Laut der aktuellen Vorhersage des Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice des Bundes (ELWIS) klettert der Wasserstand in der Nacht auf 86 Zentimeter, um 9 Uhr dann auf 95 Zentimeter. Mittags wird’s richtig knapp: Für 13 und 15 Uhr werden jeweils 98 Zentimeter erwartet – nur zwei Zentimeter fehlen dann zur magischen Ein-Meter-Marke. Die Ein-Meter-Marke wird also wohl knapp verfehlt, auch wenn frühere Berechnungen noch von einem höheren Stand ausgingen.

Schon ab Dienstagnachmittag dreht sich der Trend dann wieder: Um 17 Uhr sollen es noch 97 Zentimeter sein, bis 23 Uhr geht’s runter auf 89 Zentimeter.

Und dann? Wieder bergab

Die ELWIS-Daten zeigen für die restliche Woche eine klare Richtung: abwärts. Am Mittwoch sinkt der Pegel laut Abschätzung kontinuierlich von 86 Zentimetern in der Nacht auf 71 Zentimeter am Abend. Donnerstag soll sich der Wasserstand bei 71 Zentimetern einpendeln, und auch für Freitag deutet sich kaum Bewegung an – die Prognose liegt bei 69 bis 70 Zentimetern. Vom vorläufigen Höchststand am Dienstag bis Freitagmorgen würde der Pegel damit um fast 30 Zentimeter zurückgehen. Wichtig dabei: Es handelt sich um Abschätzungen mit größerer Unsicherheit als bei kurzfristigen Vorhersagen, die tatsächlichen Werte können also abweichen.

Was die aktuellen Zahlen einordnen

Damit der aktuelle Anstieg richtig eingeordnet werden kann, lohnt sich ein Blick auf die Eckdaten des Pegels Düsseldorf. Laut ELWIS liegt der niedrigste bekannte Wasserstand bei 23 Zentimetern, gemessen im Oktober 2018. Der mittlere niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre liegt bei 70 Zentimetern – ein Wert, den der Rhein jetzt also gerade wieder erreicht. Der gleichwertige Wasserstand, eine wichtige Bezugsgröße für die Schifffahrt, liegt bei 91 Zentimetern.

Eine lange Durststrecke liegt hinter dem Rhein

Der aktuelle Anstieg kommt nach einer außergewöhnlich zähen Niedrigwasserphase. Bereits im August wurden historische Tiefstände erreicht: Am 12. August lag der Pegel morgens bei nur sieben Zentimetern. Ende September wurde es noch extremer – am 27. September sank der Wasserstand auf minus fünf Zentimeter, ein neuer historischer Tiefstand. Auch Anfang Oktober blieb die Lage angespannt, am 7. Oktober lag der Pegel erneut unter der Nullmarke.

Die Folgen waren überall spürbar: Frachtschiffe konnten wegen der geringen Fahrrinnentiefe nur noch mit deutlich reduzierter Ladung unterwegs sein, was den Gütertransport auf dem Rhein erschwerte. Anfang Oktober saß im Düsseldorfer Hafen sogar ein mit Mercedes-Sprintern beladenes Frachtschiff auf einer Sandbank fest und kam wegen des niedrigen Wasserstands zunächst nicht aus dem Hafenbecken heraus. Auch die Rheinfähren zwischen Kaiserswerth und Meerbusch sowie zwischen Urdenbach und Dormagen-Zons mussten ihren Betrieb wegen des Niedrigwassers zeitweise einstellen.

Entwarnung? Noch nicht ganz

Klar, die gestiegenen Pegel klingen erstmal nach guten Nachrichten für die Schifffahrt. Aber eine vollständige Entwarnung lässt sich daraus noch nicht ableiten. Der angezeigte Pegelstand entspricht nämlich nicht automatisch der tatsächlichen Wassertiefe – für die Schifffahrt zählt vor allem die verfügbare Tiefe der Fahrrinne. Der Rhein in Düsseldorf bleibt also auch nach dem jüngsten Anstieg ein Fall zum Beobachten.

Quellen


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