Landtagswahl NRW 2027 am 25. April: Alle Termine, das neue Wahlalter 16, Briefwahl-Fristen und aktuelle Umfragewerte zu CDU, AfD, SPD und Grünen im Überblick.
Große Sache für NRW: Am Sonntag, 25. April 2027, wählt Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag. Rund 13 Millionen Menschen sind wahlberechtigt und entscheiden mit, wer die nächsten fünf Jahre im Düsseldorfer Landtag sitzt und das Land regiert. Den Termin hat die Landesregierung bereits im Februar 2026 festgelegt, die aktuelle Wahlperiode läuft regulär bis zum 31. Mai 2027. Die NRW-Wahl gilt als größte Landtagswahl in Deutschland und wird traditionell als Stimmungsbarometer für die Bundespolitik gesehen.
Gewählt wird der 19. Landtag von NRW mit regulär 181 Sitzen – durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann das Parlament aber größer werden. Die Abgeordneten beschließen Landesgesetze, verabschieden den Haushalt, kontrollieren die Regierung und wählen am Ende den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin. Den Regierungschef wählt ihr also nicht direkt, das macht der neue Landtag. Aktuell regiert eine Koalition aus CDU und Grünen unter Hendrik Wüst (CDU).
Beim Wahlsystem habt ihr zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählt ihr eine Kandidatin oder einen Kandidaten in eurem Wahlkreis – NRW ist in 128 Wahlkreise eingeteilt. Mit der Zweitstimme wählt ihr die Landesliste einer Partei, und die ist entscheidend für die Sitzverteilung. Eine Partei muss landesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen, um in den Landtag einzuziehen.
Besonders spannend für alle Jüngeren: 2027 gilt das Wahlalter 16 bei der NRW-Landtagswahl zum allerersten Mal. Wahlberechtigt sind alle, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und seit mindestens 16 Tagen vor der Wahl in NRW gemeldet sind. Wer selbst kandidieren will, muss volljährig sein und seit mindestens drei Monaten in NRW wohnen.
Am Wahlsonntag haben die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer lieber von zu Hause wählt, kann ganz ohne Angabe von Gründen Briefwahl beantragen – schriftlich, online per QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung oder persönlich im Wahlbüro. Wichtig: Briefwahlunterlagen könnt ihr regulär bis Freitag, 23. April 2027, 15 Uhr beantragen. Damit der Wahlbrief rechtzeitig ankommt, solltet ihr ihn spätestens bis Donnerstag, 22. April 2027, einwerfen. Wer das verpasst, kann den Wahlbrief noch bis 18 Uhr am Wahltag persönlich bei der Stadt oder Gemeinde abgeben.
Offiziell steht erst Anfang März 2027 fest, wer auf dem Stimmzettel steht, denn Wahlvorschläge müssen bis zum 15. Februar 2027 eingereicht werden. Bei den großen Parteien zeichnen sich die Spitzenkandidaturen aber schon ab: Für die CDU gilt Ministerpräsident Hendrik Wüst als gesetzt, die SPD schickt Fraktionschef Jochen Ott ins Rennen, bei den Grünen steht die Abstimmung über die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur Mitte November 2026 an, und die AfD hat ihre Landesliste mit Martin Vincentz bereits im Juli 2026 gewählt. Bei der Linken führen Alexandra Mehdi und Sebastian Merkens die Landesliste an. FDP und BSW haben ihre Spitzenkandidaten noch nicht benannt.
Wie Antenne NRW berichtet, zeichnet sich schon jetzt ein klarer Trend ab. Laut Daten von wahlergebnisse.io liegt die CDU landesweit bei 29,0 Prozent – ein Minus von 6,7 Punkten gegenüber 2022, aber weiterhin klar stärkste Kraft mit 9 Punkten Vorsprung vor der AfD. Die AfD selbst legt mit 20,0 Prozent satte 14,6 Punkte zu. Auch SPD und Grüne müssen Verluste hinnehmen: Die SPD steht bei 16,3 Prozent (minus 10,4 Punkte), die Grünen ebenfalls bei 16,3 Prozent (minus 1,9 Punkte). Die Linke legt dagegen deutlich zu und kommt auf 8,0 Prozent, während die FDP mit 4,0 Prozent aktuell an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde.
Dieser Trend zeigt sich laut Antenne NRW auch im Wahlkreis 71 rund um Dorsten, Haltern, Marl und Datteln: Die Region gilt eigentlich als CDU-Hochburg, doch der Vorsprung der CDU schmilzt dort deutlich. Rechnet man die aktuellen Umfragewerte in Sitze um, käme die CDU auf 59 von 181 Sitzen, die AfD auf 40, SPD und Grüne auf jeweils 33 und die Linke auf 16. Die amtierende Koalition aus CDU und Grünen hätte mit 92 Sitzen weiterhin eine rechnerische Mehrheit.
Auf dem Stimmzettel dürft ihr höchstens zwei Kreuze setzen, eines in jeder Spalte. Zwei Kreuze in derselben Spalte machen nur diese eine Stimme ungültig, die andere bleibt gültig. Auch ein Wahl-O-Mat wird für 2027 erwartet, er wird üblicherweise rund drei Wochen vor dem Wahltag freigeschaltet.
Bis zur Landtagswahl 2027 ist zwar noch Zeit, aber die Richtung zeichnet sich schon ab: CDU, SPD und Grüne verlieren in den Umfragen an Boden, während die AfD deutlich zulegt. Gleichzeitig dürfen 2027 erstmals auch 16- und 17-Jährige in NRW mitentscheiden. Bis zum Wahltag bleibt also spannend, wie sich die Lage im Land und in den einzelnen Wahlkreisen weiterentwickelt.
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