Ermittlungskommission Hermès überführt zwei Serieneinbrecher in Soest – 13 Taten, 125.000 Euro Beute und ein dritter Täter noch auf der Flucht.
Manchmal braucht’s einfach einen langen Atem – und genau den hat die Kreispolizeibehörde Soest bewiesen. Nach wochenlanger Ermittlungsarbeit sitzen jetzt zwei Serieneinbrecher hinter Gittern, die es in der Region ordentlich krachen ließen.1 Verhaftet wurden ein 22-jähriger Niederländer mit Wohnsitz in Soest und ein 23-jähriger Franzose. Beide befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.1
Der Name der Ermittlungskommission ist kein Zufall: „Hermès“ – angelehnt an die Designer-Handtaschen, die die Bande im August bei einem Einbruch in Wickede (Ruhr) erbeutet hatte. Dieser erste bekannte Coup brachte den Tätern schon eine Beute in Höhe von mehreren zehntausend Euro ein.1 Weil danach immer mehr Einbrüche mit ähnlichem Muster auftauchten und Videoaufnahmen zeigten, dass es sich um dieselbe Gruppe handelte, war klar: Hier ist eine richtige Bande unterwegs.1
Die Handschellen klickten schließlich im Wohngebiet „Am Ardey“ in Soest. Nach einem dritten Bandenmitglied wird aktuell noch international mit Haftbefehl gefahndet – zu Herkunft und Alter macht die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.1
Insgesamt werden der Bande 13 Taten zugeordnet, verteilt auf Möhnesee, Arnsberg, Neheim, Wickede (Ruhr) und Münster. Die Schadenssumme kann sich sehen lassen – und zwar auf die unschöne Art: Mindestens 125.000 Euro an Schmuck, Bargeld und Handtaschen wurden erbeutet, dazu kommt ein geschätzter Sachschaden von 30.000 Euro.1 Immerhin ein kleiner Trost: Die Tatbeute aus einem Einbruch vom vergangenen Montag in Münster konnte sichergestellt werden. Auch die Fahrzeuge und Mobiltelefone der Festgenommenen wurden als Beweismittel beschlagnahmt, DNA-Abgleiche und Spurenauswertung laufen weiter.1
Ob Luxus-Handtaschen oder ganz andere Beute – Diebstahl-Delikte sorgen in NRW immer wieder für Schlagzeilen. Erst kürzlich hatten wir in einem früheren Beitrag über einen Fall berichtet, bei dem zwei Männer beim Schrottklau in Schalksmühle auf frischer Tat erwischt wurden. Auch wenn die Dimensionen komplett unterschiedlich sind, zeigen beide Fälle: Aufmerksame Nachbarn und eine gute Polizeiarbeit machen am Ende den Unterschied.
Der Fall „Hermès“ zeigt mal wieder, wie viel akribische Polizeiarbeit hinter so einem Ermittlungserfolg steckt. Zwei Täter sitzen fest, einer ist weiterhin flüchtig – die Soester Polizei bleibt dran. Bis der dritte Mann gefasst ist, geht die Fahndung weiter.
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