Neue „freie Ecke“ an der Niehler Straße in Köln-Nippes sorgt für bessere Sicht beim Abbiegen aus dem Clouth-Areal.
An der Niehler Straße in Köln-Nippes tut sich was – und zwar direkt an der Einmündung der Seekabelstraße, kurz hinter Clouth-Tor 1. Dort, wo bisher ein Auto parken konnte, stehen jetzt fünf Fahrrad-Abstellbügel. Klingt erstmal unspektakulär, bringt aber laut Angaben der Anwohner-Initiative „LebeVeedel“ ordentlich was: Die sogenannte „freie Ecke“ sorgt dafür, dass alle, die aus dem Clouth-Gelände auf die Niehler Straße abbiegen wollen, endlich besser sehen können, was auf der Straße los ist.
Vorher war das nämlich echt knifflig. Wie Philipp Kahnert von „LebeVeedel“ erklärt, war die Sicht durch parkende Autos stark eingeschränkt – egal ob man mit dem Rad oder dem Auto unterwegs war. Und weil auf der Niehler Straße Tempo 50 gilt, wurde die unübersichtliche Lage schnell richtig riskant.
„LebeVeedel“ ist eine Anwohner-Initiative, die sich schon länger für das Clouth-Areal starkmacht – unter anderem für mehr Grün und eine spürbare Verkehrsberuhigung im Viertel. Nach Angaben der Rundschau Online hatte die Initiative im Juli 2025 sogar eine Petition gestartet, um an dieser Stelle einen Zebrastreifen durchzusetzen. Über 1600 Menschen haben online unterschrieben. Der Hintergrund: Viele Fußgänger queren hier die Niehler Straße, um vom Clouth-Areal aus Richtung Nippeser Zentrum zu kommen. Die nächsten Ampelübergänge liegen aber ein ganzes Stück entfernt, an der Florastraße und der Blücherstraße.
Die Stadtverwaltung hat den Zebrastreifen an dieser Stelle erstmal abgelehnt, unter anderem wegen der Verkehrsstärke und der beiden nahegelegenen Ampelübergänge. Die Bezirksvertretung Nippes hat im September 2025 trotzdem beschlossen, dass entweder ein Zebrastreifen oder eine Querungshilfe mit Mittelinsel kommen soll.
Weil das große Projekt – also Zebrastreifen oder Mittelinsel – offenbar noch dauert, hat die Initiative vor rund vier Monaten einen pragmatischen Zwischenschritt vorgeschlagen: erstmal nur die Ecke freihalten. Und genau das wurde jetzt umgesetzt. Kahnert sieht darin laut Rundschau Online ein gutes Beispiel dafür, wie schnell eine konkrete und gut begründete Idee tatsächlich in die Tat umgesetzt werden kann.
Unterstützung kam dabei nicht nur von den Anwohnern selbst: Auch der Fußverkehrs-Verband „Fuss“, der Runde Tisch Fuß- und Radverkehr der Bezirksvertretung Nippes sowie die städtische Fußverkehrsbeauftragte Britta Buch haben sich für die Lösung starkgemacht. Die Initiative hofft jetzt, dass zusätzlich zur freien Ecke auch noch der Zebrastreifen beziehungsweise die Querungshilfe kommt – und obendrauf eine Parkraumbewirtschaftung für das Veedel.
Das Clouth Quartier, wie das Gelände offiziell heißt, ist ohnehin schon seit Jahren ein Ort im Umbruch. Laut Wikipedia entstand das neue Stadtviertel auf dem Gelände der ehemaligen Clouth Gummiwerke und der Land- und Seekabelwerke. Nach der Stilllegung der Werke 2005 und einem Stadtplaner-Wettbewerb 2009 wurde das Areal saniert, erste Wohnungen wurden Ende 2015 bezogen. Aktuell sind rund 1100 der geplanten 1200 Wohnungen fertiggestellt, dazu kommt Platz für etwa 500 Arbeitsplätze.
Dass sich die Bewohner des Viertels aktiv einbringen, ist dabei kein Einzelfall: Laut Wikipedia hatte eine Bürgereingabe der Initiative „LebeVeedel“ bereits dazu geführt, dass die Bezirksvertretung Nippes Teile eines sogenannten Superblock-Konzepts für das Quartier beschlossen hat – darunter eine stärkere Begrünung des Luftschiffplatzes und eine Bewohnerparkregelung, um den Parkdruck im Viertel zu senken. Die neue freie Ecke an der Niehler Straße reiht sich also ein in eine ganze Serie von kleinen und größeren Verbesserungen, die das Clouth-Areal nach und nach lebenswerter machen sollen.
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