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Cold Case aus NRW: Der Fall Dagmar Knops bei Aktenzeichen XY
2. November 2026

Cold Case aus NRW: Der Fall der 1988 verschwundenen Studentin Dagmar Knops läuft bei Aktenzeichen XY.

Ein Cold Case, der auch nach fast 40 Jahren keine Ruhe lässt

Ein Fall aus NRW sorgt gerade wieder für Aufsehen: Die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach haben die Ermittlungen im Fall Dagmar Knops neu aufgerollt. Die damals 22-jährige Studentin aus Köln verschwand in der Nacht zum 29. März 1988 spurlos – und bis heute fehlt jede Spur von ihr. Am Mittwoch, 4. November, wurde der Fall erneut in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ vorgestellt, präsentiert von Kriminalhauptkommissarin Stefanie Kohnen, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Der letzte Abend von Dagmar Knops

Dagmar Knops studierte in Köln Sozialpädagogik und verbrachte die Semesterferien 1988 bei ihren Eltern in Kempen am Niederrhein. Am Abend des 28. März traf sie sich mit Freunden in der Kneipe „Lichtblick“ an der Tiefstraße 24 in der Kempener Altstadt – das Lokal gibt es heute nicht mehr. Gegen 22.15 Uhr machte sie sich allein auf den Heimweg. Bis zum Elternhaus in der Siegfriedstraße waren es nur rund 350 Meter. Dort ist sie nie angekommen.

Laut BILD trug Dagmar an jenem Abend eine auffällige Fliegerjacke der Marke „Avirex“ mit hellbraunen Lederärmeln und der Aufschrift „Air Force USA“, dazu ein mintfarbenes Sweatshirt, Jeans mit einem Flicken am rechten Knie und Nike-Turnschuhe. Besonders markant: ein kupferner Armreif mit Gravur und eine Silberkette mit einem herzförmigen Schlüsselanhänger, dessen unteres Ende die Zahl 13 bildete. Auch ihre Geldbörse samt Ausweis verschwand mit ihr.

Die Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus

Die Polizei ist überzeugt, dass Dagmar Knops Opfer eines Gewaltverbrechens wurde, auch wenn ihr Leichnam nie gefunden wurde. Mord verjährt nicht, weshalb die Ermittlungsgruppe Cold Case der Polizei Mönchengladbach den Fall immer wieder aufgreift. Schon 2008 war der Fall bei „Aktenzeichen XY“ gezeigt worden, auch damals ohne Erfolg.

Im Mittelpunkt des Interesses steht weiterhin eine Gruppe von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, die in jener Nacht auf einer Bank in der Nähe des „Lichtblick“ gesessen haben soll, als Dagmar die Kneipe verließ. Wer zu dieser Gruppe gehörte, konnte die Polizei bis heute nicht klären.

Zwei mysteriöse Briefe und eine Villa unter Verdacht

Besonders rätselhaft sind zwei anonyme Schreiben aus den Jahren 2005 und 2008. Beide nannten angebliche Orte, an denen Dagmars Leiche abgelegt worden sein soll. 2008 führte ein Hinweis die Ermittler zur „Villa Horten“ in Kempen, wo sie die Tote unter dem Fundament vermuteten. Leichenspürhunde schlugen an, ein Bodenradar zeigte eine Auffälligkeit – doch auch nach weiteren Bohrungen blieb die Suche erfolglos. An beiden genannten Stellen wurde ausführlich gesucht, gefunden wurde nichts. Staatsanwaltschaft und Polizei appellieren dennoch an die Verfasserin oder den Verfasser der Briefe, sich zu melden.

Ein Ermittler betonte laut Kölner Stadt-Anzeiger, dass sich in fast 40 Jahren vieles verändern kann, auch Beziehungen zwischen Menschen. Deshalb könnten auch Hinweise wichtig sein, die zunächst unbedeutend erscheinen.

Aufruf an Zeuginnen und Zeugen

Der Fall Dagmar Knops ist Teil der Öffentlichkeitskampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.“ Für den entscheidenden Hinweis zur Aufklärung sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Wer Angaben machen kann, erreicht die Polizei Mönchengladbach unter der Telefonnummer 02161/290 oder per E-Mail an MK.Knops.Moenchengladbach@polizei.nrw.de.

Ob der erneute Aufruf bei „Aktenzeichen XY“ nach fast 40 Jahren endlich den entscheidenden Hinweis bringt, bleibt offen. Für die Ermittler und die Hinterbliebenen von Dagmar Knops wäre es nach so langer Zeit zumindest eine Chance auf Gewissheit.

Quellen


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