NRW-Städte fordern strengere E-Scooter-Regeln samt Führerschein-Pflicht, nachdem die Unfallzahlen 2025 um rund 50 Prozent gestiegen sind.
E-Scooter sind aus vielen NRW-Städten nicht mehr wegzudenken – aber genau das sorgt jetzt für Ärger. Der Städtetag Nordrhein-Westfalen fordert strengere Vorschriften für die Nutzung der kleinen Flitzer. Wie die Hasepost berichtet, hat sich der Vorstand des Städtetags auf mögliche Regelverschärfungen verständigt. Im Zentrum der Forderungen steht ein sogenannter Kenntnis- und Befähigungsnachweis, den Fahrer künftig erbringen müssten – quasi ein kleiner E-Scooter-Führerschein.
Christian Schuchardt, Geschäftsführer des Städtetags NRW, erklärt laut Hasepost, dass die Situation in den Städten diesen Schritt notwendig mache. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen und schweren Unfällen, bei denen auch Fußgänger und Radfahrer betroffen seien.
Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Fall aus Essen: Im Juli 2025 verunglückte dort ein 39-Jähriger ohne Fremdeinwirkung mit einem E-Scooter und erlag später seinen Verletzungen. Auch die Unfallstatistik gibt den Städten recht. Laut Hasepost verunglückten 2025 rund 3.900 Menschen in NRW mit E-Scootern – ein Plus von etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kein anderer Verkehrsbereich verzeichnete einen so starken Anstieg. Betroffen waren dabei auch Kinder unter 14 Jahren, die eigentlich gar keine E-Scooter fahren dürfen.
Neben dem Kenntnisnachweis bringt der Städtetag NRW weitere Maßnahmen ins Spiel. Vor der ersten Fahrt mit einem Mietroller soll künftig eine verbindliche digitale Sicherheitseinweisung Pflicht werden, zum Beispiel direkt über die App der Anbieter. Auch automatische Geschwindigkeitsbegrenzungen in belebten Fußgängerzonen stehen auf der Wunschliste – einige Städte setzen solche Tempolimits bereits um.
Ein zweites großes Thema ist das wilde Abstellen der Roller mitten auf Gehwegen. Die Kommunen wollen mehr Einfluss darauf bekommen, wie gewerbliche Anbieter vor Ort agieren dürfen. Dazu zählen klare Regeln für feste Abstellflächen sowie eine Begrenzung der Gesamtzahl an E-Scootern pro Stadt.
Unterstützung bekommen die Städte von NRW-Innenminister Herbert Reul. Wie Hasepost berichtet, stellte der CDU-Politiker bei der Vorstellung der jüngsten Verkehrsunfallbilanz mehrere besorgniserregende Entwicklungen heraus: alkoholisiertes Fahren, die Mitnahme mehrerer Personen auf einem Roller sowie die Missachtung elementarer Verkehrsregeln.
Ob und wann die geforderten Regeln tatsächlich kommen, ist noch offen. Klar ist aber: Der Druck auf Politik und Anbieter wächst, und das Thema E-Scooter-Sicherheit dürfte NRW in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.
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