Taxi-Ruf Köln fordert Mindestpreise für Uber & Bolt. Mindestentgelte im Preiskampf, Tariferhöhung, Hintergründe & Ausblick für NRW.
Das Taxi-Gewerbe in Köln sieht sich einem starken Preiswettbewerb mit Vermittlungsplattformen wie Uber und Bolt ausgesetzt. Während eine Erhöhung der Taxi-Tarife im Raum steht, spricht sich die Genossenschaft Taxi-Ruf Köln gegen eine Anhebung aus und fordert stattdessen Mindestentgelte für Mietwagenanbieter.
Die Stadt Köln prüft aktuell eine zweistufige Anhebung der Taxi-Tarife, wodurch Taxifahrten ab Juni 2026 spürbar teurer würden. Gleichzeitig warnt die Taxi-Genossenschaft vor ruinösen Kampfpreisen der Vermittlungsplattformen und fordert, ein Mindestbeförderungsentgelt für Mietwagen wie Uber und Bolt nach dem Vorbild anderer Städte einzuführen.
Zum 1. Juni 2026 soll der Kilometerpreis für die ersten sieben Kilometer bei Taxen von derzeit 2,60 Euro auf 2,90 Euro steigen. Weitere Anpassungen, darunter eine höhere Wartezeitgebühr und Zuschläge für Großraumfahrzeuge, sind ebenfalls geplant. Eine weitere Erhöhung (Grundgebühr auf 5 Euro, Kilometerpreis auf 3 Euro) folgt im März 2027. Die Taxi-Ruf Köln Genossenschaft, die rund 90 Prozent des Gewerbes vertritt, lehnt die Erhöhung ab. 83 Prozent ihrer Mitglieder stimmten dagegen. Sie sieht durch höhere Taxipreise das eigene Gewerbe im Nachteil, da Mietwagenanbieter die Tarife bisher um bis zu 40 bis 50 Prozent unterbieten dürfen. Rundschau Online
Taxen sind im Gegensatz zu Mietwagen als Teil des öffentlichen Personenahverkehrs zu festen Tarifen und mit Beförderungspflicht unterwegs. Die Stadt Köln hat nach längerer Diskussion erklärt, bald eine Allgemeinverfügung für Mindestpreise bei Mietwagen erlassen zu wollen. In Essen gilt bereits seit 1. Januar 2026 eine solche Regelung. Rundschau Online
Die Einführung von Mindestpreisen ist in Nordrhein-Westfalen ein aktuelles Thema, weil das klassische Taxi-Gewerbe vielerorts unter niedrigen Preisen der Mobilitätsplattformen leidet. Vertreter von Uber und dem Bundesverband „wirfahren“ sehen die Problematik weniger kritisch. Sie führen an, das Mietwagengeschäft arbeite wirtschaftlich tragfähig und ermögliche – bei hoher Nachfrage – auch Preise über dem Taxitarif. Strukturprobleme der Branche könnten nicht allein auf die Konkurrenz durch Mietwagen-Apps zurückgeführt werden. Die rechtliche Zulässigkeit von Mindestpreisen wird zudem hinterfragt. Rundschau Online
Der Stadtrat in Köln entscheidet am 19. März über die anstehenden Tarifänderungen. Dabei dürfte eine Zustimmung zu höheren Taxi-Tarifen an die gleichzeitige Einführung von Mindestpreisen für Mietwagen geknüpft sein. Das Thema könnte für die Zukunft der Taxibranche und die Mobilität in Großstädten wegweisend sein. Rundschau Online
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