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NRW-Statistik zeigt: Kaum Fortschritte bei schulischer Inklusion
5. März 2026

NRW-Statistik zeigt: Fortschritte bei schulischer Inklusion bleiben aus. Mehr Sonderschüler statt echter Inklusion.

Worum es geht

Die aktuelle Statistik zur schulischen Inklusion in Nordrhein-Westfalen zieht ein ernüchterndes Fazit: Trotz politischem Willen blieb der Fortschritt in den letzten Jahren aus. Besonders auffällig ist, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen statt zu sinken weiter gestiegen ist, was Zweifel an der Wirksamkeit der Inklusionsbemühungen aufwirft.

Die wichtigsten Fakten

Laut einer Analyse auf Grundlage der Zahlen von 2009 bis 2017/18 ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ seit 2009 um 19 Prozent gestiegen. Wenn man diese Gruppe auch in der sogenannten Inklusion mitzählt, gibt es heute in NRW rund 30 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung als zuvor. Im Förderschwerpunkt „Emotionale Entwicklung“ ist die bereinigte Zahl sogar um 86 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen ist die Schülerzahl der Sonderschulen nur um etwa 10.000 zurückgegangen. Im Rahmen der Inklusion werden überwiegend Kinder und Jugendliche „inkludiert“, die vorher schon sonderpädagogisch gefördert wurden. Allerdings gelten sie nun offiziell als förderbedürftig. So wurden etwa 30.000 Schüler zusätzlich als förderbedürftig etikettiert – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Hintergrund

Die umfassende Auswertung von Professor Helen Knauf und Dr. Marcus Knauf nutzt eine Sonderauswertung der Bertelsmann-Studie und bereinigt die Zahlen um demographische Effekte, weil die Gesamtschülerzahl in NRW im Betrachtungszeitraum gesunken ist. So sollten die Werte vergleichbar und aussagekräftig gehalten werden. Die Forscher kritisieren eine statistische Aufblähung der Inklusionsquote durch vermehrte Feststellungen von sonderpädagogischem Förderbedarf bei Kindern in allgemeinen Schulen, ohne dass tatsächlich mehr Kinder die Regelschulen besuchen können.

Einordnung für NRW

Die Ergebnisse zeigen, dass die Bemühungen der Landesregierung für tatsächliche Inklusion kaum sichtbare Verbesserungen gebracht haben. Trotz vieler politischer Initiativen sind Sonderschulen in nahezu allen Förderschwerpunkten besser besucht als zuvor. Die öffentliche Wahrnehmung, die häufig von angeblich stark gestiegenen Belastungen an Regelschulen durch Inklusion spricht, steht somit auf wackliger statistischer Grundlage.

Ausblick

Die Zahlen machen deutlich, dass ein Umdenken in der öffentlichen Diskussion über Inklusion und Förderbedarf notwendig ist. Zukünftige Initiativen müssten stärker darauf abzielen, echte Inklusion in Regelschulen umzusetzen, statt lediglich auf statistische Verschiebungen zu setzen oder neue Förderschulen einzurichten. Mittendrin e.V.

Quellen

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