Wie krisenanfällig sehen Beschäftigte ihr Unternehmen 2026? Daten und Fakten zur Krisenresilienz in deutschen Betrieben.
Globale Krisen wie Ölpreisschocks und Cyberangriffe setzen die Wirtschaft zunehmend unter Druck. Viele Beschäftigte in Deutschland sehen ihre Unternehmen für Krisen nicht ausreichend gewappnet. Eine aktuelle Forsa-Umfrage beleuchtet, wie Beschäftigte die Resilienz ihres Betriebs einschätzen.
Mehr als 2000 Beschäftigte, darunter über 500 Führungskräfte, wurden befragt. Nur etwa ein Drittel sieht das eigene Unternehmen bei Lieferkettenstörungen, Gewaltereignissen oder Stromausfällen gut gewappnet. Am besten vorbereitet fühlen sich die Befragten bei Pandemien (64 Prozent) sowie bei Bränden und Explosionen (fast zwei von drei). Für Cyberangriffe halten immerhin 52 Prozent ihren Betrieb für sicher. Nur Minderheiten sehen gute Vorbereitung auf Beeinträchtigungen der Lieferketten (38 Prozent), Naturkatastrophen (30 Prozent) oder tagelange Stromausfälle (28 Prozent). Besonders kleinere Unternehmen sind oft schlechter vorbereitet.
Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle sank zuletzt erneut auf 731.000. Vor 30 Jahren waren es noch mehr als 1,6 Millionen. Verantwortlich gemacht werden bessere Vorbeugung, etwa durch Brandschutzübungen oder Krisenpläne. Der Wandel zeigt sich aber auch an neuen Herausforderungen: Die zunehmende Bedeutung von Cyberangriffen, gestörten Lieferketten und globalen Unsicherheiten verlangt Anpassungen bei Präventions- und Notfallstrategien.
Auch Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sehen sich mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert. Die allgemeine Abhängigkeit von internationalen Lieferketten und die Gefahr digitaler Angriffe sind für den Wirtschaftsstandort NRW besonders relevant. Auch dort profitieren Unternehmen von besseren Präventionsmaßnahmen, bleiben aber – vor allem in der Fläche und bei kleineren Betrieben – oft anfällig.
Laut Umfrage fühlt sich jede und jeder Zweite durch häufige Störungen, hohe Arbeitsintensität und unklare Zuständigkeiten am Arbeitsplatz belastet. Es fehlt häufig an sozialem Austausch, Unterstützung und Anerkennung. Zwei Drittel der Beschäftigten befürchten eine steigende psychische Belastung, fast jeder Zweite sorgt sich um den Fachkräftemangel und Auswirkungen des demografischen Wandels.
Die Beschäftigten erwarten, dass Risiken – vor allem durch Cyberangriffe (45 Prozent) und Stromausfälle (20 Prozent) – weiter zunehmen. Im Baugewerbe werden wachsende klimabedingte Gefahren gesehen, in Finanz- und Versicherungsbranchen Risiken durch Künstliche Intelligenz. Fachleute wie Stephan Fasshauer von der Unfallversicherung mahnen, dass Krisenresilienz weiter an Bedeutung gewinnt und Unternehmen ihre Notfallpläne regelmäßig überprüfen und trainieren sollten.
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