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Mädchen sieben Jahre eingesperrt: Prozessauftakt in Siegen
4. Mai 2026

Mädchen sieben Jahre in Attendorn eingesperrt: Prozess gegen Mutter und Großeltern am Landgericht Siegen gestartet.

Ein achtjähriges Mädchen wurde im September 2022 aus einem Haus in Attendorn befreit, nachdem es dort sieben Jahre isoliert gelebt hatte. Am 7. Januar 2026 begann der Prozess vor dem Landgericht Siegen gegen die Mutter und die Großeltern des Kindes.

Worum es geht

Die Mutter steht im Verdacht, ihre Tochter zwischen Sommer 2015 und September 2022 in einem Haus in Attendorn eingesperrt zu haben. Das Kind hatte keinen Außenkontakt, besuchte keine Schule, wurde nie ärztlich untersucht oder durfte mit anderen Kindern spielen. Die Staatsanwaltschaft hat der Mutter Freiheitsberaubung, Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung vorgeworfen. Die Großeltern sind wegen Beihilfe angeklagt (Radio Siegen).

Die wichtigsten Fakten

Das Mädchen wurde im Alter von acht Jahren von der Polizei befreit. Die Ermittlungen ergaben, dass es seit dem Sommer 2015 völlig isoliert im Haus der Großeltern lebte. Ein Kontakt zur Außenwelt bestand nicht. Die Isolation führte zu erheblichen Entwicklungsverzögerungen, unter anderem hatte das Kind Schwierigkeiten beim Treppensteigen. Die körperlichen Beeinträchtigungen besserten sich nach der Befreiung, aber das Mädchen ist weiterhin von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Hintergrund

Über die genauen Motive der Mutter und Großeltern ist bislang nichts bekannt. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Mutter den Kontakt des Kindes zum Vater verhindern wollte und deshalb vorgab, mit ihrer Tochter nach Italien auszuwandern. Seit Sommer 2015 gab es keine Meldung über das Kind nach außen.

Einordnung für NRW

Der Fall sorgte auch jenseits von Attendorn für großes Aufsehen. Besonders kritisch wird in NRW das Verhalten des Jugendamtes betrachtet: Gegen eine Jugendamtsmitarbeiterin läuft ein separates Verfahren, da ab 2020 Hinweise auf die Situation des Kindes vorlagen, denen aber offenbar nicht rechtzeitig nachgegangen wurde.

Ausblick

Der Prozess umfasst zehn Verhandlungstage. Ein Urteil wird für den 19. Februar 2026 erwartet. Parallel könnten neue Erkenntnisse zum Ablauf und zu den Verantwortlichkeiten bei Behörden während des Verfahrens gewonnen werden, was entscheidende Veränderungen für die Jugendhilfe im Land nach sich ziehen könnte.

Quellen

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