Freispruch im Drogen-Prozess: Keine Beweise für Cannabis-Plantage am Niederrhein. Alle Fakten zum Fall.
Vor dem Landgericht Mönchengladbach endete ein spektakulärer Drogen-Prozess um zwei mutmaßliche Geldgeber gewaltiger Cannabis-Anlagen mit einem überraschenden Freispruch. Die beiden niederländischen Staatsbürger galten als mutmaßliche Finanziers hinter Plantagen mit rund 8.000 Pflanzen – doch das Gericht sah keinerlei objektive Beweise für ihre Beteiligung.
Im Jahr 2022 wurden am Niederrhein zwei große Cannabis-Plantagen ausgehoben. Die Ermittlungen gingen von mindestens 520 Kilogramm produziertem Cannabis in nur zwei Jahren und einem geschätzten Drogenwert von 672.000 Euro aus. Während der Hauptverantwortliche und fünf Komplizen bereits zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, standen zwei Männer weiter unter Verdacht, als Investoren hinter dem Drogen-Geschäft zu stehen.
EXPRESS
Die Anklage gegen die beiden Verdächtigen stützte sich laut Informationen der dpa im Wesentlichen auf Aussagen eines bereits verurteilten Mittäters. Weitere belastbare Beweise gegen die beiden Männer lagen nicht vor. Bereits zum Prozessauftakt beantragte die Staatsanwaltschaft daher deren Freilassung. Das Gericht folgte diesem Antrag mit Verweis auf fehlende objektive Nachweise.
Die Dimensionen des Falls sorgten für großes Aufsehen: An den Standorten in Mönchengladbach und Nettetal wurden tausende Pflanzen sichergestellt. Nach Meinung der Ermittler wurde über einen Zeitraum von weniger als zwei Jahren sehr professionell operiert. Die bereits verurteilten Bandenmitglieder fielen mit hohen Haftstrafen auf.
Der Fall unterstreicht, dass Behörden und Gerichte auch bei Großverfahren auf ausreichende und objektive Beweise angewiesen sind – selbst wenn die Ausmaße organisierter Kriminalität gewaltig sind. Für NRW setzt der Freispruch ein klares Signal: Ohne gesicherte Beweise können auch in aufsehenerregenden Fällen keine Urteile gegenüber Beschuldigten gesprochen werden.
ANTENNE NRW
Für die beiden nun freigesprochenen Männer bleibt der Prozess ohne weitere rechtliche Folgen. Der Fall macht deutlich, wie entscheidend objektive Beweislage bei der Strafverfolgung – insbesondere in komplexen Drogenverfahren – ist. Nach diesem Freispruch bleibt abzuwarten, ob neue Ermittlungsansätze entstehen oder der Fall damit endgültig abgeschlossen ist.
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