Prozess gegen Krefeld-Brandstifter: Amoktat, Polizei-Einsatz und Folgen – alle Details und Hintergründe im Überblick.
Im Oktober sorgte eine Serie von Brandstiftungen in Krefeld für Entsetzen: Ein 38-jähriger Iraner steht nun vor dem Landgericht Krefeld. Die Polizei konnte ihn beim Versuch, ein Feuer im Foyer eines Kino-Komplexes am Hauptbahnhof zu legen, mit Schüssen stoppen. Bereits im Vorfeld hatte es mehrere Brände in Krefeld gegeben, was einen Großeinsatz der Rettungskräfte und ein rasches Eingreifen der Polizei nötig machte (n-tv.de).
Der Angeklagte ist ein 38-jähriger Iraner, dem von der Staatsanwaltschaft unter anderem versuchte besonders schwere Brandstiftung, vollendete schwere Brandstiftung, einfache Brandstiftung sowie Bedrohung und Beleidigung vorgeworfen werden. Bei seinen Taten nahm er die Verletzung von etwa 150 Besucherinnen und Besuchern sowie Angestellten in Kauf. Die Polizei stoppte ihn schließlich mit gezielten Schüssen, um einen Großbrand zu verhindern.
Der Mann ist für das Landgericht Krefeld kein Unbekannter: Bereits 2010 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Vergewaltigung und Störung des öffentlichen Friedens zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung 2014 lebte er jahrelang unauffällig, tauchte aber im April 2024 erneut in Krefeld auf. Behörden kennen ihn unter 27 Alias-Namen, und auch in Frankreich wurden mehrere Haftstrafen gegen ihn verhängt.
Wenige Stunden vor der Brandserie hatte die Krefelder Polizei den Angeklagten, der als Risikoperson eingestuft war, zu einem Präventivgespräch eingeladen. Mehrere Versuche, ihn abzuschieben, scheiterten daran, dass der Iran auf eine freiwillige Rückkehrerklärung bestand, die er nicht unterschrieb. Nach seiner Festnahme bedrohte und beleidigte der Mann, laut Anklage, die Justizvollzugsbeamten im Krankenhaus in drastischer Form.
Die Brandserie hatte nicht nur für Krefeld, sondern auch für das Land NRW Signalwirkung. Das Vorgehen der Behörden, insbesondere die rapide Gefahreneinschätzung und das Einschreiten der Polizei im Kino, stehen beispielhaft für die Handlungsfähigkeit bei schweren Straftaten. Die Aufnahme des Beschuldigten in ein spezielles Risikopersonen-Programm unterstreicht die Bedeutung von Präventionsarbeit auch in NRW.
Mit fünf angesetzten Verhandlungstagen ist der Prozess in Krefeld von besonderem öffentlichen Interesse. Der Verteidiger des Angeklagten hat bislang eine Einlassung angekündigt, die allerdings erst nach dem ersten Verhandlungstag erfolgen soll. Das Verfahren könnte maßgeblich für den Umgang mit hochgefährlichen Mehrfachtätern in NRW werden und politische Diskussionen über Abschiebungsregelungen weiter anfachen.
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