Tötung von Waschbärbabys in NRW: Deutscher Tierschutzbund kritisiert Vorgehen und fordert tiergerechte Alternativen.
Vor wenigen Tagen wurden in Solingen vier Waschbärbabys von der Feuerwehr von einem Dach gerettet und im Anschluss getötet. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert dieses Vorgehen scharf und widerspricht Aussagen, wonach eine EU-Verordnung die Tötung vorgeschrieben habe. Deutscher Tierschutzbund.
Nach Medienberichten wurde die Tötung der Jungtiere mit einer EU-Verordnung begründet. Der Deutsche Tierschutzbund stellt klar, dass die Verordnung keine generelle Tötung von Waschbären vorschreibt. Vielmehr sieht sie auch nicht-tödliche Maßnahmen vor. Es wäre möglich gewesen, die Tiere in geeigneten Einrichtungen wie Auffangstationen oder Zoos unterzubringen.
Waschbären gelten als invasive gebietsfremde Art und dürfen laut EU-Verordnung Nr. 1143/2014 nicht vorsätzlich in die Umwelt freigesetzt werden. Eine dauerhafte Haltung, auch unter Verschluss, ist außerhalb von Ausnahmen wie Auffangstationen oder Zoos nicht erlaubt. Allerdings schreibt die Verordnung keine generelle Tötung vor, sondern erlaubt ausdrücklich auch nicht-tödliche Maßnahmen.
Paulina Kuhn, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund, widerspricht dem Landesjagdverband NRW deutlich: Die Behauptung, dass die Tötung rechtlich vorgeschrieben sei, sei falsch. Peer Fiesel, Präsident des Landestierschutzverbands NRW, bezeichnet die Tötung als inakzeptabel und verweist auf bessere Alternativen wie die Zusammenarbeit mit Auffangstationen oder Sterilisationsprogramme.
In NRW arbeiten Tierschutzorganisationen länderübergreifend mit fachkundigen Auffangstationen zusammen. Dies zeigt: Es gab Alternativen zur Tötung der geretteten Waschbärbabys. Zudem gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Waschbären den Rückgang heimischer Arten maßgeblich verursachen.
Die Debatte um den Umgang mit Waschbären dürfte in NRW weitergehen. Tierschutzverbände fordern ein Umdenken bei der Behandlung invasiver Arten und setzen sich für tiergerechte Alternativen wie Auffangstationen oder Sterilisationsprogramme ein.
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