Aggressives Betteln in Köln: Die FDP/KSG-Fraktion will Verbotszonen per App kontrollieren und Rodenkirchen vor Problemverlagerungen schützen.
Stell dir vor, du sitzt entspannt bei deinem Lieblingsitaliener in Rodenkirchen, die Pasta dampft, die Sonne scheint – und plötzlich greift jemand einfach nach deinem Teller. Klingt unvorstellbar? Kölner Gastronomen berichten genau davon seit Jahren. Aggressives Betteln in der Außengastronomie ist ein echtes Problem, das jetzt endlich konkreter angegangen werden soll. Die FDP/KSG-Fraktion macht Druck – und hat dabei auch die Außenbezirke fest im Blick.1
Die Diskussion um Bettelverbotszonen in Köln dreht sich bisher vor allem um die Innenstadt. Doch Torsten Ilg, Co-Fraktionsvorsitzender der FDP/KSG-Fraktion in der Bezirksvertretung Rodenkirchen, schlägt Alarm: Wenn neue Verbotszonen in der City entstehen, könnten Problemverlagerungen in die Veedel die Folge sein – und das will er verhindern.1
Sein Appell ist klar: „Wenn in der Innenstadt neue Verbotszonen geschaffen werden, dürfen Rodenkirchen und andere Veedel nicht zum Ausweichort für aggressives Betteln werden. Wenn es einen besonderen Schutz der Gäste in der Außengastronomie geben soll, dann muss dieser für das gesamte Stadtgebiet gelten.“1
In Dortmund plant man übrigens bereits eine 5-Meter-Verbotszone vor Gaststätten. Köln könnte hier nachziehen – aber das allein reicht nicht. Denn was bringt eine Regel, die niemand kontrolliert?
Hier kommt der spannende Teil ins Spiel: Ilg schlägt vor, die bestehende Kölner Plattform „Sag’s uns Köln“ um eine nicht öffentliche Meldefunktion zu erweitern. Gastronomiebetriebe und Läden könnten damit aggressives Betteln oder vergleichbare Vorfälle direkt, standortgenau und in Echtzeit an den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) melden.1
Das Vorbild kommt aus Großbritannien – das sogenannte Northampton-Modell macht genau das schon längst möglich. Ilgs Frage ist berechtigt: „Warum ist das bislang nicht möglich?“ Mit einer digitalen Direktmeldung könnte der KOD schneller reagieren, die Sicherheit steigen und die Außengastronomie in den Kölner Veedeln gestärkt werden.1
Bevor Missverständnisse entstehen – und das ist wirklich wichtig: Die KSG macht deutlich, dass sich die Initiative ausschließlich gegen aggressives Betteln und gezielte Belästigungen richtet. Menschen in sozialen Notlagen sollen weiterhin Unterstützung bekommen und nicht kriminalisiert werden. Es geht um den Schutz von Gästen und Gastronomen – nicht darum, Bedürftige aus dem Stadtbild zu verdrängen.1
Köln zeigt mal wieder, dass moderne Probleme moderne Antworten brauchen. Die Idee, eine bereits bestehende App smarter zu machen und damit den Kommunalen Ordnungsdienst schneller auf den Plan zu rufen, klingt pragmatisch und umsetzbar. Ob und wann die Stadt das tatsächlich realisiert, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Wer in Rodenkirchen oder einem anderen Kölner Veedel entspannt draußen essen will, verdient genau diesen Schutz – überall in der Stadt, nicht nur in der Innenstadt.1
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