Foto wurde mit
KI generiert
Jugendämter zahlen für Privatschule in Willich – WDR deckt fragwürdige Förderung auf
13. Juli 2026

Jugendämter in NRW zahlen für eine Privatschule in Willich – doch WDR-Recherchen zeigen Zweifel an der Qualität und Vorwürfe zu Tricksereien bei Prüfungen.

Ein Schlösschen, viele Fragen

Stell dir vor: Ein idyllisches gelbes Schlösschen, mitten in einem Park, auf einem alten Rittergut – edel, fast schon herrschaftlich. Klingt nach dem perfekten Lernort, oder? Die Privatschule Carpe Diem in Willich macht genau diesen Eindruck. Doch hinter der schönen Fassade gibt es laut WDR-Recherchen einige ziemlich handfeste Probleme.1

Wer das nötige Kleingeld hat, schickt seine Kinder einfach dort hin – Internat inklusive. Wer es sich nicht leisten kann? Für den springt unter Umständen das Jugendamt ein. Und genau da fangen die Fragen an.

Wenn das Jugendamt die Schulgebühren übernimmt

Kinder, die besondere Förderung brauchen, landen manchmal über das Jugendamt an Schulen wie dieser. Das ist grundsätzlich kein Problem – im Gegenteil, solche Unterstützung kann für betroffene Familien enorm wichtig sein. Doch laut den WDR-Recherchen gibt es ernsthafte Zweifel daran, ob die Qualität der Schule tatsächlich dem entspricht, wofür Jugendämter hier bezahlen.1

Die Schule verdient demnach viel Geld mit genau diesen Kindern – also mit denen, die auf besondere Unterstützung angewiesen sind. Das wirft natürlich die Frage auf: Kommt das Geld wirklich bei den Kindern an?

Trickserei bei Prüfungen?

Besonders brisant: Bei Prüfungen soll laut WDR-Recherchen getrickst worden sein.1 Das ist ein schwerer Vorwurf – gerade wenn es um Kinder geht, die ohnehin schon mit besonderen Herausforderungen kämpfen und auf eine solide Ausbildung angewiesen sind.

Wenn der Verdacht stimmt, wäre das nicht nur ein Vertrauensbruch gegenüber den Familien, sondern auch gegenüber den Jugendämtern, die öffentliche Gelder einsetzen, um diesen Kindern eine Chance zu geben.

Was das für Familien in NRW bedeutet

Für Eltern in Nordrhein-Westfalen, deren Kinder besondere Förderung brauchen, ist das eine beunruhigende Nachricht. Jugendämter treffen Entscheidungen, die das Leben von Kindern und Familien direkt beeinflussen – und sie verlassen sich dabei auf die Angaben und die Qualität der Einrichtungen, die sie finanzieren.

Die WDR-Recherche zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen – auch wenn ein Ort noch so einladend aussieht. Ein hübsches Schlösschen im Park ist eben kein Qualitätsmerkmal.

Augen auf bei der Einrichtungswahl

Falls du oder jemand aus deinem Umfeld gerade auf der Suche nach einer geeigneten Fördereinrichtung für ein Kind ist: Lass dich nicht nur vom ersten Eindruck leiten. Frag nach Qualitätsnachweisen, sprich mit anderen Eltern und vertrau darauf, dass Jugendämter und Behörden solche Einrichtungen kritisch unter die Lupe nehmen – genau wie der WDR es hier getan hat.1

Wir bei Antenne NRW behalten das Thema für euch im Blick – denn solche Geschichten aus NRW gehen uns alle an.

Quellen

  1. WDR/Tagesschau: Jugendämter bezahlen für Privatschule in Willich


Stimmen aus NRW
  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
     
    bezugnehmend auf die Berichterstattung des WDR vom 12.7.2026 wenden wir uns an Sie, um als Familie Stellung zu beziehen. Den Beitrag können wir so nicht stehen lassen.


    Wir schreiben als Eltern, unsere Kinder besuchen seit der 5. Klasse die Carpe Diem und befinden sich inzwischen in der 8. Klasse. 


    Selbstverständlich müssen kritische Stimmen gehört werden. Ebenso selbstverständlich sollten diese sorgfältig geprüft und in einen ausgewogenen Gesamtkontext eingeordnet werden. Genau das vermissen wir in der Darstellung des WDR.
    Aus unserer Sicht entsteht ein Bild, das den Erfahrungen vieler Familien, die die Carpe Diem tagtäglich erleben, nicht gerecht wird.



    Familien wie unsere kämpfen oftmals ihr Leben lang. Sie kämpfen darum, dass ihre Kinder gesehen werden. Sie kämpfen um Verständnis, um Teilhabe, um faire Chancen und darum, dass ihre Kinder nicht ständig an einem System scheitern, das für ihre Bedürfnisse nicht ausgelegt ist.



    Unsere Söhne haben lange und schwierige Wege hinter sich. Sie mussten viele Herausforderungen bewältigen und Erfahrungen machen, die kein Kind machen sollte. Umso dankbarer sind wir, dass sie mit der Carpe Diem einen Ort gefunden haben, an dem sie angenommen werden, wie sie sind.
    Einen Ort, an dem ihre Stärken gesehen werden und nicht ausschließlich ihre Schwierigkeiten.



    Was uns besonders bewegt:
    Wir sprechen hier nicht über irgendeine Schule. Wir sprechen über Schülerinnen und Schüler, die häufig bereits Ausgrenzung, Überforderung, Misserfolge oder Mobbing erlebt haben.
    Junge Menschen, die oft jahrelang das Gefühl hatten, nicht dazuzugehören. Die lernen mussten, sich anzupassen, nur um nicht aufzufallen.



    Unsere Söhne gehören zu diesen Kindern.

    

Ohne die Unterstützung, die sie heute erhalten, wären zwei hochintelligente und empathische junge Menschen möglicherweise nie in die Lage gekommen, ihr Potenzial zu entfalten und einen Schulabschluss anzustreben.

    Für Familien wie unsere ist die Carpe Diem kein Luxus und keine bequeme Alternative.
    Sie eröffnet Kindern Chancen und gibt ihnen das Vertrauen zurück, wieder an sich selbst glauben zu können. 
    Möglich wird dies nur durch die vielen Mitarbeiter, Pädagogen und Lehrkräfte, die sich tagtäglich mit großem Engagement für diese Kinder einsetzen, sie auffangen, stärken und ihnen das Gefühl geben, gesehen und wertgeschätzt zu werden.

    Gerade deshalb empfinden wir die aktuelle Berichterstattung als so problematisch. Denn sie betrifft nicht nur eine Schule. Sie betrifft auch die Familien und Kinder, die auf solche Angebote angewiesen sind und dort oft erstmals einen Platz gefunden haben, an dem sie verstanden werden.



    Natürlich gibt es Eltern, Schülerinnen und Schüler oder ehemalige Mitarbeitende, die negative Erfahrungen gemacht haben. Diese wird es an jeder Schule geben. Jedoch hätten wir uns gewünscht, dass bei einem so sensiblen Thema zunächst alle Perspektiven umfassend beleuchtet werden.



    Nicht vergessen werden dürfen aber die vielen positiven Resonanzen.
    Wer über eine Schule berichtet, die für zahlreiche Familien zu einem wichtigen Anker geworden ist, trägt eine besondere Verantwortung.

    

Es sollte unser gemeinsames Ziel sein, daran zu arbeiten, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen bessere Chancen erhalten und echte Teilhabe erleben können.
    Was diesen Kindern nicht hilft, ist ein Bericht, der aus unserer Sicht einseitig wirkt und dadurch eine Schule in Verruf bringt, die für viele Familien Hoffnung, Stabilität und Perspektive bedeutet.



    Vertrauen entsteht über Jahre.
    Es kann jedoch innerhalb kürzester Zeit erschüttert werden.



    Deshalb war es uns wichtig, öffentlich mitzuteilen, dass wir als Eltern voll und ganz hinter der Carpe Diem stehen.
    Unsere Erfahrungen stehen in deutlichem Widerspruch zu dem Bild, das in diesem Beitrag vermittelt wird.


    Wir stehen gerne auch persönlich für ein Statement zur Verfügung
     
     
    Andrea S. und Katrin Z.

  2. Wir sind von der Carpe Diem mehr als „herzlich,,aufgenommen worden. Nachdem man uns zuvor keine Möglichkeit gegeben hatte, unser Kind an einer akzeptablen Schule anzumelden, waren wir verzweifelt. In Krefeld gibt es eine Gesamtschule, an der wir dreimal abgewiesen wurden – ohne einen nachvollziehbaren Grund.

    Umso größer ist unsere Dankbarkeit für die Aufnahme an der Carpe Diem, für die gelebte Akzeptanz und dafür, dass unser Kind und wir so sein dürfen, wie wir sind, ohne uns von vom Regelschulsystem unterdrücken lassen zu müssen. Es tut so gut zu erleben, dass an der Carpe Diem so viele wunderbare, individuelle Persönlichkeiten gesehen werden und niemand fallengelassen wird, nur weil es zu anstrengend sein könnte, sich wirklich auf einen persönlichen Charakter einzulassen.

    Wir fühlen uns dort endlich angekommen und von Herzen respektiert. 🙏🏻

  3. Ich bin regelrecht schockiert über diese Berichterstattung des WDR. Alleine diese reißerische Überschrift und der Anfang“ Ein Schlösschen im Grünen…“ mutet eher einer Schlagzeile der Klatschpresse an, als einer Recherche eines seriösen Senders.
    Meiner Meinung nach, rechnet eine frustrierte Mutter mit einer Schule ab. Eine Garantie, wenn man viel Geld zahlt, gibt es nicht , dass ein Sprössling das Abitur schafft- Gott sei Dank-
    Ich habe selbst viele Jahre an einer Regelschule gearbeitet und weiß sehr wohl, wann das System an seine Grenzen stößt.
    Kinder, die über das Jugendamt an solche Schulen kommen, sind am Regelschulsystem gescheitert. Gelten oft als unbeschulbar!
    Schulbegleiter an Regelschulen sind rar, nicht unbedingt immer sehr gut ausgebildet und kosten bei weitem mehr als das in dem Bericht angegebene Schulgeld. Steuergeldverschwendung?! Diese Fass möchte ich jetzt nicht aufmachen. Das könnte man endlos fortsetzen.
    Solche Schulen/ Maßnahmen des Jugendamtes bieten diesen Schülern eine Perspektive auf Teilhabe, einen Schulabschluss und um langfristig gute Steuerzahler zu sein!

  4. Sehr geehrte Damen und Herren,

    bezugnehmend auf die Berichterstattung des WDR vom 12.07.2026 wende ich mich an Sie.

    Leider wird in diesem Bericht nur eine Seite gezeigt – nicht jedoch die Seite, die ich und viele andere ehemalige Schülerinnen und Schüler erlebt haben. Aus meiner Sicht vermittelt der Beitrag daher ein unvollständiges und verzerrtes Bild der Schule.

    Für mich persönlich war diese Schule die letzte Chance, überhaupt einen Schulabschluss zu erreichen. Diese Chance wurde mir dort gegeben, und dafür bin ich bis heute unendlich dankbar. Ohne die Unterstützung der Schule und ihrer Lehrkräfte hätte ich meinen Abschluss niemals geschafft.

    Meine Abschlussprüfung habe ich nicht an dieser Schule, sondern extern an einer öffentlichen Schule in Düsseldorf abgelegt und dort sehr erfolgreich bestanden. Die Grundlage dafür wurde jedoch durch die intensive Förderung und Unterstützung geschaffen, die ich zuvor erhalten habe.

    Ich habe die Schule und insbesondere die Lehrkräfte als außergewöhnlich engagiert und menschlich erlebt. Genau diese umfassende Unterstützung war das, was ich damals gebraucht habe. Für mich – und für viele andere Schülerinnen und Schüler – war diese Schule die letzte Möglichkeit, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und nicht abzurutschen.

    Umso enttäuschender finde ich es, dass in der Berichterstattung ausschließlich negative Aspekte dargestellt werden und nicht das, was diese Schule für viele junge Menschen tatsächlich ausmacht. Es gibt dort Lehrkräfte, die weit über das übliche Maß hinaus für ihre Schülerinnen und Schüler da sind. Bis heute weiß ich, dass ich mich jederzeit an sie wenden könnte. Besonders Frau S. hat mich nachhaltig geprägt. Ich bin überzeugt, dass sie mir auch heute noch helfen würde, wenn ich sie bräuchte. Dieses Gefühl, auch Jahre später noch auf einen Menschen zählen zu können, ist unbezahlbar und alles andere als selbstverständlich.

    Ich wünsche mir, dass auch diese Seite der Geschichte gehört wird. Die Schule hat vielen jungen Menschen eine echte Perspektive gegeben – auch mir.

    Für ein ernsthaftes und ausgewogenes Interview stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Amy M.

  5. Unsere Tochter war 1 Jahr an der Carpe Diem und hat dort uhre mittlere Rrife mit 1.0 gemacht.Super Schule und super Lehrer

  6. Wir können uns den bisherigen Kommentaren nur anschließen. Für unseren Sohn – mit den Diagnosen ADS und Autismus – war der Wechsel an die Carpe Diem ein Segen! Und nicht nur für ihn sondern auch für unsere ganze Familie!
    Lärm, ständige Raumwechsel, knallhartes Tempo ohne individuelle Rücksicht auf ein Kind mit Handycap und Klassengrössen mit über 30 Schülern waren für ihn am zuvor besuchten Gymnasium eine tägliche körperliche und seelische Tortur. Er hat nach der Schule kein Wort mehr geredet und war mit allem völlig überfordert. Auch ein Inklusionshelfer (Eine ungelernte Kraft zur „Unterstützung“ – übrigens pro Monat teurer als die Carpe Diem!) hat rein gar nichts gebracht. Für unseren Sohn und für unsere ganze Familie war das eine furchtbare Zeit – allein aufgrund der Rahmenbedingungen der Regelschulen musste man zusehen, wie sein Kind mit völlig normalem IQ einfach durchs Raster fällt und sich täglich zur Schule quält. Was sieht denn unser Regel- Schulsystem für solche Kinder vor?! Richtig: NICHTS! Man reicht sie ggf. von Gesamt- zu Haupt – zu Förderschule durch oder sie verlassen die Schule ohne einen Abschluss.
    Zu diese unhaltbaren Zuständen in der normalen Schullandschaft für Kinder mit Ad(H)S und Autismus-Spektrum-Störungen findet sich kein Wort in ihrem Beitrag bzw. des Beitrages des WDR!
    Sie haben mit ihrer einseitigen Berichterstattung – die im Wesentlichen auf Aussagen einer frustrierten Familie fußt – aber dafür gesorgt, dass zahlreiche Familien, die glücklich und dankbar sind, dass ihre Kinder an der Carpe Diem endlich eine passende Lernumgebung gefunden haben, nun völlig verunsichert sind.
    Das kann und darf so nicht stehen bleiben! Lassen Sie diejenigen zu Wort kommen, deren Kinder nicht durchs Abi gerasselt sind und ihren Frust zum Anlass nehmen, die Schule und ihre engagierten Lehrer anzuprangern. Hören Sie denjenigen Eltern und Kindern zu, denen die Carpe Diem eine großartige Unterstützung ist und die diese Schule als einzige Möglichkeit für ihre Kinder erleben, wieder Freude am Lernen in einer für sie passenden Umgebung zu zu finden!
    Die Berichterstattung des WDR ist jedenfalls dem Journalismus eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig. Für nähere Auskünfte stehen wir sehr gern zur Verfügung.

  7. Zum Vorwurf des WDR, Jugendämter würden Steuergelder für Einrichtungen ausgeben, die keine Leistung erbringen: das ist totaler Quatsch. Jugendämter verschenken kein Geld! Sie sind gesetzlich verpflichtet, sorgfältig zu prüfen, welche Hilfe für einen jungen Menschen notwendig ist. Wird eine Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung bewilligt, geschieht das nicht aus Großzügigkeit, sondern weil Fachleute davon überzeugt sind, dass genau diese Hilfe gebraucht wird.

  8. Noch keiner den Gedanken gehabt??? Wer Hugo kennt und weiß, wie wenig Lust er auf Schule hatte und wieviel er lieber …. hatte???? Naja, mich hätte es sehr gewundert wenn er das Abi bestanden hätte.

  9. Ich bin selber seit Anfang der Mittelstufe Schülerin der Carpe Diem in Willich. Und war selbst regelrecht schockiert, als ich den Beitrag mit den Anschuldigungen der Mutter unseres ehemaligen Schülers gesehen habe. Ich und viele meiner Freunde haben  in unseren Jahren an der Carpe Diem ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Ich selbst befinde mich auf dem Spektrum der Neurodivergenz und habe mich zuvor an Regelschulen stets unwohl, ungefördert und unverstanden gefühlt. Als ich nach langer Zeit der vertalen Schulangst endlich auf die Carpe diem kam, hat sich mein Leben massiv zum Positiven verändert. Nicht nur für meine psychische Gesundheit, sondern auch was meine Noten sowie mein akademisches Potenzial angeht. Dabei war ich mir jedoch stets bewusst, dass die Schule natürlich keinen Abschluss garantiert und eine gewisse Grundmotivation und der Wille zum Abschluss dazugehören. Einige meiner Freunde haben sich durch gezielte Förderung innerhalb eines Jahres so erheblich verbessert, dass sie einen Abschluss mit einer Eins vor dem Komma erreichen konnten, obwohl sie nahezu zwei gesamte Klassenstufen lang nicht am Unterricht teilgenommen haben. Außerdem bin ich ein großer Fan des Unterrichts an unserer Schule. Ich fühle mich in meinen starken Fächern ausreichend gefordert und in meinen schwächeren gut gefördert. Ich bin sehr dankbar für die Carpe Diem. Ich bin zutiefst empört über den unerwarteten Aufruhr.

  10. Natürlich müssen auch Privatschulen kritisch hinterfragt werden. Und selbstverständlich gibt es dort Dinge, die nicht gut laufen. Das gilt aber mindestens genauso für das öffentliche Schulsystem.

    Warum wird dann so einseitig berichtet? Es wirkt, als würde der WDR gezielt ein privates Bildungsunternehmen in den Fokus nehmen, während die Probleme des öffentlichen Schulsystems nicht thematisiert werden.

    Wie funktioniert dort die Inklusion tatsächlich? Wer kümmert sich um die Kinder und Jugendlichen, die im Regelsystem besondere Unterstützung benötigen? Auch diese Fragen verdienen eine kritische Berichterstattung.

  11. Sehr geehrte Damen und Herren,

    bezugnehmend auf die Berichterstattung des WDR vom 12.07.2026 wende ich mich an Sie.

    Wir sind sehr unglücklich über Ihre ungefilterte Berichterstattung , die nur auf der unzufriedenen Meinung einer Mutter basiert ,deren Kind nicht das Abitur geschafft hat!

    Unser Kind ist ebenfalls seit 2024 in der Mittelstufe an der genannten Schule.

    Der Weg unseres Kindes mit AuDHS war für es an den Regelschulen nicht mehr möglich auf Grund von autistischer Überlastung, Mobbing von Seiten der Schüler und Schulleitung auf Grund seiner Diagnosen, daraus resultierenden Depressionen und Unfähigkeit diese Schulformen zu besuchen!

    Das alleine war ein harter Weg.

    Mit Eintritt an der Carpe Diem und großartiger Unterstützung der Schulsozialarbeiterin, dem Lehrpersonal, konnte unser Kind in einem für ihn passendem Rahmen ( kleinere Klassen, für ihn angepasste Stundenanzahl, gezielte Pausen, Eigensstudium) den Unterricht besuchen.

    Von der Regelschule ist er mit einem Abgangszeugnis ohne Noten gekommen und dem Wissen als Autist nicht erwünscht zu sein. Nun schreibt er nur noch gute Noten, blüht auf durch ein wertschätzendes Umfeld, hat viele soziale Kontakte und vor wenigen Wochen sogar den 10. Klasse Abschluss erreicht, der ihn den Übertritt in den Oberstufenbereich ermöglicht, der ggf. in einem Abitur, an einer Regelschule abgelegt, mündet.

    Dies schien vor 2 Jahren unerreichbar!

    Und selbst wenn nicht, gibt es doch immer einen Plan B, den man sich erarbeiten kann.

    An dieser Schule, wie an jeder anderen Schule auch, trägt man als Eltern immer noch die Verantwortung für sein Kind, selbst wenn es im angegliederten Internat unter der Woche untergebracht ist!

    Jede Schule hat Themen, die angegangen werden müssen, darüber müssen wir nicht sprechen.

    Aber mit dieser einseitigen und diffamierenden Berichterstattung, verhindern Sie Eltern und Kindern Ihren eigen Weg finden zu können.

    Wenn Jugendämter Familien nicht mehr unterstützen, bricht vielen Familien die letzte Chance für ihr Kind auf einen Schulabschluss weg! Ggf. auch mitten im Schuljahr, Oberstufe!!!

    Viele unserer Kinder sind im Regelschulsystem nicht mehr gewünscht und haben hier ihre letzte Chance gefunden.

    Wir bitten Sie diesen Bericht zu korregieren!!

    Mit freundlichen Grüßen

  12. Mal eine ernst gemeinte Frage aus Sicht eines betroffenen Vaters:
    Wenn eine Familie über Monate oder sogar Jahre das Gefühl hat, dass ihr Kind nicht richtig gefördert wird – warum kündigt man dann nicht den Vertrag und sucht sich eine andere Schule?
    Gerade bei einer Privatschule entscheidet man sich doch freiwillig dafür. Wenn Leistungen nicht erbracht werden oder Erwartungen enttäuscht werden, hätte man jederzeit Konsequenzen ziehen können. Auch wir könnten unseren Vertrag mit der Carpe Diem jederzeit kündigen.

    Was mich an dem Artikel besonders wundert: Die dort zitierte Familie ist nach der erfolgreich erreichten Mittleren Reife ihres Sohnes sogar noch einmal zur Carpe Diem zurückgekehrt, nachdem dieser an einer Regelschule ein weiteres Mal gescheitert war. Das passt für mich nicht zu dem Bild, das jetzt gezeichnet wird.

    Sicher läuft auch an der Carpe Diem nicht alles perfekt. Fehler passieren dort genauso wie an jeder anderen Schule. Natürlich kann und muss man Dinge weiter verbessern.

    Aber eines möchte ich auch sagen: Die Carpe Diem ist eine Schule mit einen Auftrag: Sie gibt Kindern Chancen, die sie an vielen anderen Schulen nicht bekommen.

    Keiner – und ich meine wirklich keiner – war bereit, unseren Sohn aufzunehmen. Die Regelschulen wollten ihn auf eine Förderschule schicken – obwohl bei ihm ein IQ von 135 gemessen wurde.

    Die Carpe Diem hat gesagt: „Wir versuchen es.“ Allein dafür bin ich dankbar.

    Und noch etwas ist mir wichtig: Als Vater sehe ich es auch als meine Aufgabe, meinem Sohn vorzuleben, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Nicht immer zuerst nach Schuldigen zu suchen, wenn etwas nicht gelingt, sondern sich auch ehrlich zu fragen, welchen eigenen Anteil man daran hat.

  13. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin ebenfalls schockiert über die Berichterstattung des WDR, die Sie leider ungeprüft übernommen haben.
    Ich bin Mutter eines neurodivergenten Kindes, dass die Carpe Diem Privatschule besucht. Darüber hinaus bin ich Sozialarbeiterin und Autismustherapeutin. In allen Rollen habe ich Kontakt mit der Carpe Diem Privatschule.
    Ich kenne keine Schule, privat oder öffentlich, die so viele individuelle Möglichkeiten bietet, damit Kinder wieder beschult werden können und/oder eine erfolgreiche Schullaufbahn erreichen können. Unser Sohn ist nach drei Jahren Horror auf der Grundschule an die Carpe Diem gewechselt. Mit dem Wechsel war unser Sohn auch wie ausgewechselt, keine Meltdowns mehr, keine emotionalen Zusammenbrüche.
    Die tragfähigen Beziehungen, die zwischen Lehrern und Schüler entstehen, sind ein Schlüssel für viele Kinder wieder Vertrauen in das System Schule zu fassen. Es gibt empirische Belege dafür, wie effektiv eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung sich auf Lernerfolge auswirkt (vgl. Hattie 2015).
    Das Schulsystem ist nicht für neurodivergente Kinder ausgelegt, zu große Klassen, zu viel Veränderung, zu viele Reize. Eltern stehen in der Regel vor der Wahl, ihre Kinder an Regelschulen beschulen zu lassen, was oft zu Komorbiditäten führt oder ihre Kinder nach festgestelltem Förderbedarf exklusiv auf einer Förderschule beschulen zu lassen (oder inklusiv an einer Regelschule) dabei gibt es in NRW keinen Förderschwerpunkt Autismus! Die Kinder werden anderen Förderschwerpunkten zugeordnet, meistens dem Schwerpunkt sozial/emotionale Entwicklung, was durchaus fragwürdig erscheint, zumal es andere Bundesländer mit einem spezifischen Förderschwerpunkt gibt.
    Wenn gar nichts mehr geht, dann kann das Ruhen der Schulpflicht beantragt werden, danach ist z.B. eine Online-Beschulung möglich, völlig ohne soziale Teilhabe. Die Carpe Diem Privatschule versucht durch individuelle Möglichkeiten vorher anzusetzen.
    Sie bietet neurodivergenten Kindern und auch allen anderen Kindern einen Platz, an den sie gesehen und ernst genommen werden. Natürlich kann nicht jedes Kind den gewünschten Abschluss schaffen, an der Vorbereitung durch die Schule liegt es jedoch nicht.
    Es ist schade, dass eine enttäuschte Familie nun zu so viel Unmut führt und die vielen zufriedenen Eltern bzw. Sorgeberechtigten nicht öffentlich zu Wort kommen. Etliche Anfragen an den WDR blieben bisher leider ohne Reaktion.
    Ist das der Journalismus von heute?

  14. Sehr geehrte Damen und Herren,

    bezugnehmend auf die Berichterstattung des WDR vom 12.07.2026 wende ich mich an Sie.
    Die Berichterstattung die von Ihnen, scheinbar, ungeprüft übernommen wurde, ist nach meiner persönlichen Erfahrung an der Privatschule, untragbar!

    Mein Kind hätte ohne die engagierten Betreuer, Lehrkräfte und den Geschäftsführer ihre Mittlere Reife nicht ablegen können. Die Prüfung fand in Düsseldorf vom Landesschulamt statt und war in keinster Weise ein „Geschenk“ .

    Diese Schule bringt beachtliches Engagement ein und ist m.E. eine wundervolle Einrichtung, die bei Mitarbeit der Schüler, beachtliche Erfolge erzielt!

    Ich bin heute noch Dankbar für diese Einrichtung!

    Danke Carpe Dien

  15. Fragwürdig scheint eher dieser einseitige Bericht zu sein!

    Guten Tag,

    mein Sohn ist einer der ersten Kinder, auf diesem Internat gewesen, der 2018 in der 5. Klasse gestartet ist. Regelschulen lehnten ihn ab. Er sollte auf die Gesamtschule mit 36 Kindern in einer Klasse. Mit ADHS/ADS Mischtyp und im Autismus Spektrum konnte dies nicht so hin genommen werden. Wir fanden die Capre Diem und durften noch vor Eröffnung mit der Geschäftsführung das Haus begehen. Alle Versprechungen klangen perfekt für meinen Sohn. Bis heute habe ich nichts bereut. Mein Sohn ist von einem „schwierigen“ und „kaum beschulbaren“ Kind, mit meltdowns und emotionalen Ausbrüchen, zu einem jungen Mann heran gewachsen, der das Abitur anstrebt. Und darauf bin ich stolz,…. nein, ebenso können die Lehrer, Betreuer und die Geschäftsleitung stolz sein, das sie Kindern diesen Weg ermöglicht haben, wo andere Lehrkräfte schon längst versagt hätten. Ben, auch du bist Carpe Diem 😉 und dafür bin ich dankbar.
    Auf der Carpe Diem erhält jeder eine Chance, natürlich abhängig vom Willen, Durchhaltevermögen und Intellekt

  16. Kommentar zur Carpe Diem Privatschule in Willich

    Mit großem Interesse habe ich den WDR-Bericht vom 12. Juli 2026 verfolgt. Umso mehr hat mich schockiert, dass einige Eltern dem WDR nun Einseitigkeit vorwerfen. Diesem Vorwurf möchte ich entschieden widersprechen.

    Nach meinem Kenntnisstand hat der WDR nicht nur mit einer einzigen Mutter gesprochen. Die Redaktion hat über viele Monate recherchiert und mit zahlreichen Familien gesprochen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Deshalb halte ich es für falsch, den Bericht als die Geschichte einer einzelnen frustrierten Familie abzutun.

    Auch mein Sohn Friedrich war Schüler dieser Schule. Die erste Zeit wurde er, speziell vom Klassenlehrer, in höchsten Tönen gelobt, dann plötzlich als Störenfried abgestempelt. Er ist kein aggressives Kind und weder Eltern noch Mitschüler haben sie jemals über ihn bei mir beschwert. Dennoch wurde er mehrmals vom Unterricht ausgeschlossen und schließlich ohne vorherige Konferenz oder ein abschließendes Gespräch mit uns als Eltern fristlos gekündigt, weil er den Unterricht stören würde. Ein sehr fadenscheiniger Grund für eine fristlose Kündigung. Danach verweigerten sowohl der Klassenlehrer, als auch der Schulleiter jede weitere Aussprache. Ein persönliches Gespräch mit dem Klassenlehrer wurde mir von ihm persönlich verweigert. Auf Bitte um Rückruf vom Schulleiter, Herr Bonsignore, kam keinerlei Rückmeldung. Dieses Verhalten finde ich einfach nur beschämend und unprofessionell. Zumal ich diese Maßnahme für vollkommen unangemessen empfinde und daher für Friedrich und unsere Familie, 2 Wochen vor den Sommerferien, total unerwartet kam und in keiner Weise für uns nachvollziehbar war.

    Besonders erschütternd war für mich, dass Friedrich nach Erhalt der Kündigung noch in seine Klasse gehen wollte, um sich von seinen Freunden zu verabschieden. Stattdessen wurde er vor der gesamten Klasse vom Klassenlehrer aufgefordert, den Raum sofort zu verlassen. Für einen jungen Menschen ist eine solche Situation zutiefst verletzend. Ein Kind verliert nicht nur einen Schulplatz, sondern auch seine Freunde, seine vertraute Umgebung und ein Stück Sicherheit.

    Während der gesamten Schulzeit habe ich immer wieder das Gespräch gesucht. Ich wollte verstehen, welche besonderen Fördermaßnahmen diese Privatschule tatsächlich anbietet. Doch vieles von dem, was uns bei der Aufnahme versprochen wurde, konnte ich im Schulalltag nicht erkennen. Aus meiner Sicht fehlten individuelle Förderung, regelmäßige Aufgabenkontrollen und konkrete Unterstützungsangebote.

    Deshalb wünsche ich mir, dass diejenigen, die die Schule jetzt verteidigen, nicht nur sagen, wie gut sie sei, sondern konkret benennen, welche Förderprogramme tatsächlich umgesetzt werden und worin sich die pädagogische Arbeit von anderen Schulen unterscheidet.

    Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wirtschaftliche Interessen eine größere Rolle spielen, als das Wohl jedes einzelnen Kindes. Das ist meine persönliche Wahrnehmung. Ich wünsche mir Ehrlichkeit, Transparenz und vor allem einen menschlichen Umgang mit Kindern. Denn daran sollte sich jede Schule messen lassen.

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.