Jugendämter in NRW zahlen für eine Privatschule in Willich – doch WDR-Recherchen zeigen Zweifel an der Qualität und Vorwürfe zu Tricksereien bei Prüfungen.
Stell dir vor: Ein idyllisches gelbes Schlösschen, mitten in einem Park, auf einem alten Rittergut – edel, fast schon herrschaftlich. Klingt nach dem perfekten Lernort, oder? Die Privatschule Carpe Diem in Willich macht genau diesen Eindruck. Doch hinter der schönen Fassade gibt es laut WDR-Recherchen einige ziemlich handfeste Probleme.1
Wer das nötige Kleingeld hat, schickt seine Kinder einfach dort hin – Internat inklusive. Wer es sich nicht leisten kann? Für den springt unter Umständen das Jugendamt ein. Und genau da fangen die Fragen an.
Kinder, die besondere Förderung brauchen, landen manchmal über das Jugendamt an Schulen wie dieser. Das ist grundsätzlich kein Problem – im Gegenteil, solche Unterstützung kann für betroffene Familien enorm wichtig sein. Doch laut den WDR-Recherchen gibt es ernsthafte Zweifel daran, ob die Qualität der Schule tatsächlich dem entspricht, wofür Jugendämter hier bezahlen.1
Die Schule verdient demnach viel Geld mit genau diesen Kindern – also mit denen, die auf besondere Unterstützung angewiesen sind. Das wirft natürlich die Frage auf: Kommt das Geld wirklich bei den Kindern an?
Besonders brisant: Bei Prüfungen soll laut WDR-Recherchen getrickst worden sein.1 Das ist ein schwerer Vorwurf – gerade wenn es um Kinder geht, die ohnehin schon mit besonderen Herausforderungen kämpfen und auf eine solide Ausbildung angewiesen sind.
Wenn der Verdacht stimmt, wäre das nicht nur ein Vertrauensbruch gegenüber den Familien, sondern auch gegenüber den Jugendämtern, die öffentliche Gelder einsetzen, um diesen Kindern eine Chance zu geben.
Für Eltern in Nordrhein-Westfalen, deren Kinder besondere Förderung brauchen, ist das eine beunruhigende Nachricht. Jugendämter treffen Entscheidungen, die das Leben von Kindern und Familien direkt beeinflussen – und sie verlassen sich dabei auf die Angaben und die Qualität der Einrichtungen, die sie finanzieren.
Die WDR-Recherche zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen – auch wenn ein Ort noch so einladend aussieht. Ein hübsches Schlösschen im Park ist eben kein Qualitätsmerkmal.
Falls du oder jemand aus deinem Umfeld gerade auf der Suche nach einer geeigneten Fördereinrichtung für ein Kind ist: Lass dich nicht nur vom ersten Eindruck leiten. Frag nach Qualitätsnachweisen, sprich mit anderen Eltern und vertrau darauf, dass Jugendämter und Behörden solche Einrichtungen kritisch unter die Lupe nehmen – genau wie der WDR es hier getan hat.1
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