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Hitze auf der Straße: Warum Obdachlose bei Temperaturen über 35 Grad besonders gefährdet sind
14. Juli 2026

Extreme Hitze wird für Obdachlose zur echten Gefahr. Warum Wohnungslose bei über 35 Grad besonders gefährdet sind und was sie jetzt dringend brauchen.

Wenn die Sonne zur Gefahr wird

Klimaanlage an, Eiskaffee holen, ab ins Schwimmbad – klingt nach einem entspannten Sommer-Plan, oder? Aber was für uns ganz selbstverständlich ist, bleibt für obdachlose Menschen unerreichbar. Während wir uns bei extremer Hitze einfach in den kühlen Innenraum zurückziehen können, haben Wohnungslose diese Option schlicht nicht. Und das kann lebensgefährlich werden.1

Das steckt hinter der Gefahr

Bettina Rudat, Referentin für Gefährdetenhilfe beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln, erklärt das Problem ganz klar: Wer auf der Straße lebt, kann sich bei Hitze kaum schützen. Die Hilfsangebote für Obdachlose befinden sich meist in dicht bebauten Innenstadtbereichen – genau dort, wo sich die Hitze am stärksten staut. Kühlere Orte wie Parks am Stadtrand oder Seen sind für viele schlicht zu weit weg, um sie zu Fuß zu erreichen.1

Dazu kommt: Der Zugang zu Toiletten und Duschen ist stark eingeschränkt. Wer sich nicht abkühlen und nicht ausreichend reinigen kann, dessen Körper gerät unter extremen Stress. Und das bei Menschen, die ohnehin schon gesundheitlich angeschlagen sind – denn obdachlose Menschen sind laut Rudat deutlich häufiger von Mehrfacherkrankungen und chronischen Erkrankungen betroffen als der Durchschnitt der Bevölkerung.1

Chronische Erkrankungen machen es noch schlimmer

Genau das ist der entscheidende Punkt, den viele unterschätzen: Viele chronische Erkrankungen schränken die sogenannte Thermoregulation ein – also die Fähigkeit des Körpers, seine Temperatur selbst zu regulieren. Wer unter solchen Vorerkrankungen leidet, kann Hitze schlechter kompensieren. Und auch die medizinische Versorgung ist für Menschen ohne festen Wohnsitz alles andere als einfach zugänglich.1

Rudat zieht dabei einen einfachen, aber treffenden Vergleich: Jeder kennt das Gefühl von einem richtig heißen Wochenende – und wie man instinktiv nach Schutz und Abkühlung gesucht hat. Genau das ist für Obdachlose durch ihre Lebensumstände kaum möglich.1

Was jetzt zählt

Extreme Hitze ist keine Kleinigkeit – und das gilt besonders für die verletzlichsten Menschen in unserer Gesellschaft. Wer obdachlose Menschen in seiner Nähe sieht, die sichtlich unter der Hitze leiden, sollte nicht wegsehen. Ob ein Glas Wasser, ein Hinweis auf lokale Hilfsangebote oder einfach ein kurzes Gespräch – manchmal macht Aufmerksamkeit den Unterschied. Und wer selbst helfen oder spenden möchte, kann sich zum Beispiel an den Diözesan-Caritasverband wenden, der in der Region aktiv Unterstützung leistet.1

Quellen

  1. Warnung vor extremer Hitzebelastung für Obdachlose – Domradio.de


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