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ABC-Klassen in NRW: So soll Sprachförderung vor der Schule klappen
16. Juli 2026

NRW führt ABC-Klassen ein: Rund 50.000 Kinder sollen vor der Einschulung gezielt Deutsch lernen. Was das neue Modell bedeutet und warum es Protest gibt.

Deutsch lernen noch vor der Einschulung – NRW macht’s möglich

Stell dir vor, du kommst in die erste Klasse und verstehst kaum, was die Lehrerin sagt. Für rund ein Drittel der Kinder in Nordrhein-Westfalen ist das leider keine Seltenheit. Laut Erhebungen zeigen sie bei der Einschulung sprachliche Mängel. Das soll sich jetzt ändern – denn NRW führt die sogenannten „ABC-Klassen“ ein.1

Was steckt hinter den ABC-Klassen?

Der NRW-Landtag hat mit den Stimmen von CDU, Grünen und AfD eine Änderung des Schulrechtsgesetzes beschlossen – SPD und FDP stimmten dagegen. Das Ergebnis: verpflichtende schulische Vorkurse, in denen Kinder gezielt auf die sprachlichen Anforderungen des Unterrichts vorbereitet werden.1

Rund 50.000 Kinder sollen so künftig im Jahr vor der Einschulung gezielt Deutsch lernen. Das Besondere an dem Modell: Es soll auch die Kids erreichen, die keine oder nur unregelmäßig eine Kita besuchen. Eine Kita-Pflicht gibt es in NRW nämlich nicht – und die soll es wegen verfassungsrechtlicher Bedenken auch weiterhin nicht geben.1

Zweimal zwei Stunden pro Woche – der Plan im Überblick

  • Ab dem Schuljahr 2028/29 starten die ersten ABC-Klassen in NRW.
  • Im Frühjahr 2028 werden erstmals landesweit alle Kinder nach einem einheitlichen Verfahren auf ihre Sprachkompetenz getestet.
  • Die Schulanmeldung wird vom Herbst auf das Frühjahr vorgezogen, damit Defizite früh erkannt werden.
  • In den ABC-Klassen gilt: ein Jahr lang, zweimal zwei Stunden pro Woche Sprachförderung.

Das klingt erstmal übersichtlich – und genau das ist auch die Idee dahinter. Kein riesiger Zeitaufwand, aber gezielte, verbindliche Förderung für alle Kinder, die sie brauchen.1

Warum gibt es trotzdem Protest?

So ein neues Modell kommt natürlich nicht ohne Kritik aus. Gegner der ABC-Klassen bemängeln vor allem eines: Die Kinder werden für die Förderung aus dem vertrauten Kita-Alltag herausgelöst. Das kann gerade für kleine Kinder eine echte Umstellung bedeuten – ein gewohntes Umfeld plötzlich zu verlassen, um in einem neuen Setting zu lernen.1

Auch politisch war die Entscheidung alles andere als einstimmig. Dass SPD und FDP gegen die Änderung gestimmt haben, zeigt: Die Debatte rund um die beste Form der frühkindlichen Sprachförderung ist noch längst nicht abgeschlossen.1

Was bedeutet das für NRW-Familien?

Wenn du Kinder hast, die demnächst in die Schule kommen, lohnt es sich, das Thema im Blick zu behalten. Ab Frühjahr 2028 sollen alle Kinder in NRW auf ihre Sprachkompetenz getestet werden – das betrifft dann auch deinen Nachwuchs. Wer Förderbedarf hat, landet in den ABC-Klassen, bevor der reguläre Schulalltag startet.1

Ob das Modell wirklich der große Gamechanger wird, den sich die Befürworter erhoffen, wird sich zeigen. Fest steht: NRW nimmt das Thema Sprachförderung ernst – und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir bei Antenne NRW bleiben natürlich dran und halten euch auf dem Laufenden, was sich in unserem Bundesland tut.

Quellen

  1. NRW führt „ABC-Klassen“ für Sprachförderung ein – 24Rhein


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