Die Ehrengräber auf dem Kölner Friedhof Melaten sind in einem miserablen Zustand – und das Budget der Stadt ist erschreckend knapp. Was steckt dahinter?
Kennst du den Friedhof Melaten in Köln? Ein echter Ort der Geschichte – und leider auch ein Ort, der gerade für ziemlich viel Gesprächsstoff sorgt. Dombaumeisterin a.D. Barbara Schock-Werner hat nämlich genau hingeschaut, was mit den Ehrengräbern bedeutender Kölnerinnen und Kölner so passiert – und was sie gefunden hat, ist alles andere als schön.1
Barbara Schock-Werner hat in ihrer Kolumne zuletzt den erbärmlichen Zustand vieler historischer Grabstätten auf Melaten beschrieben – und das Echo darauf war riesig. Viele Kölnerinnen und Kölner meldeten sich zurück und bestätigten: Das Problem liegt nicht nur bei einer einzelnen kritischen Stimme. Offenbar haben viele Menschen ähnliche Erfahrungen mit dem Grünflächenamt gemacht.1
Und dann kam die offizielle Stellungnahme der Stadt – die laut Schock-Werner erst mal die Sprache verschlug. Was steckt dahinter?1
Laut Angaben der Stadt Köln gibt es auf Melaten insgesamt 2.720 denkmalgeschützte Grabstätten. Knapp die Hälfte davon – genau 1.173 – muss die Stadt selbst unterhalten, weil für sie kein Nutzungsrecht mehr besteht. Dazu kommen noch 99 Ehrengräber, für die die Stadt ebenfalls verantwortlich ist.1
Und das Budget dafür? Für fast 1.200 Grabstätten stehen laut der Recherche gerade mal 144.000 Euro zur Verfügung. Wer jetzt kurz rechnet, merkt schnell: Das ist erschreckend wenig. Da wundert es kaum, dass viele der Grabstätten in einem traurigen Zustand sind.1
Schock-Werner gibt aber nicht auf – im Gegenteil. Sie setzt auf ehrenamtliches Engagement, um den Erhalt und die Pflege der Ehrengräber voranzutreiben. Ihr Wunsch: So etwas wie eine „Versöhnung über den Gräbern“ – angelehnt an das Programmwort der Kriegsgräberfürsorge. Eine Bewegung, die zeigt: Wenn die Stadt es nicht schafft, dann vielleicht die Community.1
Und genau das ist der Gedanke, der Hoffnung macht. Köln hat eine starke, engagierte Zivilgesellschaft. Menschen, die ihre Stadt lieben und bereit sind, selbst anzupacken – gerade dann, wenn die Verwaltung ins Stocken gerät.
Die Geschichte rund um die Kölner Ehrengräber zeigt, wie wichtig es ist, hinzuschauen und laut zu sein – genau wie Schock-Werner es getan hat. Ihre Kolumne hat eine echte Debatte ausgelöst, und vielleicht ist das der erste Schritt zu echten Veränderungen für die historischen Grabstätten auf Melaten.1
Wie ist das bei dir? Warst du schon mal auf Melaten und hast dir die Ehrengräber angeschaut? Schreib’s uns – wir sind gespannt auf deine Meinung!
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!