Eine neue IW-Studie warnt: Wer jetzt eine Gasheizung einbaut, riskiert bis 2040 fast doppelt so hohe Heizkosten.
Du überlegst, ob du eine neue Gasheizung einbauen lässt? Klar, auf den ersten Blick klingt das verlockend – eine Gasheizung ist erstmal günstiger als eine Wärmepumpe. Aber eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt Alarm: Wer sich jetzt für Gas entscheidet, könnte bis 2040 ordentlich draufzahlen. Wir erklären dir, was dahintersteckt.1
Im Juli 2026 hat der Bundestag das neue Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen, das das alte Gebäudeenergiegesetz ersetzt. Die größte Änderung: Die Pflicht, mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien bei der Wärmeversorgung zu nutzen, ist weggefallen. Du kannst also wieder frei wählen – Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasseheizung oder klassische Gas- bzw. Ölheizung. Klingt nach echter Freiheit im Heizungskeller, oder?1
Nicht ganz – denn ab dem 1. Januar 2029 greift die sogenannte Biotreppe. Das bedeutet: Gas und Öl muss schrittweise ein verbindlicher Bioanteil beigemischt werden. Bis 2045 müssen alle Brennstoffe für Heizungen komplett klimaneutral sein.1
Die IW-Studie hat eine Modellrechnung für eine typische, teilsanierte Altbauwohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden durchgeführt. Das Ergebnis ist alarmierend: Die jährlichen Heizkosten könnten sich von rund 1.080 Euro im Jahr 2026 auf satte 1.952 Euro im Jahr 2040 erhöhen – das ist fast eine Verdopplung!1
Und woher kommen diese Mehrkosten? Hier die drei größten Kostentreiber im Überblick:1
Ralph Henger, IW-Experte und Co-Autor der Studie, bringt es auf den Punkt: „Wer sich für eine neue Gasheizung entscheidet, zahlt am Ende drauf – Vermieter wie Mieter.“ Die Studie kritisiert dabei direkt das neue Gesetz: Die technologieoffene Regelung vermittle den Eindruck, fossil betriebene Heizkessel könnten problemlos bis über 2044 hinaus genutzt werden – das stehe aber im Widerspruch zum gesetzlichen Ziel der Klimaneutralität bis 2045.1
Auch eine Studie des Fraunhofer-Instituts kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und warnt, dass jede neu eingebaute Gasheizung zur Fehlinvestition werden könnte – vor allem wegen der ungewissen Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit alternativer Brennstoffe.1
Offenbar werden sich immer mehr Eigentümer der Risiken bewusst. Laut dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden im vergangenen Jahr 299.000 Wärmepumpen verkauft – damit hat die Wärmepumpe die Gasheizung (276.500 verkaufte Anlagen) als beliebteste Heizungsart überholt. Dazu kommen 22.500 Ölheizungen und 29.000 Biomasseheizungen.1
Klar, eine Gasheizung ist heute noch günstiger in der Anschaffung. Aber die Studie zeigt deutlich: Langfristig kann die Entscheidung für Gas richtig ins Geld gehen. Die Wärmepumpe schneidet im Modell sowohl bei den jährlichen Kosten als auch bei der Planbarkeit besser ab. Bevor du also investierst, lohnt es sich, die langfristigen Kosten im Blick zu behalten – und nicht nur den Preis heute.1
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