Ein fehlender Versicherungsaufkleber am E-Scooter wurde in Viersen zum Auftakt einer langen Straftaten-Liste.
Was als kurze Routinekontrolle auf der Gladbacher Straße in Viersen begann, entwickelte sich schnell zu einem Fall, der es in sich hat. Mitarbeiter des Viersener Ordnungsamts stoppten am Dienstagnachmittag kurz nach 17 Uhr einen Mann auf einem E-Scooter – der Grund war simpel: Das Versicherungskennzeichen fehlte.1 Doch was danach passierte, zeigt eindrucksvoll, wie aus einer scheinbar kleinen Sache eine ganze Latte an Straftaten werden kann.
Wir haben in einem früheren Beitrag schon erklärt, warum fehlende Versicherung beim E-Scooter keine Kleinigkeit ist – der neue Fall aus Viersen macht das noch mal auf eine ganz andere Art deutlich.2
Der 27-jährige Mann aus Moldau erklärte den Einsatzkräften, er habe schlicht nicht gewusst, dass ein E-Scooter versicherungspflichtig ist.1 Das klingt vielleicht harmlos – ist es aber nicht. Das Fahren ohne Versicherungsschutz ist nämlich kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und damit eine Straftat. Wer ohne Versicherung in einen Unfall verwickelt wird und diesen verursacht, haftet für alle Schäden aus der eigenen Tasche. Je nach Schwere des Unfalls können das erhebliche Summen sein – dabei kostet eine passende Versicherung bereits ab 20 Euro im Jahr.1
Während des Gesprächs mit den Einsatzkräften kamen dann aber ganz neue Baustellen ans Licht: Es ergaben sich Hinweise auf Alkohol- und Drogenkonsum. Beide freiwilligen Tests verliefen positiv – damit folgten die nächsten Anzeigen und eine Blutprobe auf der Wache. Das Ergebnis steht noch aus.1
Der wohl kurioseste Teil der Geschichte: Im Rucksack des Mannes fanden die Einsatzkräfte 20 originalverpackte Smartwatches. Einen Kaufbeleg? Fehlanzeige. Die Erklärung des Mannes: Ein Freund habe die Uhren über sein Handy auf einer chinesischen Plattform für sehr günstige Elektronikartikel gekauft. Das Handy sei aber gerade kaputt – also kein Nachweis möglich.1
Die Polizei ließ das so nicht stehen und schrieb eine weitere Anzeige wegen des Verdachts des Diebstahls. Jetzt ermitteln sowohl das Kriminalkommissariat 2 als auch das Verkehrskommissariat.1
Der Fall zeigt: Eine Kontrolle wegen eines fehlenden Versicherungskennzeichens kann sich blitzschnell ausweiten. Für alle E-Scooter-Fahrer in NRW gilt deshalb ganz klar:
Der Viersener Fall ist ein echtes Paradebeispiel dafür, wie eine simple Kontrolle plötzlich eine Kettenreaktion auslöst. Versicherungskennzeichen anbringen, nüchtern fahren und – ganz wichtig – im Zweifel Belege für teure Gegenstände parat haben. Dann bleibt eine Polizeikontrolle wirklich nur eine kurze Unterbrechung der Fahrt und nicht der Beginn einer ganzen Ermittlungsgeschichte.
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