Der Rhein in NRW steuert auf einen historischen Tiefstand zu: Für Köln werden nur noch 67 cm Pegel erwartet – der niedrigste Wert seit 100 Jahren.
Die Hitzewelle in NRW sorgt weiter für extreme Zustände – und der Rhein macht dabei keine Ausnahme. Hatten wir in einem früheren Beitrag bereits berichtet, dass der Rhein bedrohlich niedrige Pegel erreicht und Jörg Kachelmann vor einer gefährlichen Sturmfront warnte, geht die Entwicklung jetzt noch einen alarmierenden Schritt weiter.2 Die neuesten Prognosen lassen Anwohner, Schifffahrt und Experten gleichermaßen mit offenem Mund zurück.
Für Samstag, den 1. August, erwarten Fachleute am Kölner Pegel nur noch 67 Zentimeter – das wäre der niedrigste Pegelstand seit mindestens 100 Jahren.1 Der bisherige Rekordwert lag bei 69 Zentimetern, gemessen am 23. Oktober 2018. Die neue Prognose unterbietet diesen Wert um ganze 2 Zentimeter. Am Mittwoch, dem 29. Juli, zeigte der Kölner Pegel noch 71 Zentimeter – der Trend zeigt also klar nach unten.1
Wichtig zu wissen: Ein niedriger Pegelstand bedeutet nicht, dass der Fluss buchstäblich nur noch 67 Zentimeter tief ist. Die eigentliche Fahrrinne liegt deutlich tiefer als der gemessene Pegel am Ufer. In Duisburg-Ruhrort etwa zeigte der Pegel am Mittwochmittag 1,60 Meter, während die Fahrrinne zur selben Zeit noch 2,13 Meter tief war.1
Die alarmierende Entwicklung beschränkt sich nicht auf Köln. Auch andere Städte entlang des Rheins in NRW rechnen mit Extremwerten, die bestehende Rekorde brechen könnten:1
Für die Schifffahrt auf dem Rhein wird die Situation zunehmend schwierig. Je tiefer der Pegel sinkt, desto unwirtschaftlicher wird der Transport – Schiffe müssen ihre Ladung reduzieren, um überhaupt fahren zu können. Ein generelles Fahrverbot gibt es laut dpa aktuell aber nicht: Jedes Unternehmen entscheidet selbst, ob und wie viel es transportiert.1
Auch die Rheinfähren stehen vor Herausforderungen. Gerade am Niederrhein sind sie für viele Anwohner die einzige Verbindung ans andere Ufer. Laut Schifffahrtsamt können die Fähren noch relativ lange in Betrieb bleiben, da sie für flaches Wasser ausgelegt sind. An einzelnen Anlegern wird sogar aktiv gebaggert, damit der Fährbetrieb so lange wie möglich aufrechterhalten werden kann.1
Die aktuelle Lage ist das Ergebnis einer anhaltenden Hitzewelle, die NRW schon seit Tagen fest im Griff hat. Mit Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius und ausbleibendem Regen über einen längeren Zeitraum sinken die Pegel des Rheins in einem Tempo, das selbst erfahrene Beobachter überrascht.2 Die Kombination aus Hitze, Trockenheit und niedrigen Wasserständen macht deutlich: NRW steckt in einer echten Ausnahmesituation.
Bleibt dran – wir halten euch bei Antenne NRW weiter auf dem Laufenden, wie sich die Lage am Rhein und das Wetter in NRW entwickeln.
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