370 Menschen demonstrierten beim zweiten CSD in Ahaus für queere Rechte – trotz des Anschlags in Berlin. Alle Infos zur bewegenden Veranstaltung gibt’s hier.
Der Anschlag auf den CSD in Berlin hat die queere Community in ganz Deutschland erschüttert – und trotzdem, oder gerade deswegen, sind am 1. August 2026 rund 370 Menschen in Ahaus auf die Straße gegangen. Wie wir in unserem früheren Beitrag bereits berichtet haben, war die Polizei eng in die Planung eingebunden und sorgte gemeinsam mit den Veranstaltern für ein sicheres Fest.2 Jetzt, nach dem Event, ist klar: Die Botschaft aus Ahaus war laut und deutlich.
Hinter dem zweiten CSD in Ahaus steckt eine Gruppe von rund 13 jungen Erwachsenen, die sich im Verein „Queer in Ahaus“ zusammengefunden haben. Gründungsmitglied Hannah Herten brachte es auf den Punkt:
„Wenn man sich verstecken würde, dann ist das erreicht, was die Menschen wollen. Wir wollen laut sein, wir wollen zeigen, dass wir hier sind, wir wollen einstehen für unsere Rechte.“
Der Verein weiß, was Anfeindungen bedeuten – schon vor dem allerersten CSD im vergangenen Jahr gab es Hasstiraden, vor allem über Social Media. Doch davon lässt man sich bei „Queer in Ahaus“ nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Der Berlin-Anschlag hat die Entschlossenheit der Aktivistinnen und Aktivisten noch weiter gestärkt.1
Besonders schön: Beim CSD in Ahaus standen Menschen aus verschiedenen Generationen Seite an Seite. Die „Omas gegen Rechts“ reisten extra aus Gronau an, um ihre Solidarität zu zeigen. Martha Pfeiffer von der Gruppe fasste es so zusammen:
„Wir kommen aus Gronau, um zu zeigen, dass wir gegen Hetze, gegen Gewalt und gegen Hass sind.“
Dieses generationsübergreifende Miteinander machte den CSD in Ahaus zu mehr als nur einer Demo – es war ein klares Statement, dass Vielfalt und Zusammenhalt in der Region gelebt werden. Gerade die Sichtbarkeit queerer Menschen auf dem Land liegt den Organisatorinnen und Organisatoren dabei besonders am Herzen.1
Die Polizei des Kreises Borken hatte im Vorfeld betont, dass es keine Veranlassung gebe, den Menschen „die Freude an einer friedlichen und vielfältigen Versammlung zu nehmen“ – so der Wortlaut von Polizeisprecher Thorsten Ohm. In enger Zusammenarbeit mit den Veranstaltern wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept auf die Beine gestellt, das die Veranstaltung absicherte.1 Polizeipräsident Frank Sprey hatte zuvor die sichtbare Präsenz der Beamten und die enge Abstimmung mit den Organisatoren hervorgehoben.2
Auf der Bühne wurde neben dem Berlin-Anschlag auch die Haltung der deutschen Politik thematisiert. Die Rednerinnen und Redner forderten klare Unterstützung – und machten deutlich, dass Solidaritätsbekundungen allein nicht reichen, wenn im vergangenen Jahr noch abfällige Äußerungen über queere Veranstaltungen gefallen seien. Die Community in Ahaus hat ihre Botschaft klar formuliert: Sichtbarkeit ist kein Luxus, sondern Notwehr.1
370 Menschen, bunte Fahnen, Generationen im gemeinsamen Einsatz – der zweite CSD in Ahaus war ein starkes Zeichen. Trotz Trauer, trotz Angst und trotz Anfeindungen hat die queere Community im Münsterland gezeigt: Sie lässt sich nicht verstecken. Und das ist vielleicht die wichtigste Botschaft dieses Tages.1
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