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75.000 Plätze im Rhein-Energie-Stadion: Das sind die echten Hürden für den FC Köln
6. August 2026

75.000 Plätze im Rhein-Energie-Stadion? Der 1. FC Köln prüft den Ausbau – doch Kosten, Denkmalschutz und Anwohnerproteste machen das Projekt zur echten…

Der große Traum des 1. FC Köln

Stell dir vor: 75.000 Fans in Müngersdorf, Gänsehaut pur – das ist der Traum von FC-Präsident Jörn Stobbe. Innerhalb eines Jahres soll eine neu eingesetzte Kommission klären, ob das Rhein-Energie-Stadion von aktuell 50.000 auf 75.000 Plätze ausgebaut werden kann.1 Klingt mega, oder? Aber wie realistisch ist das wirklich? Spoiler: Es gibt einige ziemlich dicke Hürden.

Wem gehört das Stadion überhaupt?

Hier kommt der erste Knackpunkt: Das Rhein-Energie-Stadion gehört dem 1. FC Köln gar nicht. Eigentümerin ist die Kölner Sportstätten GmbH (KSS) – eine hundertprozentige Stadttochter. Der FC ist bisher nur Pächter und zahlt dafür rund acht Millionen Euro jährlich, wenn er in der ersten Liga spielt.1 Stobbe selbst hat gesagt, dass ein eigenes Stadion der „Gamechanger“ für den Klub sein könnte. Aber dafür müsste der FC das Stadion erst einmal kaufen – und wie viel das aktuell wert ist, ist schlicht unbekannt.

Was haben frühere Gutachten ergeben?

Das Thema ist nämlich nicht neu – ganz und gar nicht. Schon 2017 untersuchte das Frankfurter Architekturbüro Albert Speer die Möglichkeiten. Das Ergebnis damals war ziemlich ernüchternd: Mehr als 60.000 Plätze seien am Standort kaum machbar. Lärm- und Naturschutz sowie der Denkmalschutz für die angrenzenden Abelbauten stünden dem entgegen – geschätzte Kosten damals: rund 90 Millionen Euro.1

2019 folgte ein weiteres Gutachten mit einem anderen Ergebnis: Technisch sei ein Ausbau auf 75.000 Plätze „grundsätzlich“ möglich – aber richtig teuer. Die Schätzung: rund 215 Millionen Euro. Dabei waren Kosten für den Ausbau der KVB-Haltestelle und neue Parkanlagen noch nicht mal eingerechnet.1 Der damalige FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle sah darin zumindest „Mut machende“ Signale. Die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker war deutlich skeptischer: „In der vom FC gewünschten Form wird der Ausbau sicher nicht möglich sein.“

Wie würde das neue Stadion aussehen?

Eine Computer-Visualisierung aus dem Jahr 2019 gibt einen ersten Eindruck. Das Stadion müsste rund 30 Meter länger und breiter werden, um 25.000 zusätzliche Fans aufzunehmen. An den Längsseiten müssten Bäume gefällt werden. Ein zusätzlicher Oberrang würde das Gebäude um mindestens zehn Meter in die Höhe treiben – plus ein Faltdach über dem Spielfeld.1 Und klar: Eine komplett neue Baugenehmigung wäre Pflicht, denn die aktuelle gilt nur für maximal 50.000 Zuschauer.

Was sagen Anwohner und Stadt?

Na ja, die Stimmung im Viertel ist nicht gerade euphorisch. Antje Frings, Vorsitzende des Bürgervereins Köln-Müngersdorf, sagt klar: Die aktuelle Größe sei „das Höchste der Gefühle“. Lärm und Verkehr an Spieltagen belasten die Anwohnerinnen und Anwohner schon jetzt.1 Frings empfiehlt dem FC sogar, bei einem wirklichen Bedarf einen Standort am Stadtrand zu suchen – was Stobbe aber kategorisch ablehnt: „Wenn wir das aufgeben, gehen wir an die Identität des 1. FC Köln.“

Die Bürger-Interessen-Gemeinschaft Junkersdorf hält die Pläne schlicht für „illusorisch“ und ist nach eigener Aussage „eigentlich ziemlich entspannt“, weil sie ohnehin keine realistische Chance auf Umsetzung sieht.1

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) formulierte es diplomatisch: Man werde darüber sprechen müssen, aber nur „im Einklang“ – und zwar mit dem Konsens aller Beteiligten vorab, um polarisierte Bewegungen wie beim Thema Geißbockheim zu vermeiden.1

Fazit: Traum oder Realität?

In den nächsten zwölf Monaten prüft die FC-Kommission alles – von Statik über Lärmschutz bis zur Finanzierung. Die Hürden sind enorm: Eigentümerfrage, Denkmalschutz, Anwohnerproteste, fehlende politische Rückendeckung und Kosten im dreistelligen Millionenbereich. Ob aus dem Traum Wirklichkeit wird, bleibt spannend. Wir bei Antenne NRW halten euch auf dem Laufenden – versprochen!1

Quellen

  1. 75.000 Plätze?: Das sind die Hürden für den FC-Stadionausbau in Köln – Kölner Stadt-Anzeiger


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