Ein Zeppelin als fliegendes Labor über NRW: Forscher messen bis zum 17. August Schadstoffe und Spurengase über Köln, Düsseldorf und Essen.
Blau-gelb-weiß gestreift zieht er seine Bahnen über die Dächer der Metropolregion Rhein-Ruhr – und wer ihn sieht, schaut garantiert zweimal hin. Seit Anfang August 2026 ist ein Zeppelin vom Typ NT über NRW unterwegs. Aber keine Sorge, der ist nicht einfach nur zum Angucken da: Das Luftschiff ist ein fliegendes Labor auf Mission.1
Hinter dem spektakulären Anblick steckt knallharte Wissenschaft. Forscher der Universität zu Köln und des Forschungszentrums Jülich haben den Zeppelin kurzerhand in ein rollierendes – naja, schwebendes – Hightech-Labor verwandelt. Das Ziel: die Luft über Köln, Düsseldorf und Essen auf sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC) zu untersuchen. Das sind Spurengase, die eng mit dem Klimawandel zusammenhängen.1
Was das Luftschiff dabei so besonders macht? Seine Langsamkeit und die niedrige Flughöhe. Der Zeppelin fliegt zwischen 100 und 300 Metern Höhe und bewegt sich mit rund 65 Stundenkilometern durch die Luft. Juniorprofessorin Dr. Eva Pfannerstill von der Uni Köln bringt es auf den Punkt: „Durch seine langsame und stabile Flugweise können wir hochpräzise Messungen in niedriger Flughöhe durchführen und Gebiete gezielt überfliegen.“1
In der Passagierkabine haben die Forscher unter anderem ein Massenspektrometer installiert – ein Gerät, das Spurengase in der Luft präzise identifiziert und misst. Insgesamt bringen die wissenschaftlichen Messgeräte satte 780 Kilogramm auf die Waage. Zusätzlich wurde ein neu entwickeltes hochauflösendes Windmesssystem in den Nasenmast an der Spitze des Zeppelins integriert. Die Technik stammt von verschiedenen Instituten des Forschungszentrums Jülich sowie externen Partnern.1
Neben den Stadtgebieten überfliegt der Zeppelin auch Waldgebiete. Warum? Weil auch gestresste Wälder – etwa durch Schädlingsbefall – Gase abgeben, die die Forscher interessieren. Aus all diesen Daten sollen hochaufgelöste Karten der Emissionen entlang von Stadt-Wald-Gradienten entstehen.1
Dr. Georgios Gkatzelis vom Forschungszentrum Jülich hat dabei einen ganz besonderen Fokus auf die Stadtluft: Was steigt in Köln in die Atmosphäre auf, das weder aus Verkehr noch aus Industrie stammt? Ein Verdächtiger: Haushaltschemikalien. Klingt überraschend, ist aber echte Forschung.1
Die gesamte Messkampagne ist auf zwei Wochen angelegt, der Zeppelin ist noch bis zum 17. August unterwegs. Wann er genau über welcher Stadt auftaucht, hängt vom Wetter ab. Die einzelnen Flüge dauern jeweils rund sieben Stunden und folgen exakt geplanten Routen nach wissenschaftlichen Kriterien.1
Also: Augen auf beim nächsten Spaziergang durch Köln, Düsseldorf oder Essen! Wenn du das blau-gelb-weiß gestreifte Luftschiff am Himmel siehst, weißt du jetzt genau, was da oben abgeht. Wissenschaft kann manchmal wirklich cool aussehen. 🎈
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