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Köln-Weiden: Bürger kämpfen gegen Wohnkomplex auf Gartencenter-Gelände
10. August 2026

In Köln-Weiden wehren sich Bürger mit Demos und 1.250 Unterschriften gegen einen geplanten Wohnkomplex auf dem Gartencenter-Gelände an der Ignystraße.

Demo, Petition, Protest – Weiden macht mobil

Im Kölner Westen brodelt es gerade gewaltig. Rund um den Gartenbaubetrieb Müller an der Ignystraße in Weiden haben Bürgerinnen und Bürger die Nase voll – und das zeigen sie lautstark. Erst demonstrierten sie direkt vor Ort, dann sammelten sie Unterschriften: Inzwischen haben sie mit einer Petition rund 1.250 Unterschriften zusammenbekommen.1 Die Botschaft ist klar: Kein Wohnkomplex auf dem Gelände des Gartencenters!

Was ist da eigentlich geplant?

Der Investor Dana Invest macht einen zweiten Anlauf – denn schon vor rund sieben Jahren waren ähnliche Pläne am Widerstand der Bezirkspolitik Lindenthal gescheitert. Damals hatte die Bezirkspolitik gegen eine Bebauung mit 500 Wohnungen votiert, weil das Areal zum sogenannten „Grünzug West“ gehört.1

Jetzt liegt ein neuer Plan auf dem Tisch: Rund 450 Wohneinheiten sollen auf dem Gelände entstehen – mit Tiefgarage, einer Kita, einem Quartiershaus als Bürgerzentrum, einem Café und eventuell sogar einem Lebensmittelmarkt. 30 Prozent der Wohnungen wären geförderter Wohnungsbau, der Rest freefinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen, darunter auch Seniorenwohnungen.1 Die Stadtverwaltung arbeitet gerade an einer neuen Vorlage, die sie der Politik nach der Sommerpause zum Beschluss vorlegen will.

„Man hat uns belogen und betrogen“

Starke Worte kommen von Astrid Franzen, Vorsitzende der Bürgerinteressengemeinschaft Junkersdorf: „Man hat uns belogen und betrogen.“ Das Areal gehöre eindeutig zum „Grünzug West“, dessen Vollendung den Bürgerinnen und Bürgern schon lange versprochen wurde.1

Viviane Fröhling, Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Weiden, legt noch einen drauf: Der Flächennutzungsplan sehe dort ausschließlich Grün vor. Außerdem seien große Teile des Grundstücks Landschaftsschutzgebiet – und im 2023 verabschiedeten Masterplan Stadtgrün als „Immergrün“ eingestuft. Für das geplante Bauvorhaben müsste ein Teil dieser Grünflächen geopfert werden. Ihr Fazit: „Die Stadt kann doch nicht mit einem Riesenaufwand so einen Plan aufstellen und sich dann nicht daranhalten. Das führt zu einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung.“1

Mehr Beton, mehr Stau – kein Platz für noch mehr?

Die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner gehen über das Grün hinaus. Weiden-Süd sei bereits übermäßig bebaut, zusätzliche Grünflächen würden dringend gebraucht. Und dann ist da noch das Verkehrsproblem: Die Ignystraße ist nur über die Jungbluthgasse mit ihrer schmalen Brücke sowie nach Norden über die Breslauer Straße erreichbar – beide Achsen sind schon heute am Limit. Den Mehrverkehr, den ein Wohnkomplex dieser Größe mit sich bringen würde, könnten sie schlicht nicht aufnehmen.1

Was sagt der Investor?

Michael Vesper, Partner der Ole-von-Beust-Beratungsgesellschaft, die Dana Invest unterstützt, kontert die Kritik mit einer Gegenfrage: „Sie haben keine Antwort auf die Frage, was nach dem Wegzug des Gartenbaubetriebes mit dem Grundstück geschehen soll.“1

Die Bürgervereine betonen dazu: Das sei nicht ihr Problem. Der Gartenbaubetrieb sei dem Voreigentümer nur ausnahmsweise unter Auflagen erlaubt worden – mit dem Versprechen, dass das Gelände zurückgebaut wird, wenn er schließt oder wegzieht. Um das Privateigentum kümmern zu müssen, sehen sie sich nicht in der Pflicht.1

Wie geht’s jetzt weiter?

Die Entscheidung liegt nun bei der Politik. Nach der Sommerpause sollen die politischen Gremien über die neue Vorlage der Stadtverwaltung befinden. Ob auf dem Areal des Gartenbaubetriebs Müller am Ende Wohnungen oder Grünflächen entstehen – das bleibt vorerst offen. Eins ist aber sicher: Die Bürgerinnen und Bürger in Weiden und Junkersdorf haben klar gemacht, dass sie sich das nicht einfach so gefallen lassen. Und laut bleiben sie bestimmt noch eine Weile.

Quellen

  1. Im „Grünzug West“: Bürger demonstrieren gegen Wohnungsbau auf Gartencenter-Gelände – Kölnische Rundschau


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