Mieter der Wohnanlage Camberger Straße in Köln sind wütend auf die WSK: Löcher im Putz, offene Rohre und schlechte Kommunikation sorgen für mächtig Ärger.
Schöne neue Wohnung, modernes Ambiente, alles tip-top saniert – so wurde es den Mietern der Wohnanlage an der Camberger Straße in Köln versprochen. Die Realität sieht leider ganz anders aus. Seit dem Einzug am 1. August liegen bei vielen Bewohnern die Nerven blank – und die Wut auf die Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln mbH (WSK) wächst.1
Vincenza Vella Terrazzino bringt es auf den Punkt: Die Zustände, die die Mieter beim Einzug vorgefunden haben, seien schlicht „unzumutbar“. Und wenn man sich anhört, was die Bewohnerinnen berichten, kann man das wirklich nur unterschreiben.1
Mieterin Birgit Lemaire bringt das Dilemma mit den Rohren auf den Punkt: „Wie soll das gehen? Vor den Rohren stehen doch nach unserem Einzug die Schränke.“ Klingt nach einer echten Hiobsbotschaft für alle, die gerade frisch eingezogen sind.1
Doris Lindemann vom Stab Unternehmenskommunikation der Stadtwerke erklärt, die Modernisierungsarbeiten hätten sich auf Abstellraum, WC und Bad beschränkt – in den anderen Räumen wurden lediglich Heizkörper und deren Leitungen modernisiert. Eine formelle „Abnahme“ der Arbeiten habe es nicht gegeben, die Fachfirmen seien jedoch „beprobt“ worden.1
Klar ist aber auch: Die WSK räumt Versäumnisse ein. Schäden am Hausrat oder der Wohnung, die im Zuge der Umzugsarbeiten entstanden sind, seien versichert und würden behoben. Und: Künftig sollen sanierte Wohnungen nicht mehr nur besenrein, sondern nass gereinigt übergeben werden. Immerhin.1
Als weitere Geste des guten Willens bietet die WSK den Mietern kostenlose Waschmaschinenanschlüsse in den Küchen an. Doch auch das kommt nicht gut an. Lemaire sagt dazu trocken: „Wir haben maßgefertigte Einbauküchen. Da passt eine Waschmaschine nicht rein.“ Eine Lösung, die am Leben der Bewohner komplett vorbeizielt – das macht die Situation nicht besser.1
Was die Situation noch frustrierender macht: Die Mieter fühlen sich von der WSK nicht ernst genommen. Vincenza Vella Terrazzino sagt: „Wenn man bei denen mal jemanden ans Telefon bekommt, wird man abgefertigt.“ Doris Lindemann bedauert die Beschwerden und erklärt, viele entstünden aus Missverständnissen – und kündigt an, den Austausch mit den Mietern zu intensivieren.1
Birgit Lemaire fügt noch einen besonderen Aspekt hinzu: „Hier wohnen fast ausschließlich Mitarbeiter der Stadtverwaltung und städtischer Gesellschaften. Wie die Leute von der WSK mit ihren Kollegen umgehen, das macht schon traurig.“ Das trifft wohl den Nagel auf den Kopf – und zeigt, wie tief der Frust bei den Bewohnern sitzt.1
Eine Sanierung, die auf dem Papier nach Fortschritt klingt, aber mit offenen Löchern, unfertigen Rohren und mangelhafter Kommunikation endet – das ist leider kein Einzelfall, macht es aber nicht besser. Die WSK hat jetzt die Chance, das Vertrauen ihrer Mieter zurückzugewinnen. Ob die angekündigten Verbesserungen wirklich ankommen, bleibt abzuwarten. Die Bewohner an der Camberger Straße jedenfalls schauen genau hin.1
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