Ein Kunstprojekt verbindet Solingen nach dem Messeranschlag 2024: Das Gemeinschaftswerk von Angelina Mengel kommt in die Stadtbibliothek und setzt ein Zeichen…
Manchmal sagen Bilder wirklich mehr als tausend Worte – und genau das trifft auf dieses Kunstprojekt aus Solingen voll und ganz zu. Am Samstag, dem 22. August 2026, wird das Gemeinschaftswerk „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ offiziell an die Stadt übergeben. Dahinter steckt eine Geschichte, die unter die Haut geht: von einem Fest, einer Tragödie und dem Mut, danach wieder zusammenzukommen.1
Alles begann 2024, als Solingen seinen 650. Geburtstag feierte. Die Künstlerin Angelina Mengel hatte eine wunderschöne Idee: Eine riesige Leinwand sollte für alle offen sein – egal ob jung oder alt, egal woher man kommt oder welche Geschichte man mitbringt. Jeder sollte seine Spuren hinterlassen, seine Farben einbringen, seine Gedanken sichtbar machen. Das Ergebnis sollte ein großes, gemeinsames Zeichen des Zusammenhalts werden.1
Am 23. August 2024 wurde aus einem ausgelassenen Stadtfest ein Abend voller Schrecken. Beim Jubiläumsfest in Solingen ereignete sich ein tödlicher Messeranschlag. Drei Menschen verloren ihr Leben, weitere wurden verletzt. Das Fest wurde abgebrochen – und auch Angelina Mengels Leinwand blieb unvollendet zurück.1
Was als fröhliches Gemeinschaftsprojekt gestartet war, trug plötzlich das Gewicht einer ganzen Stadt. Die leere Fläche auf der Leinwand stand nun nicht mehr nur für ungelebte Kreativität – sie stand auch für einen Abend, den Solingen niemals vergessen wird.
Ein Jahr lang blieb das Projekt ruhen. Doch die Idee dahinter lebte weiter. 2025 wurde die Leinwand beim Fest „Leben braucht Vielfalt“ wieder herausgeholt. Menschen kamen zusammen, griffen zu Farbe und Stift und vollendeten das Werk gemeinsam. Und genau das macht dieses Bild so besonders – es erzählt nicht nur von dem, was passiert ist, sondern auch davon, dass Menschen nach einem Trauma wieder zusammenfinden können.1
Angelina Mengel bringt es selbst am besten auf den Punkt:
„Mir bedeutet es sehr viel, dass zahlreiche Solinger bei dem Bild mitgemacht haben. Es ist ein Zeichen dafür, dass Kunst verbindet. Die Menschen haben gezeigt, dass wir in der Stadt für Frieden und gegen Gewalt sind.“
Das fertige Kunstwerk zieht jetzt dauerhaft in die Stadtbibliothek Solingen ein. Dort wird es nicht nur ausgestellt – dort wird auch die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte dokumentiert und für alle zugänglich gemacht. Die offizielle Übergabe durch Angelina Mengel findet am Samstag, dem 22. August 2026, um 11 Uhr statt.1
Die vielen verschiedenen Beiträge auf der Leinwand spiegeln die Vielfalt der Stadt wider. Gleichzeitig erinnert das Werk an die Opfer des Anschlags und steht für den Wunsch nach einem friedlichen Miteinander. Ein Bild, das verbindet – genau so, wie es von Anfang an gedacht war. Wir von Antenne NRW finden: Das ist Gemeinschaft, wie sie sein sollte.
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