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Kölsche Geschichte trifft Bühne: Cäcilia Wolkenburg kürt Sieger im ersten Libretto-Wettbewerb
24. August 2026

Die Cäcilia Wolkenburg hat erstmals einen Libretto-Wettbewerb ausgerufen – und Harald van Bonn gewann mit einer Geschichte über Kölner Pionierin Mathilde von…

Ein Wettbewerb, den es noch nie gab

Was für ein Paukenschlag für die Kölner Kulturszene! Die Cäcilia Wolkenburg, die Bühnenspielgemeinschaft im Kölner Männer-Gesang-Verein (KMGV), hat erstmals in ihrer über 150 Jahre währenden Geschichte einen Libretto-Wettbewerb ausgerufen – und das Ergebnis hat selbst die Veranstalter überrascht.1 Statt der erhofften fünf Einreichungen kamen satte 17 Stückideen rein. Baas und Wettbewerbsleiter Simon Wendring zeigte sich begeistert: „Diese Zahl hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir sind über den großen Zuspruch sehr glücklich, ebenso über die Bandbreite der Ideen.“1

Der Sieger: Harald van Bonn mit „Kölsche Mädcher, aff noh bovve!“

Ganz oben auf dem Treppchen steht Harald van Bonn – Kölner Autor, Moderator und von Beruf Software-Entwickler und Business-Analyst. Mit seiner Idee „Kölsche Mädcher, aff noh bovve!“ überzeugte er eine siebenköpfige Jury, die vor allem aus Vertretern des KMGV-Vorstandes und des Cäcilia-Ausschusses bestand. Alle Texte waren dabei anonymisiert eingereicht worden – faire Chancen für alle.1

Für den ersten Platz gab es ein Preisgeld von 2.500 Euro. Platz 2 und 3 – gleichwertig an zwei Beiträge vergeben – brachten jeweils 1.000 Euro ein.1 Harald van Bonn selbst war sichtlich bewegt: „Ein Libretto habe ich zuvor noch nie geschrieben. Ich bin unbeschreiblich froh, dass sich die Jury für meine Arbeit entschieden hat.“1

Das Thema: Eine starke Frau aus Köln

Im Mittelpunkt des Gewinner-Librettos steht Mathilde von Mevissen, eine Kölnerin, die von 1848 bis 1924 lebte. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass 1903 in Köln das erste Mädchengymnasium Preußens gegründet wurde – eine echte Pionierin also.1 Van Bonn begründet seine Wahl so: „Ich wollte eine Person herausstellen, die vor über 100 Jahren wesentliche Verbesserungen für Mädchen und Frauen erreicht hat. Etwas, was immer noch wichtig ist, denn meines Erachtens sind Frauen in vielen Bereichen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens nach wie vor unterrepräsentiert.“1

Das Stück wird nicht nur Geschichte erzählen, sondern auch das Lebensgefühl, den Alltag, die Sorgen und Freuden der Kölnerinnen und Kölner damals und heute spiegeln – mit viel Musik und typisch rheinischem Flair.1 Und weil ein echtes Zillche auch mutig sein darf: Das Autorenduo nimmt sich die Freiheit zur Fiktion. Mathilde von Mevissen und Elisabeth von Mumm – in der Literatur mal als Freundinnen, mal als Mitstreiterinnen beschrieben – werden im Divertissementchen 2028 als Liebespaar dargestellt.1

Das komplette Libretto entsteht im Duo

Das fertige Libretto steht noch nicht. Auf Wunsch von Harald van Bonn wird es gemeinsam mit dem früheren Baas und Autor Jürgen Nimptsch geschrieben. Als externe Expertise war außerdem der langjährige Zillche-Regisseur Lajos Wenzel in den Wettbewerbsprozess eingebunden – nicht als Jurymitglied, aber als erfahrener Experte.1

Und schon bald geht’s los auf der Bühne

Während die Arbeit am Divertissementchen 2028 im Hintergrund läuft, bereitet sich die Cäcilia Wolkenburg mit Hochdruck auf das nächste Stück „Wat e Thiater“ vor, das am 10. Januar 2027 Premiere feiert. Im Mittelpunkt steht der 100. Geburtstag von Trude Herr. Gleichzeitig markiert die Premiere die Rückkehr ins Opernhaus auf dem Offenbachplatz – nach 14 Divertissementchen in verschiedenen Interimsstätten.1 Simon Wendring bestätigte zudem, dass die Cäcilia Wolkenburg den Vertrag mit der Oper Köln für die kommenden drei Jahre ab 2027 bereits unterzeichnet hat.1

Kurz gesagt: In Köln tut sich gerade richtig was auf der Bühne – und mit dem neuen Libretto-Wettbewerb zeigt die Cäcilia Wolkenburg, dass über 150 Jahre Geschichte kein Hindernis sind, um neue Wege zu gehen. Wir sind gespannt, was 2028 auf uns wartet!

Quellen

  1. Divertissementchen: Cäcilia Wolkenburg richtet erstmals Libretto-Wettbewerb aus – Kölnische Rundschau


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