In Köln-Höhenhaus steckte ein Fremder Zahnstocher in Haustüren – eine fiese Einbrecher-Masche namens Gaunerzinken. Was du jetzt wissen und tun solltest.
Klingt erstmal harmlos, ist es aber nicht: In Köln-Höhenhaus hat eine Anwohnerin der Flusssiedlung etwas Beunruhigendes beobachtet – und schlägt jetzt Alarm. Ein fremder Mann, unterwegs in einem silbernen VW Golf, steckte einen Zahnstocher zwischen ihre Haustür und den Türrahmen. Der Grund dahinter ist erschreckend simpel: Mit dieser Methode testen Einbrecher, ob jemand zuhause ist – oder nicht.1
Bleibt der Zahnstocher tagelang unberührt stecken, gilt das unter Kriminellen als klares Signal: Hier ist gerade niemand. Perfekte Gelegenheit für einen ungestörten Einbruch. Die Kölnerin hat das sofort durchschaut und reagiert – mit Fotos, Videos und einer Warnung an die gesamte Nachbarschaft.1
Die Methode hat sogar einen Namen: Gaunerzinken. Schon seit Jahrhunderten nutzen Kriminelle solche Geheimzeichen, um potenzielle Einbruchsziele zu markieren. Früher waren es Kreidezeichen an der Hauswand – ein Kreuz bedeutete: Hier gibt es was zu holen. Eine gezackte Linie warnte vor einem Hund im Haus.1
Heute sind die Methoden subtiler, aber nicht weniger effektiv. Laut Polizeibehörden setzen Täter inzwischen auf unauffällige Gegenstände wie:
All diese Dinge haben eines gemeinsam: Sie fallen kaum auf – und genau das ist der Trick.1
„Der Fall ist der Kripo bekannt“, bestätigt eine Sprecherin der Kölner Polizei. Die Einsatzkräfte seien im Bereich der Flusssiedlung bereits sensibilisiert worden: „Wir haben das auf dem Schirm.“ Seit dem Vorfall fahre die Polizei außerdem verstärkt Streife in der Flusssiedlung.1
Wichtig: Der Mann, der die Kölnerin an ihrer eigenen Haustür aufsuchte, hielt sein Gesicht die ganze Zeit vor der Kamera verdeckt. Die Aufnahmen von ihm und seinem Auto wurden direkt an die Polizei weitergeleitet.1
Erstmal tief durchatmen: Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass Einbrecherbanden systematisch mit Gaunerzinken arbeiten. Viel häufiger beobachten Tätergruppen gezielt Häuser oder durchstöbern Social-Media-Profile – zum Beispiel, wenn jemand Urlaubsfotos postet.1
Und ja: Nicht hinter jedem verdächtigen Gegenstand an der Tür steckt sofort kriminelle Energie. Manchmal sind es einfach spielende Kinder oder Paketboten, die Markierungen hinterlassen. Eine hundertprozentige Entwarnung gibt es aber nicht.1
Sicherheitsexperten sind sich einig: Verdächtige Gegenstände an der Eingangstür, am Briefkasten, neben Klingelschildern oder auf Gegensprechanlagen einfach wegwerfen und vergessen? Keine gute Idee. Stattdessen gilt:1
Genau das hat die Kölnerin aus der Flusssiedlung gemacht – und damit alles richtig. Denn eine aufmerksame Nachbarschaft ist laut Experten eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Einbrüche. Also: Augen auf im eigenen Kiez! Wer in NRW ähnliche Beobachtungen macht, sollte nicht zögern und direkt handeln.1
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