E-Scooter im Rhein: Wer sie einsammelt, was danach passiert und welche Konsequenzen Nutzer fürchten müssen – alle Antworten auf einen Blick.
Autos, Fahrräder, E-Scooter – das extreme Niedrigwasser der letzten Wochen hat so einiges aus dem Rhein zum Vorschein gebracht, was da eigentlich nicht hingehört. Inzwischen ist der Pegel zwar wieder gestiegen, aber am Kölner Rheinufer stehen noch immer geborgene E-Scooter – zum Beispiel an der Uferpromenade in Mülheim und am Konrad-Adenauer-Ufer nahe der Hohenzollernbrücke. Wer räumt das eigentlich auf? Und was passiert mit den durchnässten Rollern? Wir haben die Antworten für dich.1
Ganz klar: Grundsätzlich sind die Halter der Fahrzeuge in der Pflicht. Hat ein E-Scooter ein Kennzeichen, wird der Halter direkt aufgefordert, das Fahrzeug zu entfernen. Lässt sich kein Halter ermitteln, übernehmen die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) den Job – und die Verleiher zahlen die Rechnung.1
Die Betreiber haben nämlich durch ihre Sondernutzungserlaubnis eine klare Pflicht: Illegal entsorgte Leihfahrzeuge müssen „unverzüglich“ entfernt werden. Passiert das nicht, droht im schlimmsten Fall der Verlust der Nutzungserlaubnis. Das sorgt dafür, dass die Anbieter ziemlich schnell reagieren.1
Gute Frage! Alle Scooter des Anbieters Bolt sind mit GPS-Modulen ausgestattet, die laufend den Standort übermitteln. Wird ein Fahrzeug geborgen und an Land gestellt, aktualisiert sich die Standortmeldung – und das Kölner Team plant die Abholung ein.1
Bei Lime funktioniert die Ortung ebenfalls per GPS, solange noch genug Akku da ist. Ist ein Fahrzeug offline, greift das Team auf die letzte bekannte Position zurück. Voi wiederum hat Teams, die Fahrzeuge in Gewässernähe gezielt im Blick behalten und Hinweisen nachgehen.1
Richtig cool: Alle drei Verleiher arbeiten eng mit dem ehrenamtlichen Verein „Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit“ – kurz „Krake“ – zusammen. Der Verein informiert die Anbieter, sobald eines ihrer Fahrzeuge aus dem Rhein geborgen wurde, und betreibt sogar eine eigene Webseite, auf der geborgene Scooter inklusive GPS-Daten gemeldet werden.1
Bolt gibt an, die Meldungen von Krake täglich zu prüfen und die Fahrzeuge abzuholen. Ist das nicht sofort möglich, lagert der Verein die Geräte gegen eine Aufwandspauschale zwischen. Lime holt geborgene Fahrzeuge ebenfalls ab und behandelt sie anschließend fachgerecht. Bei Voi wird zunächst gecheckt, welche Teile aufbereitet werden können – was nicht mehr zu retten ist, wird recycelt.1
Kurze Antwort: Nein – zumindest nicht, wenn du das Fahrzeug ordnungsgemäß abgestellt hast. Die Verleiher sind sich einig: Wer einen Scooter regulär ausleiht und korrekt parkt, hat nichts zu befürchten. Lime bringt es auf den Punkt: Das vorsätzliche Versenken von Fahrzeugen sei Vandalismus, der in der Regel durch unbekannte Dritte verursacht werde, nicht durch normale Nutzende.1
Lässt sich aber nachweisen, dass ein Fahrzeug während der Ausleihe aktiv beschädigt oder ins Wasser befördert wurde, können rechtliche Schritte oder eine Kontosperrung drohen.1
Alle drei Anbieter haben entlang des Rheinufers Parkverbotszonen eingerichtet – in diesen Bereichen lässt sich eine Fahrt technisch gar nicht erst beenden. Außerdem müssen Nutzerinnen und Nutzer nach jeder Fahrt ein Foto vom abgestellten Scooter machen. Ob das reicht, um die Rhein-Versenkerei dauerhaft zu stoppen? Wir bleiben gespannt.1
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!