Am Amtsgericht Bergisch Gladbach hat der Prozess gegen den 17-jährigen Fahrer begonnen, der beim Unfall im Dürschtal vier Menschen das Leben kostete.
Rund ein Jahr ist vergangen, seit ein schrecklicher Unfall im Dürschtal bei Kürten vier junge Menschen das Leben gekostet hat. Jetzt, am 3. September 2026, hat am Amtsgericht Bergisch Gladbach der Prozess gegen den damals 16-jährigen Fahrer begonnen – er ist mittlerweile 17 Jahre alt.1 Unfälle wie dieser zeigen immer wieder, wie schnell das Leben auf der Straße in Gefahr geraten kann, wie wir auch in einem früheren Beitrag zu einem tödlichen Motorradunfall in der Region berichtet haben.2
Es war früher Samstagmorgen, der 16. August 2025, gegen 4.30 Uhr. Fünf junge Menschen waren mit einem Toyota auf der Dürschtalstraße zwischen Kürten-Dürscheid und Overath unterwegs. In einer langgezogenen Linkskurve verlor das Auto die Kontrolle und krachte gegen einen Baum.1
Vier Insassen starben noch an der Unfallstelle: zwei 19-Jährige sowie zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren. Sie kamen aus Bergisch Gladbach, Overath und Köln. Der Fahrer selbst wurde schwer verletzt – und er hatte keinen Führerschein.1
Laut Polizei war dem Unfall außerdem ein Überholmanöver vorausgegangen. Kurz vor dem Aufprall hatte der Jugendliche einen Motorradfahrer überholt. Ob genau das zum Kontrollverlust geführt hat, war zunächst nicht abschließend geklärt – das ist jetzt unter anderem Aufgabe des Gerichts.1
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 17-Jährigen gleich mehrere schwerwiegende Dinge vor:1
Weil der Angeklagte zum Zeitpunkt des Unfalls erst 16 Jahre alt war, gilt das Jugendstrafrecht. Der Prozess findet deshalb unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.1
Das Gericht hat bis Mitte September insgesamt fünf Prozesstage angesetzt. An diesen Terminen sollen etliche Zeugen gehört werden – darunter Angehörige, Polizeibeamte, die in jener Nacht am Unfallort waren, sowie Gutachter. Ein Urteil wird laut Gericht nicht bereits am ersten Verhandlungstag erwartet.1
Für die Familien der Opfer geht es bei dem Prozess auch darum, endlich Antworten auf das zu bekommen, was in dieser schicksalhaften Nacht wirklich passiert ist. An der Unfallstelle im Dürschtal erinnern auch heute noch Blumen, Kerzen und Kreuze an die vier jungen Menschen, die dort ihr Leben verloren haben.1
Parallel zum Prozess bleibt ein weiteres Thema auf der Agenda: die Sicherheit der Unfallstrecke selbst. An der Außenseite der Kurve, in der das Auto von der Fahrbahn abgekommen ist, fehlt bis heute eine Schutzplanke. Sie war bereits 2021 im Rahmen einer Straßensanierung entfernt worden. Weil Telekommunikationsleitungen im Boden verlaufen, konnte sie an Teilen der Strecke seitdem nicht wieder aufgebaut werden.1
Auf dem betroffenen Abschnitt gilt Tempo 50. Ob das reicht oder ob ein strengeres Tempolimit her muss, wird seit dem Unfall immer wieder diskutiert – eine abschließende Antwort gibt es bislang nicht.1
Der Prozessbeginn in Bergisch Gladbach ist ein wichtiger Schritt – für die Aufarbeitung des Unfalls, für die Angehörigen der Opfer und für die Frage, welche Konsequenzen das für den Angeklagten hat. NRW schaut auf dieses Verfahren. Wir halten euch über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden.
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