Asbest-Alarm in Leverkusen: 31 Bewohner können noch nicht zurück in ihre Wohnungen. Stadt erstattet Strafanzeige, Laborbefunde stehen aus.
Ein Asbest-Vorfall sorgt in Leverkusen für Aufregung: In einem Mehrfamilienhaus in der Käthe-Kollwitz-Straße im Stadtteil Steinbüchel wurde bei Sanierungsarbeiten Asbeststaub aufgewirbelt. Das Ergebnis? Das komplette Gebäude musste am Dienstagabend vorsorglich geräumt werden. Insgesamt 31 Menschen und mehrere Tiere sind betroffen – und warten Stand jetzt noch immer darauf, endlich zurück in ihre vier Wände zu dürfen.1
Ursprünglich hatte die Stadt Leverkusen zunächst von 45 betroffenen Personen gesprochen und diese Zahl später korrigiert.1
Eigentümerin des Hauses ist Vonovia. Das Unternehmen hatte eine zertifizierte Fachfirma damit beauftragt, drei leerstehende Wohnungen im Haus zu sanieren – der Auslöser war ein Wasserschaden. Der Verdacht kam auf, dass bei diesen Arbeiten asbesthaltiger Staub in nicht komplett versiegelten Säcken durch das Treppenhaus transportiert wurde. Das hätte so definitiv nicht passieren dürfen.1
Vonovia selbst betont, man habe direkt im Sinne der Mieterinnen und Mieter gehandelt, sobald der Verdacht aufkam. Gleichzeitig heißt es vom Unternehmen: „Es gibt bisher noch keine gesicherte Information, dass überhaupt Schadstoffe freigesetzt wurden.“1
Die Stadt Leverkusen macht in Sachen Konsequenzen ernst: Am Mittwoch gab sie bekannt, Strafanzeige wegen des Verdachts auf unsachgemäßen Umgang mit gefährlichen Abfällen zu erstatten. Gegen wen sich die Anzeige konkret richtet, wird aktuell gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft geprüft. Klar ist laut Stadt: Die Sanierungsmaßnahmen seien nicht rechtmäßig durchgeführt worden und bei den Bauarbeiten sei offensichtlich nicht richtig mit asbestbelastetem Material umgegangen worden.1
Auf den Fall aufmerksam wurde die Stadt übrigens durch Hinweise aus dem Wohnumfeld – Personen hatten sich gemeldet und Alarm geschlagen.1
Parallel dazu hat eine zertifizierte Spezialfirma in der Nacht mit der Begutachtung und Reinigung des Hauses begonnen. Danach wurden Proben entnommen, die nun im Labor untersucht werden. Von diesen Laborbefunden hängt alles ab: Entweder muss erneut gereinigt werden, oder die Mieterinnen und Mieter dürfen endlich zurück. Vonovia geht davon aus, dass eine Rückkehr heute möglich sein könnte.1
Stadt und Feuerwehr haben die Betroffenen in der Nacht zum Dienstag zunächst in einer Turnhalle der Montanus-Realschule untergebracht – insbesondere für Kinder und Menschen mit eingeschränkter Mobilität war dort Betreuung vor Ort. Die Feuerwehr stellte außerdem Ersatzkleidung zur Verfügung.1
Inzwischen sind die meisten Bewohnerinnen und Bewohner bei Verwandten oder Bekannten untergekommen oder wurden in Hotels untergebracht. Für die Kosten der Unterbringung und der Reinigung des Gebäudes ist übrigens Vonovia als Eigentümerin selbst verantwortlich.1
Natürlich ist das Wort „Asbest“ erstmal ein Schockmoment – und das ist verständlich. Die Stadt Leverkusen stuft die mögliche Belastung der Bewohnerinnen und Bewohner durch Asbestfasern aber aktuell als „sehr gering“ ein. Potenzielle gesundheitliche Langzeitfolgen hält die Stadt für „nicht sehr wahrscheinlich“. Das ist zumindest eine beruhigende Einschätzung für die Menschen, die in dem Haus wohnen.1
Die Lage in Leverkusen-Steinbüchel bleibt angespannt, auch wenn sich die Dinge bewegen. 31 Menschen hoffen auf grünes Licht aus dem Labor – und darauf, bald wieder ihr normales Leben aufnehmen zu können. Wir bei Antenne NRW bleiben für euch am Ball und halten euch auf antenne.nrw über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.
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