Seeadler, Gelbbauchunke & Co. kehren zurück: Fünf echte Artenschutz-Erfolgsgeschichten aus NRW, die zeigen, dass Naturschutz wirklich funktioniert.
Wusstet ihr, dass NRW Lebensraum für über 43.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ist? Klingt erstmal mega viel – aber viele von ihnen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tiere. Die gute Nachricht: Dank engagierter Artenschutzprojekte, Renaturierungen und jeder Menge Ehrenamtlicher kehren einige dieser seltenen Arten langsam aber sicher zurück. Auf der NRW-Artenschutzkonferenz tauschen sich Fachleute und Politiker genau darüber aus, wie man das noch besser hinbekommen kann.1 Wir stellen euch fünf echte Erfolgsgeschichten vor!
Fast hundert Jahre lang war er weg. Und dann, 2017, die Sensation: Ein Seeadlerpaar brütete erstmals wieder erfolgreich in NRW – auf der Bislicher Insel bei Xanten. Inzwischen gibt es sogar weitere Brutstandorte, unter anderem im Kreis Lippe, in Duisburg und erstmals auch im Kreis Kleve.1 Was den Unterschied gemacht hat? Schutzgebiete, der Ankauf ökologischer Flächen in Flussauen, Ranger und mehr Umweltbildung. Einfach ein Gänsehaut-Moment für alle Naturfans!
Sie jagen lautlos in der Nacht, verstecken sich tagsüber und brauchen dafür naturnahe Wälder – die Mopsfledermaus ist eine von 21 Fledermausarten in NRW und gilt als vom Aussterben bedroht. Intensive Land- und Forstwirtschaft sowie Pestizide haben ihr das Leben richtig schwer gemacht. Jetzt arbeiten zehn Partnerorganisationen aus Naturschutz und Wissenschaft – darunter der Naturschutzbund (Nabu) NRW – gemeinsam daran, die Lebensräume dieser Waldfledermäuse langfristig zu sichern.1 Charakteristisch: ihr plattgedrücktes Gesicht mit breiten Ohren, die in der Mitte des Kopfes zusammengewachsen sind. Zu cool!
Schwarz-gelb gefleckt – ja, die Gelbbauchunke trägt quasi BVB-Farben auf ihrem Bauch! Dieser auffällige Bauchlatz schützt sie zwar vor Fressfeinden, nicht aber vor dem Verlust ihres Lebensraums. In NRW gibt es die Tiere nur noch in drei Regionen.1 Der Hammer Tierpark startet jetzt eine Rettungsmission: Seltene Gelbbauchunken sorgen dort unter Aufsicht für Nachwuchs, und die kleinen Kaulquappen werden anschließend in einem Naturschutzgebiet im Kreis Soest wieder ausgesetzt. So geht Artenschutz!
Kennt ihr das „Rep-Rep“? So klingt der charakteristische Alarmruf des Rebhuhns – und den hört man in NRW leider immer seltener. Das Rebhuhn trägt übrigens den Titel „Vogel des Jahres 2026″.1 In Stemwede in Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt ein Schutzprojekt, das erste Erfolge zeigt: Naturschützer, Jäger und Landwirte arbeiten Hand in Hand. Die Landwirte lassen zum Beispiel Blühstreifen mitten in ihren Feldern stehen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: elf Prozent mehr Rebhühner im Norden von Ostwestfalen-Lippe und rund um den See Dümmer. Teamwork makes the dream work!
Was passiert, wenn ein ehemaliger Abwasserkanal wieder zu einem echten Fluss wird? Genau – die Natur kehrt zurück! Die Kleine Zangenlibelle, ein pfeilschneller Flugkünstler mit einer kleinen Schere am Hinterleib, ist wieder zurück in NRW – an der renaturierten Emscher.1 Bei einem Aktionstag 2024 wurden an der neuen Emscheraue über 700 Arten kartiert, darunter über 270 Insektenarten. Auch die geringelte Zangenlibelle tauchte dabei auf – zur großen Freude der Forscher und Naturschützer. Ein echtes Zeichen dafür, was Renaturierung bewirken kann!
Von majestätischen Seeadlern über nachtaktive Fledermäuse bis hin zu schwarz-gelb gefleckten Fröschen – NRW zeigt, dass Artenschutz wirklich funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen. Engagierte Projekte, mutige Kooperationen und ausdauernde Ehrenamtliche machen den Unterschied. Bleibt neugierig auf eure Region und schaut öfter mal genauer hin – vielleicht entdeckt ihr ja schon bald eines dieser seltenen Tiere in eurer Nähe. Und für noch mehr coole Geschichten aus NRW seid ihr bei uns auf antenne.nrw genau richtig!
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