Döner, Tiramisu, Açai-Bowls: In Köln stehen die Menschen gerade für angesagte Food-Spots Schlange. Wir zeigen dir, welche Läden gerade gehypt werden und warum.
Stundenlang in der Schlange stehen für einen Döner, ein Tiramisu oder einen Açai-Bowl? In Köln ist das gerade absolut normal – und sogar gewollt. Wer nicht wartet, verpasst anscheinend den Hype. Doch woher kommt dieser Trend eigentlich, und warum macht die Warteschlange das Ganze irgendwie noch begehrenswerter? Wir haben uns mal angeschaut, welche Läden gerade die Kölner*innen in Reih und Glied aufstellen – und was dahinter steckt.1
Der wohl auffälligste Hotspot ist aktuell das „Umami Kebabkunst“ am Ring/Ecke Zülpicher Platz. Seit der Laden im Juli eröffnet hat, reißen die langen Schlangen einfach nicht ab – inzwischen wurden sogar rot-weiße Leitkegel aufgestellt, damit noch genug Platz für Passanten bleibt, die keinen Döner wollen.1
Das Konzept: ausschließlich feinfaseriges und marmoriertes „Black Angus“-Rindfleisch, gewürzt nur mit Salz und Pfeffer, serviert in einem minimalistischen, hippen Laden-Design. Döner soll hier richtig schick werden. Den entscheidenden Push gab aber wohl Rapper Eko Fresh, der als Kölner mit türkisch-kurdischen Wurzeln und selbsternannter „Döner-Experte“ das Umami in höchsten Tönen lobte – und das natürlich auf Social Media teilte. Wie ist das in meinen Warenkorb – äh, in meinen Feed – gekommen? Na, über TikTok und Instagram natürlich.1
Auf der Apostelnstraße sorgt seit Kurzem „Spoonlay“ für Aufsehen. Das Betreiberehepaar Kübra und Kerem Türk verkauft hier Tiramisu mit verschiedenen Toppings in hübschen Aufschiebeboxen – perfekt für die Inszenierung auf Instagram und TikTok. Der Erfolg kam so schnell, dass dem Laden nach nur zehn Tagen vorübergehend die Schachteln ausgingen. „Mit diesem Megaansturm haben wir nicht gerechnet, das bringt uns ans Limit“, sagt Kübra Türk.1
Es ist ihr erstes Geschäft – und ein bewusst selbst gemachtes Konzept. Alle Sorten kosten um die acht Euro, sind ohne Alkohol, manche sogar ohne Kaffee. „Wir machen hier alles selbst, schichten abends das Tiramisu in die Boxen. Das ist kein Hypeprodukt wie zum Beispiel Dubai-Schokolade“, betont Kerem Türk. Das Design des Ladens in warmen Brauntönen? Haben die beiden lange und sorgfältig geplant.1
Schon seit zwei Jahren zieht Oakberry am Ende der Severinstraße die Massen an. Das winzige Ladenlokal der internationalen Kette bietet Açai-Bowls mit über 25 Toppings an – kunstvoll in Plastikbechern geschichtet, für 8,90 bis 12,50 Euro. Die Beute wird direkt vor der Tür für Social Media fotografiert. Allerdings gibt es auch Schatten: Manche Kunden lassen ihre leeren Behälter einfach auf der Straße stehen, was schon zu Ärger mit der Nachbarschaft geführt hat.1
Ähnliche Diskussionen kennt man rund um das „Impi“ an der Piusstraße in Ehrenfeld. Wegen eines viral gegangenen Iced Matcha Latte wurde die früher ruhige Ecke zum Hotspot – inklusive Influencer-Besuchen und Autoposern. Genervte Nachbarn setzen auf die Zeit: „Matcha-Trends kommen und gehen.“1
Und genau da liegt die große Frage: Wie lange hält so ein Trend an? Die Antwort ist ziemlich unterschiedlich. Cookie Couture auf der Ehrenstraße – einer der Pioniere des Schlangen-Hypes seit 2023 – ist bis heute erfolgreich, hat eine Filiale auf der Schildergasse eröffnet und zählt inzwischen 18 weitere Standorte in ganz Deutschland. Auch Nachbar Rocket Rice mit seinen Milchreisbechern hält sich seit drei Jahren. Anders lief’s für Crusty Slices mit seiner Croissant-Pizza-Mischung: Nur eineinhalb Jahre, dann war Schluss.1
Das Rezept für Erfolg scheint eine Kombination aus echtem Handwerk, cleverer Social-Media-Präsenz und einem Produkt zu sein, das sich gut fotografieren lässt. In Köln jedenfalls heißt es gerade: Wer kein Selfie macht, war nicht dabei. Also: Schnapp dir dein Handy, stell dich an – und genieß das Warten. Die besten Spots der Stadt entdeckst du übrigens immer auch bei Antenne NRW.1
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