Die Initiative Lesewelten warnt: Köln plant, die jährliche Förderung von 50.000 Euro zu streichen. Was das für Kinder in benachteiligten Stadtteilen bedeutet.
Stell dir vor, du wächst in einem Stadtteil auf, in dem kaum jemand dir vorliest. Keine Geschichten, keine Bücher, kein Eintauchen in fremde Welten. Genau das droht vielen Kindern in Köln, wenn die Stadt ihre Sparpläne durchzieht. Die Initiative Lesewelten von der Kölner Freiwilligen Agentur schlägt jetzt Alarm – und das ziemlich laut.1
Die Initiative Lesewelten ist kein kleines Hobby-Projekt. Ehrenamtliche, geschulte Frauen und Männer gehen regelmäßig in Kitas, Grundschulen und andere Einrichtungen und lesen dort vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Stadtteilen, in denen viele Menschen in benachteiligten Lebenslagen wohnen. Also genau dort, wo Leseförderung am dringendsten gebraucht wird.1
Das Ganze passiert vor dem Hintergrund, dass Deutschland bei den Pisa-Ergebnissen zuletzt alles andere als glänzend abgeschnitten hat. Lesekompetenz ist eine Grundlage für Bildungserfolg – und wer früh mit Vorlesen in Berührung kommt, hat später einfach bessere Chancen. Die Initiative weiß das. Und deshalb ist die Warnung, die sie jetzt ausspricht, so ernst zu nehmen.1
Das Problem: Der aktuelle Haushaltsentwurf der Stadt Köln sieht vor, die jährliche Förderung von 50.000 Euro komplett zu streichen. Kein Cent mehr für die Initiative Lesewelten. Und genau diese städtischen Mittel sind laut der Initiative die finanzielle Grundlage ihrer gesamten Arbeit.1
50.000 Euro – das klingt im Stadthaushalt vielleicht nach wenig. Aber für eine ehrenamtlich getragene Vorleseinitiative ist das schlicht alles. Fällt die Förderung weg, fällt die Initiative weg. Und mit ihr die regelmäßigen Vorlesestunden für die Kinder, die sie am meisten brauchen.1
Die Forderung ist klar und eigentlich simpel: Die Stadt soll die bisherige Förderung einfach fortsetzen. Kein großes Programm, keine neuen Strukturen – einfach weitermachen wie bisher und die erfolgreiche Arbeit nicht abwürgen.1
Es geht hier nicht um Luxus. Es geht um Kinder, die in ihrem Alltag zu wenig mit Sprache und Literatur in Kontakt kommen. Vorlesen stärkt nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch Fantasie, Empathie und Sprachgefühl – alles Dinge, die kein Kind missen sollte.1
Der Ball liegt jetzt bei der Stadt Köln und dem Stadtrat. Die Initiative Lesewelten hat ihre Warnung klar ausgesprochen: Ohne die Förderung ist die Arbeit nicht zu stemmen. Ob die Politiker*innen im Haushaltsstreit die 50.000 Euro retten – das wird sich zeigen.1
Bis dahin bleibt zu hoffen, dass die Entscheiderinnen und Entscheider verstehen, wie viel auf dem Spiel steht. Denn am Ende geht es nicht um eine Zahl im Haushalt. Es geht um Kinder, die Geschichten verdienen.
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